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23.03.2016

IKT-Qualität beflügelt Produktivität

In Unternehmen schlechte Bedingungen für Wissensarbeit?

Industrie 4.0, Arbeit 4.0 – und Wissensarbeit? Die Bedingungen dafür verdienen nicht einmal eine minus 4. Dabei geht es nicht nur um Technik. Arbeitsumgebung, Organisation und Unternehmenskultur müssen sich ändern – sonst wird das nichts mit Wissensarbeit 4.0.

Wissensarbeit© freshidea/​Fotolia.com

Flexibilität, Mobilität und Vernetzung

Flexibilität, Mobilität und Vernetzung – das bietet jedes Unternehmen seinen Mitarbeiter doch zur Genüge. Sollte man meinen; denn ohne das ist eine erfolgreiche Organisation kaum möglich. Doch weit gefehlt. Jedenfalls wenn stimmt, was jetzt eine neue Studie des Fraunhofer Institutes für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) zu Tage förderte.

Schlechte Bedingungen für Wissensarbeit

Danach herrschen in vielen deutschen Unternehmen keine idealen Rahmenbedingungen für produktive Wissensarbeit. Viele scheinen zu denken, eine hohe Technologie-Qualität fördert die Performance – und das müsse langen. Aber Investitionen in Technik alleine reichen eben nicht aus.

IKT-Ausstattung und menschliche Leistungsfähigkeit

Die Studie belegt den Zusammenhang von IKT-Ausstattung und der Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern. Damit Mitarbeiter ihre Stärken optimal einbringen können, muss nach Ansicht der Wissenschaftler noch etwas anderes hinzukommen:

  • Arbeitsumgebung,
  • Organisation und
  • Unternehmenskultur

müssen stimmen. Auf der CeBIT vergangene Woche haben Softwareschmiede Microsoft, Fraunhofer IAO und Marktforscher Gallup Lösungen für produktive Wissensarbeit diskutiert. Dabei wurden auch konkrete Empfehlungen für mehr Mitarbeiterzufriedenheit ausgesprochen.

Microsoft bezieht neuen Firmensitz

Microsoft etwa geht mit gutem Beispiel voran. Das Unternehmen hat gerade einen komplett neu konzipierten Firmensitz Deutschland in der Münchener Innenstadt gebaut. Es verabschiedet sich dabei von einer strikten Platzzuordnung.

Auf Marktveränderungen reagieren

Markus Köhler, Senior Director Human Resources und Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland, erläuterte, nach welchen Kriterien die neue Deutschland-Zentrale in München-Schwabing gestaltet wurde. Sie will man im Sommer beziehen. Köhler: „Unternehmen müssen schnell und flexibel auf Marktveränderungen reagieren. Das funktioniert nur mit gut vernetzten Teams, die in beweglichen Strukturen und unterstützt durch eine flexible Arbeitsumgebung zusammenarbeiten.“

Smart Workspace

Hierarchische Unterschiede spielen bei der Gestaltung des „Smart Workspace“ keine Rolle. Stattdessen sind verschiedene Arbeitsbereiche unterschiedlichen Tätigkeiten technisch und räumlich bestmöglich angepasst – der konzentrierten Alleinarbeit ebenso wie dem Austausch im Team und der gemeinsamen Entwicklung kreativer Ideen.

Änderung der Arbeitsorganisation

Die Studie des Fraunhofer IAO verweist darauf, dass Produktivitätsgewinne auch durch den Einsatz einzelner IT-Komponenten nachweisbar sind. Allerdings bedingen nachhaltige Erfolge eine daran gekoppelte Änderung der Arbeitsorganisation – ein Thema, das noch in vielen Unternehmen brachliegt, so Udo-Ernst Haner, Leiter Competence Team Information Work Innovation am Fraunhofer IAO, auf der CeBIT.

Hierarchien abbauen, Verantwortung delegieren

Und noch etwas schrieben die Diskutanten den Unternehmenschefs ins Stammbuch: Um mit dem voll vernetzten Kunden Schritt zu halten und Innovationen schneller auf den Markt zu bringen, müssen Unternehmen Hierarchien abbauen und mehr Verantwortung an die Kundenschnittstellen delegieren, meint Pa M. K. Sinyan, Country Manager bei Gallup Deutschland. Doch dafür sei in vielen Fällen ein grundlegender Wandel der Führungskultur notwendig – und da dürften viele Unternehmen noch einiges Verbesserungspotenzial haben.

 

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Autor: Franz Höllriegel

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