Neues EU-Energieeffizienzkennzeichen für industrielle Antriebs- und Motorsysteme
Die EU arbeitet an neuen Energieeffizienzkennzeichnungen für Motoren, Pumpen, Ventilatoren und Kompressoren. Ziel ist es, Energieeinsparpotenziale in industriellen Antriebssystemen zu heben und Transparenz bei der Effizienz von Komponenten zu schaffen.
Zuletzt aktualisiert am: 13. Januar 2026

Die Europäische Kommission modernisiert derzeit die Ökodesign- und Energiekennzeichnungsvorgaben für industrielle Antriebssysteme. Hintergrund ist, dass Motoren und Pumpensysteme in der EU für rund 70 % des industriellen Stromverbrauchs verantwortlich sind. Die neuen Vorgaben sollen ab 2026/2027 schrittweise verbindlich werden und sowohl Effizienzklassen als auch Mindestanforderungen für produktbezogene Kennzeichnungen umfassen.
Geplant ist unter anderem eine präzisere Klassifizierung von Antriebskomponenten, die weit über die heutigen Anforderungen an Motoren hinausgeht. Der Fokus liegt auf Systemeffizienz: Nicht nur der Motor selbst, sondern auch Umrichter, Regeltechnik, Hydraulik oder Pumpenköpfe sollen bewertet und vergleichbar gemacht werden. Für die Industrie bedeutet dies mehr Transparenz bei Beschaffung, Energieverbrauch und Lebenszykluskosten.
Wesentliche Kernaussagen
- neue Effizienzkennzeichnungen für Motoren, Pumpensysteme, Ventilatoren und Kompressoren
- strengere Mindestanforderungen an Effizienzklassen
- Transparenz bezüglich der Lebenszykluskosten („Total Cost of Ownership“)
- Systembewertung statt Einzelkomponentenbetrachtung
- bessere Vergleichbarkeit bei Ausschreibungen und Investitionsentscheidungen
Die EU will die Energieeffizienzkennzeichnung erstmals konsequent auf komplette Antriebssysteme anwenden – ein wichtiger Schritt für produzierende Unternehmen, die ihre Energieverbräuche reduzieren und gleichzeitig Investitionsentscheidungen absichern müssen. Für Unternehmen lohnt es sich, bereits jetzt Planungen und Beschaffungsprozesse auf die neuen EU-Standards auszurichten.
Die neuen Kennzeichnungen schaffen mehr Transparenz bei Energieverbräuchen und gewährleisten, dass Investitionen in industrielle Antriebstechnik langfristig belastbar bewertet werden können.