Expertentipp | VOB/BGB
29.03.2015

Häufiger Fehler bei der Ausführung: Auftragnehmer baut nicht vereinbartes sondern gleichwertiges Material ein

Bei jeder Bauphase passieren immer wieder tückische Fehler. Ein häufiger Fehler bei der Ausführung: Der Auftragnehmer baut nicht das vereinbarte, sondern ein gleichwertiges Material ein.

Häufiger Fehler: Einbau gleichwertiges Material© Huntstock /​ thinkstock

Mit Ausnahme des öffentlichen Auftraggebers steht es jedem Bauherrn frei, ganz bestimmte Produkte auszuschreiben, ohne den Einbau eines gleichwertigen Produkts zu erlauben. In einem solchen Fall sollten Sie nicht ohne Zustimmung des Auftraggebers von dem ausgeschriebenen Produkt abweichen. Bauen Sie ein anderes Produkt ein, so kann der Auftraggeber dessen Ausbau und den Einbau des vereinbarten Produkts verlangen. Es kommt dabei nicht darauf an, ob das tatsächlich eingebaute Produkt dem ausgeschriebenen technisch gleichwertig ist.

Häufig wird ein auf seinen Vorteil bedachter Auftraggeber in einer solchen Situation rein taktisch vorgehen: Er wird zum Schein den Austausch des Produkts verlangen, ggf. auch mit einigem Nachdruck. Scheinbar großzügig bietet er dann aber an, das Problem finanziell – nämlich über eine Minderung – zu lösen. Den Minderungsbetrag bemisst der Auftraggeber dann allerdings häufig so großzügig, dass dieser gegenüber dem Austausch gerade noch einen geringen Vorteil für den Auftragnehmer bedeutet. Mit anderen Worten: Bauen Sie das falsche Produkt ein, so kann der Auftraggeber Sie zumindest finanziell unter Druck setzen und letztendlich eine Minderung in einer Höhe, die objektiv gar nicht gerechtfertigt ist, durchsetzen.

 

Autor: Markus Fiedler 

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