Bleibeperspektive für Fachkräfte ist wichtig
Zuletzt aktualisiert am: 16. April 2026

In diesem gemeinsamen Positionspapier fordern die Verbände außerdem, das bisherige Ziel der Integrationskurse beizubehalten, Deutschkenntnisse mindestens auf dem Niveau B1 zu vermitteln. Dieses Sprachniveau ist nach Meinung von Expertinnen und Experten vor allem auch für eine funktionierende Kommunikation im Arbeitsleben unerlässlich.
Die Zahl der künftig von Integrationskursen ausgeschlossenen Zugewanderten wird allein in diesem Jahr rund 130.000 Personen betragen. Der Zulassungsstopp erschwert den Zugang zu den Kursen neu zugewanderter Menschen, die aus der Ukraine zu uns kommen, zudem Personen im Asylverfahren, Geduldete sowie EU-Bürgerinnen und ‑Bürger. Sie alle benötigen dringend eine systematische Sprachförderung. Der plötzliche Stopp für die freiwilligen Teilnehmenden führt auch zu Problemen für die Verpflichteten; denn der Stopp werde voraussichtlich zu flächendeckenden Kursausfällen und verlängerten Wartezeiten für Verpflichtete führen, da vielerorts keine ausreichende Anzahl an Teilnehmenden für die geforderte Mindestkursgröße zusammenkommt.
Die Folgen daraus sind gravierend. Träger der Bildungsangebote müssen Lehrverträge kündigen und Lehrkräfte entlassen. Neben der Rücknahme des Zulassungsstopps für freiwillige Teilnehmende an den Kursen sollte deshalb aus Sicht der kommunalen Spitzenverbände und des Dachverbands der Volkshochschulen das „Gesamtprogramm Sprache“ des Bundes dauerhaft und verlässlich finanziert werden. Nur so erhielten die Kommunen Planungssicherheit.
Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, verdeutlichte gegenüber der Funke Mediengruppe zudem die Bedeutung der Problematik insbesondere für syrische Immigrierende nach Deutschland. Man wisse, dass zahlreiche aus Syrien geflüchtete Menschen zwischenzeitlich im deutschen Arbeitsmarkt angekommen seien. Es gebe Branchen, die händeringend nach Fachkräften suchen. Man gehe davon aus, dass die Bundesregierung eine Regelung finde, wonach aus Syrien geflüchtete Menschen unabhängig von der Lage im Heimatland jedenfalls dann in Deutschland bleiben dürften, wenn sie als Fachkräfte gebraucht werden und selbstverständlich auch wohl integriert seien. Angesichts der demografischen Struktur wäre das volkswirtschaftlich sinnvoll, wie Schuchardt erklärt. Damit hätten sowohl die betroffenen Syrerinnen und Syrer als auch die Betriebe Planungssicherheit.