30.05.2018

So erstellen Sie mühelos ein Gefahrstoffkataster

Im § 6 der Gefahrstoffverordnung ist festgelegt, dass der Arbeitgeber ein Verzeichnis der im Betrieb verwendeten Gefahrstoffe zu führen hat. Dieses Verzeichnis nennt sich Gefahrstoffkataster oder auch Gefahrstoffverzeichnis. Dieser Beitrag fasst alles Wichtige über das Gefahrstoffkataster zusammen und gibt Hinweise, wie Sie sich die Erstellung leichter machen können.

Gefahrstoffmanagement

Ein Gefahrstoffkataster gibt einen einen Überblick darüber, an welchen Arbeitsplätzen Tätigkeiten mit welchen Gefahrstoffen durchgeführt werden.

Dass die Erstellung eine anspruchsvolle und zeitaufwendige Aufgabe ist, wird wohl niemand bezweifeln allein in einem gewöhnlichen Verwaltungsbetrieb (Bank, Versicherung, Finanzamt, Industrieverband) können schon um die 1.000 Produkte zusammenkommen. Dennoch führt an dieser gesetzlichen Vorgabe kaum ein Weg vorbei!

Ausnahme bei „geringer Gefährdung“ mit Vorsicht zu genießen

Ein Gefahrstoffverzeichnis ist nur dann nicht erforderlich, wenn Tätigkeiten mit geringer Gefährdung nach § 6 Abs. 13 GefStoffV ausgeübt werden. Kriterien für eine „geringe Gefährdung” sind:

  1. die dem Gefahrstoff zugeordneten Gefährlichkeitsmerkmale
  2. eine geringe verwendete Stoffmenge
  3. eine nach Höhe und Dauer niedrige Exposition
  4. die Arbeitsbedingungen

Diese Erleichterung kann allerdings nur dann gelten, wenn die Tätigkeit in ihrer Gesamtheit nur eine geringe Gefährdung auslöst.

Man könnte darüber diskutieren, ob einzelne Stoffe mit einem geringen Gefährdungspotenzial im Kontext mit anderen Stoffen, die eine „normale” oder hohe Gefährdung auslösen, im Gefahrstoffverzeichnis aufgeführt werden müssen. In einem solchen Fall sollten Sie jedoch auch diese Stoffe dort verzeichnen.

In diesem Zusammenhang wird oft eine Mengenangabe gewünscht, die als „Abschneidekriterium” für die Aufnahme ins Gefahrstoffverzeichnis herangezogen werden kann.

Das enthält ein Gefahrstoffkataster

Diese Informationen müssen in jedem Gefahrstoffverzeichnis zu finden sein:

  • Verweis auf die entsprechenden Sicherheitsdatenblätter
  • Bezeichnung des Gefahrstoffs
  • Einstufung des Gefahrstoffs oder Angaben zu den gefährlichen Eigenschaften
  • Angaben zu den im Betrieb verwendeten Mengenbereichen
  • Bezeichnung der Arbeitsbereiche, in denen Beschäftigte dem Gefahrstoff ausgesetzt sein können

Darüber hinaus sind aber weitere Angaben sinnvoll. Um eine ausreichende Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung zu haben, sollte das Gefahrstoffkataster möglichst dicht mit Informationen gefüllt sein.

Hinweis

Änderungen wie neue Gefahrstoffe, Nutzung in anderen Arbeitsbereichen oder die Einstufung des Gefahrstoffs sollten Sie übrigens unverzüglich einarbeiten.

Vergessen Sie bei der Gefahrstoffermittlung auch nicht die verfahrensbedingt entstehenden Gefahrstoffe, die ungewollt und meist unvermeidbar an Arbeitsplätzen freigesetzt werden, z.B.:

  • Schweißrauche
  • Nitrosamine in Kühlschmierstoffen
  • polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH) bei thermischen Prozessen
  • Motorabgase, z.B. Dieselmotoremissionen

Wozu dient überhaupt ein Gefahrstoffkataster?

Mit den oben genannten Inhalten stellt das Gefahrstoffkataster eine Verknüpfung zwischen der reinen Stoffinformation, die Sie z.B. aus dem Sicherheitsdatenblatt erhalten werden, und der Verwendung sowie den örtlichen Gegebenheiten in Ihrem Unternehmen her.

Im Gefahrstoffkataster sind bereits wesentliche Informationen enthalten, die für die Gefährdungsbeurteilung hilfreich sein können. Dies sind z.B.:

  • die Information, welche Gefahrstoffe im Betrieb überhaupt verwendet werden
  • die Einstufungen bzw. Kennzeichnungen der verwendeten Gefahrstoffe
  • der Verwendungs- bzw. Anwendungszweck der Gefahrstoffe
  • die Arbeitsbereiche, Abteilungen, Anlagen etc., in bzw. an denen mit Gefahrstoffen gearbeitet wird
  • die Personen, die mit den Gefahrstoffen umgehen
  • die Mengen der Gefahrstoffe, mit denen die Personen umgehen

Dokumentieren Sie Änderungen im Gefahrstoffkataster

Sie machen sich auf Dauer das Leben erheblich leichter, wenn Sie Veränderungen im Gefahrstoffverzeichnis  dokumentieren. Dass dies sinnvoll ist, werden nicht nur diejenigen bestätigen, die schon einmal versucht haben, Expositionen zu ermitteln, die zehn oder 20 Jahre zurückliegen

EDV-gestützte Hilfe

Es liegt auf der Hand, dass die bei solchen Erfassungsaktionen anfallende gewaltige Datenfülle mit Papier und Bleistift kaum noch zu bewältigen ist. Es bietet sich daher an, hierfür spezielle EDV-Programme zu Hilfe zu nehmen, die heute auf dem Markt angeboten werden.

Tipp: Mit dieser Softwareunterstützung wird Ihre Arbeit um vieles einfacher

Nie wieder Gefahrstoffe einzeln umständlich in Excel eintippen. Mit der WEKA-Software „Muster-Betriebsanweisungen plus“ haben Sie Ihr Gefahrstoffkataster jederzeit im Griff. Das interaktive Verzeichnis befüllt sich vollautomatisch mit den Daten aus z.B. Ihren Betriebsanweisungen oder Ihren Sicherheitsdatenblättern. So schnell haben Sie noch nie ein Gefahrstoffkataster angelegt.

Umgekehrt gilt: Wenn Sie Sie Ihr Excel-Kataster importieren, können Sie daraus im Handumdrehen eine Betriebsanweisung erstellen. Über Filter finden Sie gesuchte Stoffe schnell und einfach und haben immer deren Eigenschaften oder Einsatzbereiche im Blick.

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Autoren: WEKA Redaktion , Ulrich Welzbacher