14.07.2020

Normenreihe DIN EN 16247: Diese Normen sollten Sie kennen

Seit dem 01.01.2013 sind kleine und mittlere Unternehmen des produzierenden Gewerbes verpflichtet, ein jährliches Energieaudit nach DIN EN 16247-1 durchzuführen, wenn sie staatliche Vergünstigungen im Rahmen des Spitzenausgleichs erhalten möchten. Die DIN EN 16247 definiert die Merkmale eines Energieaudits und legt die Anforderungen und entsprechenden Pflichten innerhalb des Auditprozesses fest. Lesen Sie, welche Teile zur DIN EN 16247 gehören und welche Inhalte sie jeweils behandeln.

Normenfamilie der DIN EN 16247

Die DIN EN 16247 definiert die Merkmale eines Energieaudits von guter Qualität. Sie untergliedert sich dabei in fünf Normteile. Teil 1 „Allgemeine Anforderungen“ wurde im Oktober 2012 als DIN-Norm DIN EN 16247-1 veröffentlicht. Seit 2014 sind alle fünf Teile veröffentlicht. Diese sind:

DIN EN 16247 – Teil 1 „Allgemeine Anforderungen“

Dieser Teil beschreibt allgemeine Anforderungen und den organisatorische Rahmen eines Energieaudits. Er geht z.B. auf wesentliche Begriffe ein und stellt fest, welchen Ansprüchen ein Energieaudit genügen muss. Das Energieaudit muss angemessen, vollständig und repräsentativ sein. Es muss darüber hinaus eine Analyse der Wirtschaftlichkeit der Möglichkeiten zur Energieeinsparung beinhalten und die Ergebnisse müssen verifizierbar sein.

Teil 2 „Gebäude“

Dieser Teil fokussiert und enthält ergänzende Angaben zum Gebäudebereich. Demnach beinhaltet der Begriff des Gebäudes nicht nur das Bauwerk selbst. Er umfasst auch die Technik im Gebäude, mit der das räumliche Klima kontrolliert und gesteuert wird, z.B. Heizung oder Lüftung, die Technik, mit der warmes Trinkwasser bereitgestellt wird oder die Beleuchtung.

Teil 3 „Prozesse“

Teil 3 der DIN EN 16247 gilt für Standorte, in denen Prozesse den Energieverbrauch wesentlich verursachen. Er unterteilt Prozesse in Produktionsprozesse, Betriebsmittelprozesse und andere Prozesse sowie deren jeweilige Maßnahmen und Abläufe.

Teil 4 „Transport“

Teil 4 betrachtet schließlich Verfahren zur Optimierung der Energienutzung von Transportarten. Teil 4 ist anwendbar auf verschiedene Arten des Transports (Straße, Schiene, Seetransport, Lufttransport) sowie auf verschiedene Entfernungsbereiche (Kurz- und Langstrecke) und auf das transportierte Gut (grundsätzlich Fracht und Passagiere).

Teil 5 “ Kompetenz von Energieauditoren

Im letzten Teil der Normenfamilie wird auf die Kompetenz von Energieauditoren eingegangen. Teil 5 kann eine einheitliche Orientierung für die Qualifikation und die geforderte Weiterentwicklung von Energieauditoren geben. Er weicht im Aufbau von den übrigen Teilen nahezu vollständig ab und konzentriert sich vollends auf die Qualifikation des Energieauditors (welche zusammengefasst in den übrigen Normen stets Bestandteil des Kapitels 4 ist). Detailliert geht die Norm auf das Wissen und die Fähigkeiten des Energieauditors ein, auf die Verbesserungen der Kompetenz des Energieauditors sowie dessen Ausbildung.

Gut zu wissen: Das zuständige Gremium für die EIN EN 16247

Das zuständige deutsche Gremium für die DIN EN 16247 ist der DIN Arbeitsausschuss NA 172-00-09 AA für „Energieeffizienz und Energiemanagement“, ein Untergremium des „Normenausschuss Grundlagen des Umweltschutzes“, kurz „NAGUS“.

Autor*in: Matthias Lisson