Fachbeitrag | Friedhofsverwaltung 04.04.2016

Asylsuchende – auch ein Thema für Bestatter und Friedhofsverwaltung?

Entbehrungsreich und gefährlich ist der Weg der Asylsuchenden zu uns. Die Nachrichten der letzten Wochen und Monate zeigen erschreckende Bilder. Dass bei dem oft lebensgefährlichen Weg die Gesundheit leidet, ist leicht nachzuvollziehen. Manche Asylsuchenden kommen schon schwer krank in Deutschland an. Leider werden einige Asylsuchende in Deutschland ihre letzte Ruhe finden. In ihr Heimatland können sie selten überführt werden, weil dort Krieg und Terror wüten.

Spätestens dann stellt sich die Frage: Wie sind die Angehörigen der unterschiedlichen Volksgruppen und Religionen würdevoll zu bestatten? Das bedeutet: Auf Kommunen, Friedhofsverwaltungen und Bestatter kommen neue Herausforderungen zu. Denn wie heißt es so schön: „Andere Völker, andere Sitten“.

Wer sucht Asyl?

Das Bundessamt für Migration und Flüchtlinge hat die „Aktuellen Zahlen zu Asyl“ herausgebracht. Letztes Jahr wurden 476.649 Asylanträge gestellt, Tendenz steigend. Im Jahr davor waren es noch 202.834. Im Februar hat sich die Anzahl der Erstanträge auf Asyl im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht. Mehr als die Hälfte der Asylsuchenden kamen aus dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Syrien, gefolgt von Antragstellern aus dem Irak und Afghanistan. Dagegen suchen immer weniger Menschen aus den Balkanländern Albanien, Kosovo, Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro bei uns Asyl. Die meisten Asylanträge wurden in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin gestellt, zwei Drittel der Erstanträge von Männern. Die meisten von ihnen sind zwischen 18 und 35 Jahre alt, wobei die jungen Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren überwiegen.

Die Syrer

Die Mehrzahl der syrischen Asylsuchenden sind sunnitische Muslime, aber auch Alawiten, Schiiten, Christen, Drusen und Jesiden. Unter ihnen befinden sich in vor allem Araber, seltener Kurden, Armenier und Angehörige andere Volksgruppen. Ihre Amtssprache ist Hocharabisch. Sie sprechen aber hauptsächlich das syrische Arabisch und die Sprachen der nationalen Minderheiten.

Von den Menschen, die jetzt zu uns kommen, werden viele zumindest ein paar Jahre, wenn nicht für immer bleiben. Wo Menschen leben, da sterben sie auch. Zeit also, sich mit den unterschiedlichen Sitten und Gebräuchen zu beschäftigen.

Einen ausführlichen Beitrag zu diesem Thema finden Sie im Friedhofs- und Bestattungswesen.

Autor: Astrid Hedrich (Rechtsanwältin und Dozentin in Augsburg. Beschäftigt sich mit Wirtschaftsrecht.)