11.08.2017

Wie eine Verbesserung der energiebezogenen Leistung nachweisen?

Diese Frage wird immer wichtiger, müssen doch akkreditierte Zertifizierungsstellen bis spätestens Oktober 2017 die Anforderungen und Vorgaben der ISO 50003 umsetzen. Damit müssen sie bei der Zertifizierung auch prüfen, ob sich die energiebezogene Leistung verbessert hat. Der Beitrag fasst verschiedene Möglichkeiten zusammen.

verbesserung der energiebezogenen leistung

Ohne den Nachweis, dass sich die energiebezogene Leistung verbessert hat, lässt sich eine Zertifizierung nach ISO 50001 bald nicht mehr aufrechterhalten. Der Versuch, eine solche Verbesserung erst zu messen, dann zu analysieren und schließlich zu dokumentieren lässt einen zunächst vor dem sperrigen Begriff innehalten: Verbesserung der energiebezogenen Leistung – was genau ist damit gemeint?

„Messbare Ergebnisse bezüglich Energieeffizienz, Energieeinsatz und Energieverbrauch“

So definiert die ISO 50001 die energiebezogene Leistung. Das bedeutet:

  • Energieeffizienz: Die quantitative Beziehung zwischen Energieeinsatz und Ertrag verbessert sich.
  • Energieeinsatz: Art und Weise, wie ein Unternehmen seine bezogene Energie nutzt, „verbessert“ sich.
  • Energieverbrauch: die Menge der eingesetzten Energie reduziert sich. Ein geringerer absoluter Energieverbrauch kann wirtschaftlichen Zielen allerdings schnell widersprechen.

Von diesen drei Bereichen spielt die Energieeffizienz in der Praxis wohl die größte Rolle. Sie steht bei den folgenden Ausführungen deshalb im Fokus. Nichtsdestotrotz können auch Änderungen in der Art und Weise, wie ein Unternehmen seine Energie nutzt, praktische Relevanz haben: Denkbar ist beispielsweise, dass Unternehmen auf erneuerbare Energien zurückgreifen oder für die jeweilige Aufgabe einen Energieträger finden, der weniger Umwandlungsverluste aufweist als der bisherige (z.B. Ersatz der Öl- durch eine Gasheizung).

Top-Down oder Bottom-up?

Es gibt nicht den einen, den richtigen Weg, um eine Verbesserung der energiebezogenen Leistung nachzuweisen. Ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis bietet die sogenannte „Bottom-up-Methode“ die die ISO 50047 (Energieeinsparungen – Bestimmung von Energieeinsparungen in Organisationen) näher beschreibt. Sie stellt „Bottom-up“ einem alternativen Weg gegenüber: „Top-down“.

Der Bottom-up-Ansatz betrachtet konkrete Bereiche und versucht den Nachweis zu erbringen, dass diese energieeffizienter geworden sind. Das wird schon allein durch die Menge an Projekten und Bereichen, in die sich ein Unternehmen untergliedert, wahrscheinlicher. Die Kennzahlen sind eng gefasst und erlauben es, die Energieeffizienz einzelner Anlagen, Maschinen oder Projekte zu beurteilen.

Der Top-down-Ansatz betrachtet übergeordnete Energieleistungskennzahlen, z.B. den Energieeinsatz pro Produktionsmenge für das gesamte Unternehmen.

Die Verbesserung der energiebezogenen Leistung rechnerisch erfassen

Weder „Bottom-up“ noch „Top-down“ befreien von der Mathematik. Die ISO 50006 geht auf drei unterschiedliche Berechnungsmethoden ein, mit denen Unternehmen untersuchen können, ob und wie sehr sich die Energieeffizienz im zeitlichen Verlauf verbessert hat:

Ansatz Nr. 1: einfache Subtraktion. Sie bilden die Differenz zwischen der Energiekennzahl des Berichtszeitraums und der des Bezugszeitraums.

Beispiel: Eine Maschine verbraucht in 2016 250 kWh und im Jahr 2017 220 kWh Strom pro Tonne des Produkts. 220 – 250 = –30 kWh Strom pro t Produkt

Ansatz Nr. 2: Dieser Wert lässt sich natürlich auch als ein Prozentwert beschreiben.

((220 – 250)/250)*100 = –12 % kWh Strom pro t Produkt

Ansatz Nr. 3: Sie bilden das aktuelle Verhältnis zwischen dem Wert im Berichtszeitraum und dem Wert des Bezugszeitraums ab.

220/250 = 0,88

Egal ob Subtraktion, Prozentwert oder Verhältnis – die einzelnen Werte, die sich so im zeitlichen Verlauf ansammeln, lassen sich in Diagrammen veranschaulichen. Dort zeigen sie idealerweise einen eindeutigen Trend hin zu mehr Energieeffizienz.

Autor: WEKA Fachredaktion