Fachbeitrag | Information
20.07.2015

Mindful Leadership – was wir von Joachim Löw lernen können

Moderne Führung bedeutet längst mehr als formelle Zuständigkeit. Moderne Führung beschreibt einen Zusammenhang zwischen Ihnen und Ihren „Untergebenen“. Was sich hinter dem Konzept der „Mindful Leadership“ verbirgt, erfahren Sie hier.

Fußballerbein mit Ball© Purestock /​ Thinkstock

Wo waren Sie? Endlich kann man diese Fragte stellen, ohne den Zusatz „ … am 11. September 2001“ oder „ … am 25. Dezember 2004?“ anfügen zu müssen. Wo waren Sie … am 13. Juli 2014, als Mario Götze in der 112. Minute die deutsche Nationalmannschaft zum vierten WM- Sieg schoss? So euphorisch der Siegesjubel und die Feier auch waren, stellt sich ein Jahr später die Frage: Was können wir von Joachim Löw und seinem Führungsstil lernen?

Achtsame Führung und Liebe

Moderne Führung beschreibt sich gern als „achtsame Führung“ und meint damit die allumfassende Führung mithilfe von Emotionen und Empfindsamkeiten der Geführten. Eine Kategorie hat es dabei besonders schwer: Die Liebe. Wie geht man mit Liebe in der modernen Führung um? Blicken wir dazu in die Welt des Fußballs: Längst sind aus den Vereinen Aktiengesellschaften geworden, und lange schon sind WM und Bundesliga milliardenschwere Wanderzirkusse geworden. Eines sticht dabei jedoch immer wieder hervor: Die Liebe! Sie schaffte es mit „Echte Liebe“ bei Borussia Dortmund sogar in den Vereinsslogan, und Erzrivale Schalke 04 wurde 2001 nicht umsonst „Meister der Herzen“, zumindest in den Medien. Liebe und Leidenschaft sind essenzielle Gefühle in der Moderne. Kaum ein Unternehmen kann noch mit nüchterner Umschreibung punkten. Alles muss über Emotionen und Leidenschaften geführt werden.

Liebe als Führungskategorie

Warum Liebe nicht strukturierter in die moderne Managementkultur Einzug hält, ist damit zu beantworten, dass Emotionen immer noch in einen Gegensatz zur Logik gerückt werden und sich damit „akademisch“ disqualifizieren. Zwar sind immer mehr Forscher hier anderer Meinung, schauen Sie sich beispielsweise die Werke von Prof. Gigerenzer an, ein grundlegender Diskurs darüber findet jedoch noch nicht statt. Wir scheuen uns davor, die Liebe, die Emotionen, als Führungskategorie zu nutzen, da wir dafür einen elementaren Stilbruch begehen müssen, indem wir das Verständnis von Führung als Trennung zwischen Person und Position als Fakt annehmen. Wäre ein WM-Sieg möglich gewesen, wenn sich Löw nicht mit Hingabe und Liebe der Aufgabe verschrieben hätte? Sicher nicht! Die strikte Trennung zwischen Amt und Mensch ist eine veraltete Kategorie. Gerade in der hochkomplexen Politik kann die Liebe als positive Emotion gegenüber den Mitarbeitenden und den Strukturen eine herrliche Reduktion von Komplexität bedeuten. Lassen Sie das ruhig mal zu!

Autor: Benjamin Heimerl 

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