21.07.2016

Einstufung von Gefahrstoffen

Gefahrstoffmanagement

Die CLP-Verordnung regelt die Einstufung von Gefahrstoffen und ordnet jeden Gefahrstoff einer oder mehrerer Gefahrenklassen und Gefahrenkategorien zu.

Generell bedeutet Einstufung von Gefahrstoffen erst einmal, seine gefährlichen Eigenschaften zu bestimmen. Ziel ist es, das Gefahrenpotenzial einer Chemikalie zu bezeichnen und durch eine entsprechende Kennzeichnung Mensch und Umwelt vor schädigenden Einflüssen zu schützen.

Verantwortung für Einstufung von Gefahrstoffen

Verantwortlich für die Einstufung und die darauf beruhende Kennzeichnung von Gefahrstoffen vor dem Inverkehrbringen sind:

  • Hersteller
  • Importeure
  • Händler

Bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen sind verantwortlich:

 

Gefahrenklassen der CLP-Verordnung

Die CLP-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1272/2008) regelt die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen und ersetzt die Stoffrichtlinie (67/548/EWG) und die Zubereitungsrichtlinie (1999/45/EG). Nach der CLP-Verordnung bedeutet Einstufen, einen Stoff oder ein Gemisch einer Gefahrenklasse und einer untergeordneten Gefahrenkategorie zuzuordnen. Auch hier ist die Zuordnung zu mehreren Gefahrenklassen und Gefahrenkategorien möglich.

Die CLP-Verordnung unterscheidet folgende Gefahrenklassen:

  • physikalische Gefahren
    • explosive Stoffe/Gemische
    • entzündbare Gase
    • Aerosole
    • oxidierende Gase
    • Gase unter Druck
    • entzündbare Flüssigkeiten
    • entzündbare Feststoffe
    • selbstzersetzliche Stoffe/Gemische
    • pyrophore Flüssigkeiten
    • pyrophore Feststoffe
    • selbsterhitzungsfähige Stoffe/Gemische
    • Stoffe/Gemische, die bei Berührung mit Wasser entzündbare Gase abgeben
    • oxidierende Flüssigkeiten
    • oxidierende Feststoffe
    • organische Peroxide
    • auf Metalle korrosiv wirkende Stoffe/Gemische

 

  • Gesundheitsgefahren
    • akute Toxizität
    • Ätz-/Reizwirkung auf die Haut
    • schwere Augenschädigung/Augenreizung
    • Sensibilisierung der Atemwege/Haut
    • Keimzell-Mutagenität
    • Karzinogenität
    • Reproduktionstoxizität
    • spezifische Zielorgan-Toxizität (einmalige Exposition)
    • spezifische Zielorgan-Toxizität (wiederholte Exposition)
    • Aspirationsgefahr

 

  • Umweltgefahren
    • gewässergefährdend

 

  • Weitere Gefahren
    • schädigt die Ozonschicht

Tipp: Eine Übersicht über alle Gefahrenpiktogramme finden Sie hier.

 

Grundsätzlich gibt es, sowohl nach dem alten als auch nach dem neuen System, zwei Möglichkeiten der Einstufung von Gefahrstoffen:

  • Einstufung nach einer rechtsverbindlichen Liste (Listenprinzip, Legaleinstufung)
  • Einstufung nach festgelegten Kriterien (Definitionsprinzip)

Autor: Martin Feifel-Beck

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