Fachbeitrag | Information
28.09.2016

Die Kraft der Veränderung – Wie Sie das „EFQM-Modell“ strategisch einsetzen

Veränderungen treffen jede Organisation irgendwann – auch Ihr Rathaus. Dabei ist wichtig, dass nicht jede Veränderung gleich etwas Schlechtes bedeuten muss, im Gegenteil: Veränderungen können dazu beitragen, dass Ihre Organisation effektiver, schneller und damit auch bürgerfreundlicher wird. Wie Sie Veränderungen in Ihrem Rathaus mithilfe des EFQM-Modells strategisch klug steuern, erfahren Sie in diesem Artikel.

Frankfurter Römerberg mit Rathaus© AndreasGarciaM /​ iStock /​ Thinkstock

Einleitung

Immer wieder taucht die Forderung nach „Veränderung“ auf: In der Kita-Politik, in der Finanzpolitik, in der Steuerpolitik oder, ganz aktuell, in der Flüchtlingspolitik. Dabei ist wichtig, dass Veränderungen immer strategisch gesteuert werden können und nicht zwingend durch rein äußere Zwänge zustande kommen müssen. Veränderungen, die „aus dem Inneren“ einer Organisation heraus kommen, sind langfristig planbar, klug einsetzbar und vor allen Dingen strategisch steuerbar. Sie schaffen ein neues „Wir“-Gefühl in Ihrem Rathaus und wirken damit positiv auf die Bürgerinnen und Bürger in Ihrer Kommune.

Selbstbewertung

Am Anfang jedes Veränderungsprozesses steht die schonungslose und selbstkritische Bewertung des eigenen Handelns und der eigenen Organisation. Dazu eignet sich besonders das EFQM-Modell (European Foundation for Quality Management).

Dieses Modell unterscheidet nach Befähigungs- und Ergebniskriterien. Die Kriterien der Befähigung messen, was ein Rathaus, eine Organisation, im Hinblick auf die zielgerichteten Einsätze ihrer eigenen Potenziale unternimmt. Gemessen wird dieser Einsatz der Potenziale dann anhand der Ergebnisse einer Organisation. Beiden Kriterien werden nochmals mehrere Unterkriterien zugeordnet, die hier in einer Auswahl dargestellt werden.

  1. (Unter-)Kriterium: Leadership

Leadership oder auch Führung, bewertet, wie gut die eingesetzten Führungskräfte, allen voran Sie als Bürgermeister und Ihre jeweiligen Amtsleiter, Veränderung aktiv initiieren, kontinuierlich kommunizieren und aktiv mitgestalten. Wenn Sie als Bürgermeister ausgeben, dass „wir uns im Rathaus irgendwie anders aufstellen müssen“, wird dieses Vorhaben scheitern. Geben Sie konkrete Visionen und Ziele aus und rückkoppeln Sie sie immer wieder mit Ihren Führungsverantwortlichen.

  1. (Unter-)Kriterium: Politik und Strategie

Politik ohne Strategie ist lediglich Alltägliches und entbehrt jeder Vision. Wichtig ist, in welchem Umfeld Ihre Politik stattfindet und welches Lagebild sich aus dieser Umfeldanalyse ergibt. Nutzen Sie dazu soziodemografische Daten Ihrer Kommune und identifizieren sie höchstens drei bis fünf strategische Ziele für Ihr Rathaus. Hat eine Bürgerbefragung ergeben, dass die Öffnungszeiten Ihres Rathauses extrem arbeitnehmerunfreundlich sind, ändern Sie im Einvernehmen mit der Personalvertretung dringend etwas daran! Das Gleiche gilt für hohe und niedrige Arbeitslosenzahlen: Orientieren Sie sich immer an den Realitäten und entwerfen Sie eine Vision dazu!

Im nächsten Beitrag erfahren Sie, wie Sie sowohl Mitarbeiter als auch Partner in ihren EFQM-basierten Veränderungsprozess einbinden.

Quelle
Kostka/Mönch: „Change Management“. Hg. von Kamiske, Gerd, Hanser-Verlag, 2002.

Autor: Benjamin Heimerl 

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