13.11.2017

Umweltschutz im Büro lohnt sich

Kosten und Umweltschutz im Büro sind keineswegs ein Widerspruch, sofern man nicht nur die reinen Anschaffungskosten betrachtet.

Umweltschutz im Büro und umweltfreundliche Produkte müssen nicht automatisch die Kosten erhöhen, wie das Entscheider im Beschaffungswesen häufig glauben. Gerade eine umweltfreundliche Beschaffung kann über den gesamten Lebenszyklus hinweg einen Beitrag zur Kostensenkung leisten. Beispiele dafür sind Recyclingpapiere, Nachfüllpackungen oder wiederaufbereitete Tonerkartuschen sowie energiearme Bürogeräte.

Entsprechend sind Umweltschutz und Kosten im Büro keineswegs ein Widerspruch, sofern man nicht nur die reinen Anschaffungskosten, sondern auch die Betriebskosten und die Abschreibungen betrachtet.

Umweltschutz im Büro muss ganzheitlich betrachtet werden

Die Einflussfaktoren auf den Umweltschutz im Büro sind nicht nur auf den Verbrauch von Materialien und Energie für den Betrieb von Geräten reduziert. Hinzu kommt noch der Energieverbrauch für die regelmäßige Reinigung und Beleuchtung sowie die Abfallbehandlung.

Hier muss schon die Planung berücksichtigen, wie z.B. durch die Anordnung der Schreibtische in Fensternähe und helle Farben die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Tageslicht über viele Stunden eines Arbeitstages hinweg ausreichend ist. Ebenfalls muss schon eine Planung aufzeigen, wie Abfall richtig getrennt und von den Reinigungskräften effizient entsorgt werden kann.

Rechtliche Rahmenbedingungen beachten

Selbstverständlich sind auch Bürobereiche keine rechtsfreien Räume. Wie in anderen Bereichen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes regeln Gesetze und Verordnungen den Umweltschutz im Büro. Beispiele dafür sind das Baurecht, die Arbeitsstättenverordnung und berufsgenossenschaftliche Regelungen sowie (bei der grundsätzlichen Gestaltung der Arbeit und der Arbeitsplätze) die Betriebssicherheitsverordnung.

Damit diese rechtlichen Rahmenbedingungen auch beachtet werden, macht es häufig Sinn, die Funktion der Fachkraft für Arbeitssicherheit mit der des Umweltbeauftragten und des Abfallbeauftragten zu koppeln. Damit ist auch bei der inhaltlichen Arbeit eine ganzheitliche Betrachtung möglich. Diese beinhaltet mindestens folgende Themen:

  • Belastungen der Raumluft
  • Ressourcenverbrauch
  • Energiebilanz
  • IT-Geräte
  • Abfallmanagement
  • Umweltgerechte Entsorgung elektronischer Geräte

Mitarbeiter für den Umweltschutz animieren

Viele Mitarbeiter sind heute aufgeschlossen, wenn es um Maßnahmen für mehr Umweltschutz geht. Wichtig ist aber, dass ein Unternehmen dies auch animiert und einen Geist des sorgsamen Umgangs mit der Umwelt vorlebt.

Animiert werden Mitarbeiter vor allem dadurch, dass man sie fragt, wie man den Umweltschutz im Büro verbessern könnte und entsprechende Ideen auch umsetzt.

Das Vorleben geschieht vor allem durch die Vermeidung von offensichtlicher Verschwendung (Pappbecher für den Kaffee-to-go) und im Arbeitsalltag merkbare Investitionen, zum Beispiel softwaregesteuerte Jalousien zur Beschattung von Fenstern, um die stromintensive Kühlung von Büroräumen zu reduzieren, oder Bewegungsmelder, die automatisch das Licht regulieren.

Tipp: das papierlose Büro

Ein Beispiel für eine ganzheitliche Betrachtung über den Umweltbereich hinaus ist das papierlose Büro, das Vorteile hinsichtlich der Kosten, der Effizienz und der Umwelt bringt. So  soll der Papierverbrauch so weit wie möglich reduziert werden. Wo dies nicht möglich ist, soll Recycling-Papier verwendet und nach Nutzung wieder dem Recyclingprozess zugeführt werden. Informationen dazu bietet die Initiative Pro Recyclingpapier.

Autor: Susanne Steiger