Fachbeitrag | Friedhofsverwaltung
01.07.2016

Grabrechner: Preise vergleichen

Wie das Institut für kommunale Haushaltswirtschaft vor ein paar Wochen mitteilte, werden schon heute rund 30 Prozent der vorhandenen Friedhofsflächen nicht mehr gebraucht, eine Dekade weiter wird es schon die Hälfte sein. Da die Kommunen auf Dauer weder Gewinne noch Verluste machen dürfen, ist davon auszugehen, dass die Friedhofsgebühren weiter anziehen. Da können sogar die Gebühren für ein Urnengrab schon mal im vierstelligen Bereich liegen.

cemetery© veger /​ iStock /​ Thinkstock

Da sich aber gleichzeitig viele Kunden ein möglichst günstiges Angebot wünschen, hat die Deutsche Friedhofsgesellschaft nun im Internet den ersten Grabrechner in Deutschland gestartet, allerdings nur für ihre eigenen Friedhöfe.

Wie funktioniert der Grabrechner?

Bei Strom- und Gaspreisen, Telefontarifen und Hotels kennen wir sie schon: Die Portale, auf denen man die unterschiedlichen Preise zu Hause bequem miteinander vergleichen kann, um das individuell beste Angebot herauszufinden. Bei Grabgebühren war dieser Service bislang ein Wunschtraum. Unter www.grabrechner.de können jetzt potentielle Kunden der Deutschen Friedhofsgesellschaft die Angebote nach verschiedenen Kategorien filtern. Man kreuzt die gewünschte Art des Grabs wie Kolumbarium, Rasengrab, Ruhewald oder Themengrab an, selektiert die Angebote nach Einzel- oder Partnergrab und der Art der Kennzeichnung mit oder ohne Namensschild. Auch die Auswahl des Bundeslands ist möglich: Die Friedhöfe liegen in Bayern, Rheinland-Pfalz oder Nordrhein-Westfalen. Je nach gesetztem Filter werden dann die Kosten genau aufgelistet.

Die Deutsche Friedhofsgesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die Kosten für ihre Kunden transparent zu gestalten. Ein anonymes Rasengrab kostet zum Beispiel 200 €. Hierbei handelt es sich nicht nur um einen Jahrespreis, sondern mit den 200 € ist die gesamte Liegezeit bezahlt. Außerdem kann man günstige Themengräber finden, z.B. ein anonymes Einzelgrab für ein Sternenkind, das tot zur Welt kam. Das gleiche kostet das Verstreuen von Asche.

Ein Einzelgrab unter einem Gemeinschaftsbaum im Ruhewald „Rheinhöhen-Ruhewald Braubach“ in Dachsenhausen ist für knapp 600 € zu haben. Eingeschlossen sind die Pflege und eine Laufzeit von 20 Jahren. Möchte man einen eigenen Baum haben, belaufen sich die Grabkosten schon auf 1.897,50 €. Bei einer Ruhezeit von 50 Jahren steigt der Preis um weitere 400 €. Am teuersten ist ein Kolumbarium mit fast 10.000 €.

Das Angebot ist noch klein, aber möglicherweise findet der Grabrechner Nachahmer.

Wichtige Details zum Thema „Friedhof und Bestattung“ mit zahlreichen Praxistipps, Beispielen und Hinweisen zur Rechtsprechung finden Sie im Friedhofs- und Bestattungswesen.

Autor: Astrid Hedrich 

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