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27.05.2016

Warten auf den Steuerbescheid

Apropos Steuerbescheid: Es gibt teils erhebliche Unterschiede bei den Bearbeitungszeiten der Finanzverwaltungen! Wenn das Finanzamt vom Unternehmer etwas will, kann es nicht schnell genug gehen. Vor allem bei Steuerunterlagen. Ist alles pünktlich abgeliefert, kann es dauern. Doch nicht überall. In einigen Gegenden arbeitet das Finanzamt schneller, wie der Steuerzahlerbund herausfand.

Steuerbescheid© gpointstudio /​ fotolia.com

Steuerbescheid: Hamburgs Finanzämter am schnellsten

Glücklich die Unternehmer in Hamburg! Dort bekommen sie am schnellsten ihren Steuerbescheid. Weniger die in Bremen und Nordrhein-Westfalen. Dort dauert es am längsten – jedenfalls rein statistisch. Wie lange Steuerzahler auf ihren Steuerbescheid warten müssen, hängt vom Wohnort ab.

Das hat er Bund der Steuerzahler herausgefunden. Je nach Bundesland schwanken danach die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten für Einkommensteuererklärungen zwischen fünf Wochen und sechs Monaten.

Nicht akzeptabel: Warten auf Steuererstattung

Für den „BdSt-Tempocheck 2016“ hat der Bund bei den Finanzverwaltungen nachgehakt: Wer ist Top, wer ist Flop bei der Bearbeitungszeit von Einkommensteuererklärungen? Es sei nicht akzeptabel, wenn Bürger unnötig lange auf ihre Steuerbescheide warten müssen, empört sich BdSt-Präsident Reiner Holznagel.

„Viele erwarten eine Steuererstattung für die von ihnen bezahlten Steuern“, so Holznagel. Zwar seien die Ämter im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich etwas schneller geworden. Doch dürfe nicht vom Wohnort abhängen, wie schnell die Bürger ihren Steuerbescheid erhalten.

Halbes Jahr Wartezeit in Nordrhein-Westfalen

Den Nachforschungen zufolge erhielten Arbeitnehmer in Hamburg ihren Steuerbescheid im Durchschnitt in 38 Tagen und damit am schnellsten. Bürger in Nordrhein-Westfalen müssten mitunter sechs Monate auf ihren warten. Dabei hätten die Ämter gleiche Computerprogramme. Trotzdem benötigten die Finanzämter für die Bearbeitung der Steuererklärungen damit unterschiedlich lange.

Holznagel: „Die Finanzverwaltung hat in einem aktuellen Gesetzgebungsverfahren mehr Service versprochen. Jetzt muss sie liefern!“ Die gute Nachricht: Künftig sollen Steuererklärungen häufiger automatisch bearbeitet werden – dadurch könnten die Durchlaufzeiten deutlich sinken. Schon eine dadurch erreichte Bearbeitungszeit von zehn Tagen wertet Holznagel als „ein tolles Ergebnis“.

Steuerbescheid: Andere Einflussfaktoren

Auf die Bearbeitungszeit können sich allerdings auch andere Einflussfaktoren auswirken. So werden nach Informationen des BdSt Einkommensteuererklärungen grundsätzlich in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet. Wer früher abgibt, bekomme im Regelfall auch früher seinen Steuerbescheid.

Schneller gehe es oft, wenn die Erklärungen im Frühjahr des Jahres abgegeben werden. Wer seine Einkommensteuererklärung erst im Mai oder später abgibt, müsse unter Umständen länger warten, weil in den Ämtern mehr Erklärungen eingehen.

Elektronisch nicht unbedingt schneller

Interessant vor dem Hintergrund verstärkter Anstrengungen zur Verbreitung elektronischer Abwicklung ist der Umstand, dass elektronisch übermittelte Steuererklärungen gegenüber auf Papier eingereichten keineswegs bevorzugt behandelt werden.

In einigen Bundesländern verkürze sich die Bearbeitungszeit bei elektronischen Erklärungen allerdings um wenige Tage. Grund: die Daten liegen bereits elektronisch vor und müssen nicht erst im Finanzamt erfasst werden.

 

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Autor: Franz Höllriegel 

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