06.01.2020

Gesund durch den Winter

Der Winter bringt mit sich, dass viele Arbeitnehmer zeitweise im Dunkeln bei großer Kälte im Freien arbeiten müssen. Sie benötigen jetzt ausreichend Schutz, um gegen Unfallgefahren, aber auch gegen Erkrankungen gewappnet zu sein. Dabei spielen die Grundsätze der Prävention und Maßnahmen auf der Basis einer Gefährdungsbeurteilung die zentrale Rolle.

Arbeiten bei Kälte

Arbeiten bei Kälte bringt die Gesundheit der Arbeitnehmer nicht nur durch die typische Erkältung in Gefahr. Winterliche Witterungseinflüsse wie Nässe und Glätte erhöhen das Stolper-, Rutsch- und Sturzrisiko enorm. Zusätzlich drohen Gefahren aufgrund der schlechteren Lichtverhältnisse. Beweglichkeit und Koordinationsvermögen lassen nach. Worauf müssen Sie deshalb achten?

Verkehrswege sichern

Verkehrswege müssen so gesichert sein, dass Arbeitnehmer bei jeder Witterung sicher an ihre Arbeitsplätze kommen (sowohl Betriebsgelände als auch externe Baustellen). Dazu gehören die zuverlässige und nach einem Niederschlag zügige Schneeräumung, regelmäßiges Streuen und die Installation einer Beleuchtung. Vereiste Dachflächen und Baugerüste dürfen nicht betreten werden. Sie sollten abgesperrt sein.

Schutz vor Kälte

Ebenso wichtig ist der Schutz der Beschäftigten vor der Kälte an sich. Wer bei Kälte draußen arbeitet, muss sich in Arbeitszelten und beheizbaren Fahrerkabinen aufwärmen können und Schutz vor Wind und Niederschlägen finden. Wer die ganze Arbeitszeit im Freien verbringt, braucht außerdem die Möglichkeit, sich zwischendurch aufzuwärmen und umzuziehen. Auch auf Baustellen sind Aufwärm- und Umkleideräume Pflicht. Nicht vorgeschrieben, aber sinnvoll ist es, warme Getränke zur Verfügung zu stellen.

Denken Sie auch daran,

  • Hautcremes gegen die Kälte zur Verfügung zu stellen,
  • die Gefahr von Durchstürzen bei schneebedeckten Dächern zu beachten,
  • die Risiken bei der An- und Abfahrt zu den Arbeitsplätzen zu berücksichtigen,
  • viele Möglichkeiten zum Händewaschen anzubieten, um die Zahl von Erkältungen zu reduzieren,
  • verschmutzte und schneebedeckte Lampen zu säubern,
  • eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und eine Betriebsanweisung zu erstellen.

Arbeiten bei Kälte richtig organisieren

Für die Arbeitsorganisation gilt: Je kälter, desto kürzer sollten die Arbeitsintervalle im Freien sein. Wie sich das organisieren lässt, darüber gibt die DIN 33403-5 Auskunft.

In der mittleren Kälteexposition (Kältebereich II, unter +10 °C bis –5 °C) darf sich ein Arbeitnehmer noch 150 Minuten ununterbrochen im Freien aufhalten. Dann soll er sich 10 Minuten lang aufwärmen.

Im Kältebereich IV (unter –18 °C bis –30 °C) darf die ununterbrochene Arbeitszeit nur noch 90 Minuten betragen. Die Aufwärmzeit steigt dann auf 30 Minuten.

Schutzkleidung bereitstellen

Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) für Winterarbeiten im Freien besteht mindestens aus Wetterschutzkleidung, Arbeitsschuhen, Handschuhen sowie Kopf- und ggf. Gesichtsschutz. Die konkrete Auswahl muss auf der Basis einer Gefährdungsbeurteilung getroffen werden, wobei nicht nur die Schutzfunktion, sondern auch der Tragekomfort eine wichtige Rolle spielt. Dazu gehören etwa die Atmungsaktivität und das Ableiten der Feuchtigkeit nach außen. Ein weiteres Kriterium ist die uneingeschränkte Beweglichkeit.

Bei Anschaffungen sollte geprüft werden, ob eine getrennt eingekaufte Warnkleidung sinnvoller ist als Kombiprodukte.

Autor: Markus Horn