19.09.2017

Ausbau der Teilzeitausbildung im bayerischen öffentlichen Dienst gefordert

Die Landtags-Grünen in Bayern forderten in einem Antrag vom Juli 2017 von der bayerischen Staatsregierung, Teilzeitausbildungsplätze in allen Landesbehörden und Ministerien anzubieten (Landtags-Drucksache 17/17768).

Teilzeitausbildung

Forderung nach mehr Teilzeitausbildung

Mit einem Antrag der Landtagsfraktion der Grünen wird die bayerische Staatsregierung aufgefordert, mehr Teilzeitausbildungsplätze in allen Landesbehörden und Ministerien anzubieten. Die Staatsregierung müsse Vorbild für öffentliche und private Arbeitgeber sein. Es solle die Möglichkeit öffentlich bekannt gemacht werden, eine Ausbildung an staatlichen Behörden bei Vorliegen besonderer Umstände nach § 8 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) in Teilzeit absolvieren zu können.

Prekäre Arbeitsverhältnisse verhindern

Damit soll jungen Erwachsenen in besonderen Lebenslagen beispielsweise bei Geburt eines Kindes ein Ausbildungsverhältnis ermöglicht werden. So ließe sich ein erfolgreicher Berufsstart schaffen und die Abhängigkeit von Sozialleistungen und dem Verbleiben in prekären Arbeitsverhältnissen verhindern.

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Die Möglichkeit einer Teilzeitausbildung ist insbesondere für junge Eltern und Alleinerziehende, die es nicht schaffen, eine Ausbildung in Vollzeit zu machen, oft die einzige Chance, überhaupt den Einstieg in eine qualifizierte Erwerbsbiografie zu schaffen. Eine abgeschlossene Berufsausbildung sichere diesen Menschen langfristig die Finanzierung des eigenen Lebensunterhalts, mache sie unabhängig von staatlichen Transferleistungen und wirke zudem dem Fachkräftemangel entgegen, heißt es in dem Antrag.

Der Freistaat solle auch dem Vorbild der Bundesregierung folgen und allen Teilzeitauszubildenden das volle Ausbildungsentgelt zahlen.

Geringe Anzahl von Ausbildungsverhältnisse in Teilzeit

In Bayern gab es im Jahr 2014 lediglich 694 Ausbildungsverhältnisse in Teilzeit, wie die Grünen weiter schreiben. „Das sind nur 0,2 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.“ Bundesweit lag der Anteil bei 0,4 Prozent (2.259 Ausbildungsverträge in Teilzeit). Davon waren den Angaben zufolge 82 Prozent Frauen.

Viele junge Mütter ohne Berufsabschluss

Im selben Jahr waren demnach andererseits gut die Hälfte aller jungen Mütter und etwa vier von zehn jungen Vätern im Alter von 16 bis 25 Jahren ohne Berufsabschluss. Sie besuchten weder eine Schule, noch absolvierten sie eine duale Ausbildung. „Offensichtlich werden also die Potenziale und Möglichkeiten in diesem Bereich bei Weitem noch nicht ausgeschöpft“, erklären die Grünen.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)