07.06.2022

Umweltmanagementbeauftragter: Aufgaben, Bestellung und Qualifizierung

Betriebe, die sich freiwillig nach dem Eco Management and Audit Scheme (EMAS, auch EU-Öko-Audit genannt) oder nach der internationalen Umweltmanagementnorm ISO 14001 zertifizieren lassen, bestellen in der Regel einen Umweltmanagementbeauftragten. Doch welche Aufgaben hat dieser? Welche Qualifikationen sollte er haben und wie wird er bestellt?

Puzzleteile

Die ISO 14001:2015 fordert, anders als die Vorgängernorm von 2009, nicht mehr ausdrücklich einen Umweltmanagementbeauftragten (UMB) im Unternehmen. In der Praxis bleibt es aber vielerorts dabei, dass die Unternehmensleitung, die direkter Adressat der zahlreichen Aufgaben im Umweltmanagementsystem ist, diese nicht selbst übernehmen kann und an einen Umweltmanagementbeauftragten (der natürlich auch anders benannt sein kann) delegieren wird. Welche Aufgaben hat der Umweltmanagementbeauftragte zu übernehmen?

Die allgemeinen Aufgaben eines Umweltmanagementbeauftragten

Der Umweltmanagementbeauftragte ist der zentrale Ansprechpartner in allen Belangen des Umweltmanagements. Er kommuniziert mit Mitarbeitern und den Mitgliedern der Unternehmensleitung genauso selbstverständlich wie mit Lieferanten, Kunden und Behörden. Ein wichtiger Ansprechpartner für den Umweltmanagementbeauftragten ist auch die Stelle, die das Umweltmanagementsystem zertifiziert. Die wesentlichen Aufgaben sind:

  • Implementierung, Pflege und Entwicklung eines Umweltmanagementsystems (KVP)
  • Realisierung und Weiterentwicklung von Umweltmanagementprozessen
  • Durchführung eines Controllings und Verbesserung der Kostenstrukturen
  • Erstellung von Berichten an die Unternehmensleitung
  • Stärkung des Umweltbewusstseins aller Akteure

Damit der Umweltmanagementbeauftragte seinen Aufgaben nachkommen kann, muss er ein umfassendes Informationsrecht hinsichtlich möglichst aller im Betrieb vorhandener Daten erhalten. Auch muss klar sein, dass alle Mitarbeiter ihm gegenüber zur Auskunft verpflichtet sind.

Bestellung zum Umweltmanagementbeauftragten

Der Beauftragte wird durch die Unternehmensleitung bestellt. Diese muss ihn mit Befugnissen ausstatten, die sicherstellen, dass die Anforderungen der Normen verwirklicht und aufrechterhalten werden.

Themenbereiche, die Umweltmanagementbeauftragte beherrschen müssen

In den Schulungen zum Umweltmanagementbeauftragten werden meist folgende Themenbereiche berührt:

  • Prozessmanagement
  • Managementsystem-Dokumentation
  • Analysen und Bewertungen
  • Umweltrecht
  • Lieferantenmanagement
  • Audit
  • Umweltleistungsbewertung und Umweltcontrolling
  • Anforderungen der DIN EN ISO 14001:2015
  • Umweltleistungsbewertung und Umweltcontrolling
  • Methoden zur Risikobewertung

Der Umweltmanagementbeauftragte sollte nach den Schulungen in den Verfahren und Techniken von Umweltprüfungen und Umweltaudits „zu Hause“ sein und die Erhebung und Erstellung von Umweltinformationen, Kennzahlen, Umwelterklärungen und Umweltberichten sicher beherrschen.

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Autor*in: WEKA Redaktion