23.06.2016

Schutzeinrichtungen

Sicherheitsingenieur

Schutzeinrichtungen sind Vorkehrungen zum Schutz des Arbeitnehmers und zur Vermeidung von Arbeitsunfällen mit Maschinen. Folgende Arten von Schutzeinrichtungen gibt es:

  • trennende
  • nicht trennende
  • abweisende

Die trennenden Schutzeinrichtungen bilden eine physische Barriere zum Gerät, wohingegen die nicht trennenden alleinstehend oder in Kombination mit trennenden Schutzeinrichtungen die Möglichkeit des Erreichens der Gefahrenzone vermindern, jedoch keine physische Barriere darstellen.

Trennende Schutzeinrichtung

Die trennende Schutzeinrichtung ist eine physische Barriere zwischen Mensch und Maschine. Es gibt feststehende Ausführungen wie beispielsweise Umwehrungen oder Umzäunungen, die weder lösbar noch ohne Werkzeug zu öffnen sind. Hierbei muss vor allem zum Schutz der Extremitäten ein Hindurch- oder Hinübergreifen unmöglich sein, da sonst das Verletzungsrisiko des Mitarbeiters drastisch steigt.

Ähnlich arbeiten die beweglichen Einrichtungen, die zwar an der Maschine selbst montiert sind, bei denen es jedoch im Unterschied zu den feststehenden möglich ist, sie ohne Werkzeug zu öffnen.

Die einstellbare Schutzeinrichtung hat zwei oder mehr Einstellpositionen und kann den Maschinenvorgängen demnach angepasst werden, beispielsweise höhenverstellbare Ausführungen an Sägen. Verriegelte Schutzeinrichtungen funktionieren den vorher genannten Einrichtungen sehr ähnlich, haben jedoch eine zusätzliche Verriegelung, meist elektrischer Art, die die Vorrichtung während des Betriebs der Maschine abschließt. Eine weitere Funktion haben die verriegelten trennenden Schutzeinrichtungen mit Zuhaltung: Diese ist noch so lange aktiv, bis ein eventueller Nachlauf der Maschine abgeschlossen ist.

Nicht trennende Schutzeinrichtungen

Nicht trennende Schutzeinrichtungen haben im Vergleich zu den trennenden Schutzeinrichtungen eine andere Funktionsweise. Anstatt Mensch und Maschine gänzlich voneinander zu trennen, wirkt eine nicht trennende Schutzeinrichtung meist in der Weise, dass die Maschine ihre Arbeit einstellt, sobald der Mitarbeiter etwas tut oder nicht mehr tut.

Bei den Verriegelungseinrichtungen beispielsweise sorgen elektronische Näherungsschalter oder elektromechanische Positionsschalter dafür, dass beim Öffnen der Schutzeinrichtung die Tätigkeit der Maschine eingestellt wird und diese nicht mehr anlaufen kann, bis die Schutzeinrichtung wieder geschlossen wird. Zustimmungseinrichtungen sind z.B. Schalter, die zusätzlich zum Startschalter der Maschine betätigt werden müssen, und zwar so lange, wie die Maschine in Betrieb ist. Ähnlich funktioniert die Steuerung mit selbstständiger Rückstellung: Die Maschine ist nur so lange in Bewegung, wie von einem Mitarbeiter das Stellglied gedrückt wird – wird dieses losgelassen, kehrt es automatisch in die Ausgangsposition zurück und der Betrieb der Maschine wird eingestellt. Weitere Beispiele für nicht trennende Schutzeinrichtungen wären Schrittschaltungen, Zweihandschaltungen, Begrenzungseinrichtungen, Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion und durch Formschluss wirkende Schutzeinrichtungen.

Abweisende Schutzeinrichtungen

Bei abweisenden Schutzeinrichtungen ist kein vollwertiger Schutz gegeben, da sie nur durch Beschränkung des freien Zutritts die Gelegenheit vermindern, in den Bereich der Maschine hineinzufassen, ohne ihn vollständig abzuriegeln. Beispiele hierfür wären Geländer, niedrige Umzäunungen oder lösbare Sperren.

Autor: WEKA Redaktion

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