20.02.2015

Normenfamilie DIN EN 16247

Wie ist die derzeitige DIN EN 16247 aufgebaut? Welche Anforderungen stellt sie? Und was wird sich in nächster Zeit bei dieser Norm verändern?

Normenfamilie der DIN EN 16247

Norm zum Teil noch in Bearbeitung

Die DIN EN 16247 unterteilt sich in fünf Normteile. Im Teil 1 „Allgemeine Anforderungen“ werden allgemeine Anforderungen und der organisatorische Rahmen eines Energieaudits beschrieben. Der Teil 2 „Gebäude“ fokussiert und enthält ergänzende Angaben zum Gebäudebereich, der Teil 3 „Prozesse“ erfüllt dies entsprechend für den Prozessbereich und Teil 4 „Transport“ für den Transportbereich. Im Teil 5 wird auf die Kompetenz von Energieauditoren eingegangen.

Die DIN EN 16247-1 ist seit Oktober 2012 über den „Beuth Verlag“ als Endversion erhältlich: www.beuth.de/norm

Das zuständige deutsche Gremium ist der DIN Arbeitsausschuss NA 172-00-09 AA für „Energieeffizienz und Energiemanagement“, ein Untergremium des „Normenausschuss Grundlagen des Umweltschutzes“, kurz „NAGUS“.

Die übrigen Teile der DIN EN 16247 werden noch erarbeitet. Erhältlich sind diese dennoch in einer Norm-Entwurfsfassung, gekennzeichnet mit dem Kürzel „pr“ als prEN 16247-2 bis prEN 16247-5.

In welcher Form die weiteren Teile der DIN EN 16247 eine verbindliche Bedeutung für Unternehmen erhalten werden, steht noch nicht fest. In Anbetracht der Vielfalt unterschiedlicher Dienstleistungsangebote im Zusammenhang mit Energieeffizienzuntersuchungen erscheint es jedoch wahrscheinlich, dass Teil 5 eine Bedeutung für künftige nationale Qualifikationsprogramme für Energieauditoren haben wird.

Anforderungen nicht einheitlich

Derzeit bestehen zwar klare Anforderungen an Auditoren der akkreditierten Zertifizierungsstellen, die die Abnahme und Testierung von Energieaudits vornehmen und dem Unternehmen damit die benötigten Antragsvoraussetzungen für den „Spitzenausgleich“ bescheinigen (geregelt durch die „71 SD 6 046“ der Deutschen Akkreditierungsstelle „DAkkS“, jedoch bestehen keine verbindlichen Vorgaben für die Energieauditoren, die entsprechende energetische Untersuchungen, sprich das eigentliche Energieaudit, durchführen. Diese Personengruppe wird umgangssprachlich oft als „Energieberater/innen“ bezeichnet – hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine geschützte Berufsbezeichnung.

Klare Anforderungen an diese Personengruppe stellen derzeit nur einzelne Förderprogramme. Eines der bekanntesten Programme ist die „Energieberatung Mittelstand“ der KfW-Bank. Das Programm ist speziell auf KMU-Betriebe ausgerichtet und fordert vom durchführenden Energieberater ein klares Qualifikationsprofil. Energieberater müssen durch den Fördergeber freigeschaltet und in einer Datenbank gelistet sein.

Die DIN EN 16247-5 kann eventuell künftig eine einheitliche Orientierung für die Qualifikation von Energieauditoren geben.

 

Autor: Matthias Lisson