Fachbeitrag | Informieren und Recht
12.01.2015

Software-Ergonomie verringert Stress!

Bildschirmarbeit ist für die menschliche Augenmuskulatur anstrengend. Unzureichende Softwaregestaltung trägt zu einer Zunahme psychischer Belastungen, wie z.B. Zeitdruck, hohe Konzentrationsanforderungen, Arbeitsunterbrechungen, organisatorische Probleme oder Monotonie bei.

© pixelnest /​ iStock /​ Thinkstock

Dabei können vor allem diese Folgen auftreten:

  • Kopfschmerzen,
  • Augenreizungen,
  • Stress und auch
  • körperliche Folgen, z.B. Muskelverspannungen

Software-ergonomie„>Ergonomie ist die Arbeit hin zu leicht verständlicher und schnell benutzbarer Software unter den gebotenen technischen Möglichkeiten und unter der Einhaltung definierter bzw. empirisch entstandener Standards und Styleguides.

Psychisch belastende Arbeitsbedingungen im Umgang mit Software können insbesondere entstehen durch

  • unübersichtliche und überladene Bildschirmmasken,
  • irreführende Informationsverteilung und Fehlermeldungen sowie
  • unklare Systemzustände, -meldungen oder
  • langen Systemverarbeitungszeiten und
  • fehlende Funktionen

die eine Behinderung bei der Aufgabenerledigung durch überflüssigen Handlungsaufwand darstellen.

Gestaltungsmerkmale

Eine ergonomisch gestaltete Software spiegelt sich in folgenden Gestaltungsmerkmalen benutzerfreundlich und aufgabenorientiert wider:

  • Informationsdarstellung (lesbar, gut strukturiert, konsistent, barrierefrei)
  • Masken Design (z.B. Platzierung von Informationen)
  • Fenstersysteme, -oberflächen
  • Menü Hierarchien
  • Farb- und Schriftwahl
  • Dialoggestaltung (z.B. Einheitlichkeit)
  • individuelle Anpassbarkeit (altersgerecht)

Bei der Entwicklung und Auswahl von Software müssen alle betroffenen Stellen (Benutzer/Designer/Entwickler) frühzeitig informiert und miteinbezogen werden. Bei der technisch-praktischen Umsetzung muss dann die Balance zwischen Einheitlichkeit und Freiheitsgraden beachtet und eine leichte Erlern- und Bedienbarkeit sowie Verständlichkeit erreicht werden.
Dabei ist die gesamte individuelle Arbeitsumgebung einzubeziehen (u.a. andere Arbeitsmittel)

Es führt z.B. zu einer Verkürzung der Lernzeiten und einer Steigerung der Verlässlichkeit und Effizienz, wenn Funktionen wie „löschen“, “ speichern“, „drucken“ in unterschiedlichen Anwendungen in gleicher Weise aufgerufen werden können.

Aufmerksamkeitsverteilung

Bei der Platzierung einzelner Felder sollte die durchschnittliche Aufmerksamkeitsverteilung am Bildschirm berücksichtigt werden.

 

Was sollte der Arbeitgeber beachten?

  • Unternehmer/Belegschaftsvertretungen müssen unter Beteiligung Ihrer Beschäftigten überprüfen, ob eine Software die an sie gestellten ergonomischen Anforderungen erfüllt und an die konkreten Anforderungen im Betrieb anpassbar ist!
  • Das Ergebnis der Software-Ergonomie ist die Gebrauchstauglichkeit, also die Benutzerfreundlichkeit von Computer-Programmen.
  • Ziel der Software-Ergonomie ist die Anpassung der Eigenschaften eines Dialogsystems an die psychischen und physischen Eigenschaften der damit arbeitenden Beschäftigten.
  • Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten Angebotsuntersuchungen (hier: G37-Bildschirmtauglichkeit) als Erstuntersuchung und anschließend als Nachuntersuchung in regelmäßigen Abständen aktiv anzubieten.
  • Es sind regelmäßig Unterweisungen unter Einbeziehung ergonomischer Arbeitsplatzgestaltungsthemen (Bildschirmgröße, -anordnung und -einstellung, optimale Stuhlauswahl und –einstellung, höhenverstellbare Tische)  durchzuführen und die Mitarbeiterkompetenz zu diesem Thema, beispielweise durch selbständig anzuwendende e-learning Module, nachhaltig zu sichern.
Autor: Stefan Johannsen

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen