23.06.2016

Sicherheitsingenieur – Ausbildung, Anforderungen und Tätigkeit

Ein Sicherheitsingenieur übernimmt im Betrieb zahlreiche Aufgaben im  Arbeitsschutz. Er berät, er unterstützt bei Planung, Ausführung und Unterhaltung von Betriebsanlagen und von sozialen und sanitären Einrichtungen. Auch wirkt er bei der Beschaffung von technischen Arbeitsmitteln und der Einführung von Arbeitsverfahren und Arbeitsstoffen mit. Lesen Sie, welchen Anforderungen ein Sicherheitsingenieur dafür genügen muss.

Ingenieur

Genau genommen ist es der Arbeitgeber, der in Sachen Arbeitsschutz zahlreichen Aufgaben nachzukommen hat. Da er diese Arbeitsschutzpflichten i.d.R. nicht allein bewältigen kann, bestellt er eine speziell ausgebildete, fachkundige Person, die ihn in beratender Funktion unterstützt. Je nach beruflicher Ausbildung und Qualifikation kann sich diese Fachkraft für Arbeitsschutz

  • „Sicherheitstechniker“
  • „Sicherheitsmeister“ oder
  • „Sicherheitsingenieur“

nennen.

Tipp: Alle Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit finden Sie in diesem Beitrag zusammengefasst.

Anforderungen an den Sicherheitsingenieur

Bevor der Arbeitgeber eine Sifa bestellt, muss er sich davon überzeugen, dass diese über die erforderliche Fachkunde zur Erfüllung der zu übertragenden Aufgaben verfügt.

Sicherheitsingenieure erfüllen die Anforderungen, wenn sie

  • berechtigt sind, die Berufsbezeichnung Ingenieur zu führen, oder einen Bachelor- oder Masterabschluss der Studienrichtung Ingenieurwissenschaften erworben haben,
  • danach eine praktische Tätigkeit in diesem Beruf mindestens zwei Jahre lang ausgeübt und
  • einen staatlichen oder berufsgenossenschaftlichen Ausbildungslehrgang oder einen staatlich oder berufsgenossenschaftlich anerkannten Ausbildungslehrgang eines anderen eines anderen Ausbildungsträgers mit Erfolg abgeschlossen haben.

Ausbildung und Qualifikation

Wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung ”Ingenieur“ oder ”Ingenieurin“ zu führen, ergibt sich aus den Ingenieurgesetzen der Bundesländer. Danach ist Voraussetzung der erfolgreiche Abschluss

  • des Studiums an einer deutschen technischen oder naturwissenschaftlichen Hochschule, deutschen Fachhochschule, deutschen öffentlichen Ingenieurschule oder einer gleichgestellten deutschen Ingenieurschule,
  • eines Betriebsführerlehrgangs an einer deutschen staatlich anerkannten Bergschule oder
    die Erlaubnis der zuständigen Behörde, die Bezeichnung ”Ingenieur (grad.)“ zu führen.

Sicherheitsingenieure, die aufgrund ihrer Hochschul-/Fachhochschulausbildung berechtigt sind, die Berufsbezeichnung ”Sicherheitsingenieur“ zu führen, und die eine einjährige praktische Tätigkeit als Ingenieur ausgeübt haben, erfüllen ebenfalls die Anforderungen.

Tätigkeit als Sicherheitsingenieur ohne Berufsbezeichnung

Die zuständige Behörde kann nach § 7 Abs. 2 ASiG ausnahmsweise zulassen, dass an Stelle eines Sicherheitsingenieurs, der berechtigt ist, die Berufsbezeichnung ”Ingenieur“ zu führen, jemand bestellt werden darf, der zur Erfüllung der sich aus § 6 ergebenden Aufgaben über entsprechende Fachkenntnisse verfügt.

Diese Ausnahmemöglichkeit ist dann von praktischer Bedeutung, wenn für die Aufgaben in einem bestimmten Betrieb unbedingt ein Sicherheitsingenieur erforderlich ist, und sich für die Aufgabe eine Sifa empfiehlt, die – ohne selber ein Ingenieur zu sein – über eine ingenieurgleiche fachliche Qualifikation verfügt. Über die entsprechende Fachkunde kann beispielsweise eine schon lange im Betrieb tätige Sifa verfügen, die sich darüber hinaus auch persönlich für die Stelle bestens eignet. Dementsprechend sagt § 4 Abs. 3 VBG A2, dass in der Funktion als Sicherheitsingenieur auch Personen tätig werden können, die über gleichwertige Qalifikationen verfügen.

Autor: WEKA Redaktion