News | Information 03.02.2015

Fest verortet in der Welt der Koordinaten

Wie genau arbeitet der GPS-Empfänger meines Smartphones? „Koordinaten-Jäger“ im bayerischen Haßfurt können mitten in der Stadt Antwort auf diese Frage finden – am neuen geodätischen Referenzpunkt. Einen solchen sollen in den nächsten Jahren alle Landkreise im Freistaat erhalten.

Das Münchner Rathaus

Stadt Haßfurt in Bayern hat jetzt einen geodätischen Referenzpunkt

Die Welt ist von einem unsichtbaren Koordinatensystem überzogen, mehr als 50 Navigationssatelliten umkreisen ständig die Erde. Ohne diese würde unsere High-Tech-Gesellschaft gar nicht funktionieren. Zahlreiche Anwender von GPS-Empfängern und Smartphones sowie anderen mobilen Endgeräten nutzen die Möglichkeit der exakten Ortsbestimmung beruflich oder in ihrer Freizeit. Wanderer, Auto- oder Fahrradfahrer vertrauen auf GPS-Geräte als Navigationshilfe. Zur exakten Positionsbestimmung werden Koordinaten benötigt – ob für Smartphone oder für Navigationsgeräte. Die bayerische Vermessungsverwaltung will allen Bürgern in Zukunft kostenlos ermöglichen, die Genauigkeit ihres GPS-Empfängers vor Ort zu ermitteln. Das geht mithilfe sogenannter geodätischer Referenzpunkte. Sie stellen die Verbindung zwischen dem weltweiten Koordinatensystem und einem Punkt auf der Erdoberfläche her.

Seit Neuestem steht im Landkreis Haßberge ein solcher Referenzpunkt zur Verfügung. In der Stadt Haßfurt, dem Kreissitz, wird er durch eine gravierte Metallplatte mit den Koordinaten dieses Punktes (50° 1,8938‘ nördl. Breite, 10° 30,4255‘ östl. Länge, 225,2 Meter über Normalnull) sowie einer Erläuterungstafel gekennzeichnet. Der Ort ist ein viel frequentierter Platz in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes und vieler Sehenswürdigkeiten, mitten in der historischen Altstadt. Das gibt vielen Menschen die Möglichkeit, das eigene GPS-Gerät sprichwörtlich im Vorbeigehen auf Genauigkeit zu prüfen.

Bayernweit gibt es 20 geodätische Referenzpunkte. Ziel ist, in jedem Landkreis des Freistaates in den nächsten Jahren mindestens einen einzurichten.

Autor: Wolfram Markus (Wolfam Markus ist Herausgeber des WEKA-Handbuchs "Kommunalpolitik")