Fachbeitrag | Einkauf
22.01.2016

Gezielte Lieferantenbesuche machen Sie erfolgreicher

Der Besuch eines Lieferanten vor Ort ermöglicht Informationen aus erster Hand und sorgt
für mehr Transparenz. Er zeigt Ihnen die Kostentreiber und mögliche Stellen der Verschwendung
auf. Nutzen Sie diese Chance, um im Einkauf erfolgreicher zu arbeiten. Denn
letztlich werden Sie daran gemessen, wie erfolgreich „Verschwendung vermieden“ wird.

Lieferantenbesuch© pressmaster /​ fotolia.com

Stellt sich Ihnen nicht manchmal die Frage: „Wie können wir gemeinsam mit unseren Lieferanten weiter an der Kostenschraube drehen?“

Nur Druck zu machen ist nicht immer erfolgreich

Es ist eine zu einfache Methode, wenn Sie Ihre Lieferanten lediglich dazu auffordern,an Einsparungen zu arbeiten und diese an Sie weiterzugeben. Genauso kann man darüber unterschiedlicher Meinung sein, wenn Sie Ihren Lieferanten aufgrund Ihrer Marktmacht mit Konsequenzen drohen, falls keine Kostenreduzierung erzielt werden kann. Sie sind deshalb sehr professionell, wenn Sie immer wieder neue Wege zu sinnvollen Ansätzen für Einsparpotenziale suchen.

Gehen Sie durch einen Lieferantenbesuch gemeinsam auf die Suche

Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Identifikation von Verschwendung in jeglicher Form. Unter der Überschrift „Vermeidung von Verschwendung“ können Sie mit Ihrem Lieferanten gemeinsam auf die Suche nach Einsparmöglichkeiten dieser Art gehen. Um dies durchführen zu können, benötigen Sie ein möglichst vollständiges Bild des Lieferanten.

Machen Sie sich Ihr eigenes Bild

Ein Lieferantenbesuch sollte nicht nur im Besprechungszimmer stattfinden, sondern in allen am Auftrag beteiligten Bereichen.

Nutzen Sie hierzu z.B. die nachfolgende Checkliste als Hilfestellung:

Worauf Sie beim Lieferantenbesuch achten sollten! Verschwendung
Ja Nein
Welchen Eindruck hinterlässt der Wareneingang?
In welchem Zustand sind die Betriebsmittel im Wareneingang?
Welchen Eindruck hinterlässt der Lagerbereich?
Wie ist die Ordnung im Lager zu beurteilen?
Wie hoch sind die Inventurdifferenzen?
Muss Ware für die Fertigung vor der Übergabe umgepackt werden?
Wie viel Material steht in der Fertigung und wartet auf Bearbeitung oder Transport?
Wie hoch ist die Stillstandzeit in der Fertigung durch Fehlmengen oder Materialfehler?
Wird Einweg- oder Mehrwegverpackung eingesetzt?
Welchen Eindruck hinterlässt der Versand?

Prüfen Sie, was für Ihr Produkt besonders wichtig erscheint und ergänzen Sie die Liste entsprechend. Zeigen Sie Ihrem Lieferanten, dass Sie es nicht akzeptieren können, für Verschwendung zu zahlen. Helfen Sie ihm, durch Hinweise unnötige Kosten im Prozess aufzudecken.

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Autor: Markus Lemme (Markus Lemme ist Berater und Trainer für die Bereiche Einkauf, Logistik und Verkauf.)

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