27.07.2020

Neues aus dem Ausschuss für Gefahrstoffe

Der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) tagt üblicherweise zweimal im Jahr. Wegen der Corona-Krise fasste der Ausschuss in diesem Jahr (2020) die anstehenden Beschlüsse nach Onlineberatungen und einer Telefonkonferenz im schriftlichen Verfahren. Dabei wurden einige TRGS geändert und die TRGS 600 „Substitution“ endgültig verabschiedet.

Gefahrstoffe-Neuigkeiten

Folgende Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) wurden auf diesem Wege verabschiedet:

Neufassung der TRGS 721 „Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre – Beurteilung der Explosionsgefährdung“

Diese TRGS war bisher inhaltsgleich mit der Technischen Regel für Betriebssicherheit (TRBS) 2152 Teil 1. Die Neufassung konkretisiert die Beurteilung von Explosionsgefährdungen durch explosionsfähige Gemische und die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Schutzmaßnahmen.

Änderung und Ergänzung der TRGS 723 „Gefährliche explosionsfähige Gemische – Vermeidung der Entzündung gefährlicher explosionsfähiger Gemische“

In dieser TRGS wurden Erleichterungen für Anwender von Ultraschallsonden geschaffen, um teure Messungen für Gemische zu vermeiden, die zu keiner sicherheitstechnischen Verbesserung führen würden.

Änderung und Ergänzung der TRGS 751 „Vermeidung von Brand-, Explosions- und Druckgefährdungen an Tankstellen und Gasfüllanlagen zur Befüllung von Landfahrzeugen“

Diese TRGS wurde hinsichtlich der Bauausführung von unterirdischen Tanks für Ottokraftstoffe an die geänderte Verwaltungsvorschrift für Technische Baubestimmungen (VVTB) angepasst.

Änderung und Ergänzung der TRGS 900 „Arbeitsplatzgrenzwerte“

11 Grenzwerte wurden neu in die TRGS 900 aufgenommen oder geändert. Außerdem wurden die Übergangsregelungen in Nr. 2.4.2 Abs. 1 zum Allgemeinen Staubgrenzwert, die Ende 2018 endeten, gestrichen; die dort beschriebenen Schutzmaßnahmen wurden inzwischen in die TRGS 500 „Schutzmaßnahmen“ übernommen.

Aufhebung der BekGS 408 „Anwendung der GefStoffV und TRGS mit Inkrafttreten der CLP-Verordnung“

Die BekGS 408 wurde aufgehoben, weil inzwischen alle Übergangsfristen der CLP-Verordnung abgelaufen sind.

Verabschiedung der TRGS 600 „Substitution“

Außerdem wurde die TRGS 600 „Substitution“, die eigentlich schon im November des vergangenen Jahres beschlossen worden war, noch einmal überprüft und nunmehr endgültig verabschiedet. Die wichtigste Änderung in dieser Regel ist wohl die Streichung des Wirkfaktorenmodells, das in der Praxis kaum angewendet wurde; stattdessen wurde das Spaltenmodell des IFA vor dem Hintergrund praktischer Erfahrungen korrigiert und aktualisiert.

Die neuen und geänderten Technischen Regeln werden nach rechtsförmlicher Prüfung durch das Arbeitsministerium im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl.) und im Internet veröffentlicht.

Autor: Ulrich Welzbacher