23.05.2017

Integration von Energiemanagementsystemen in andere Managementsysteme

Die Integration von Energiemanagementsystemen (EnMS) in bereits vorhandene Managementsysteme soll mit der anstehenden Revision der DIN EN ISO 50001 leichter werden. In diesem Beitrag erläutern wir, welche Vorteile sich aus einer solchen Managementsystem-Integration ziehen lassen und geben Tipps zur Umsetzung.

Integration von Energiemanagementsystemen

Mehr Effizienz durch Synergieeffekte – das mag ausgelutscht klingen, kommt aber bei der Integration von Energiemanagementsystemen in andere Managementsysteme voll zum Tragen. Wenn Sie beispielsweise Ihr Energie- und Ihr Umweltmanagementsystem voneinander isolieren, brauchen sie für jedes eine eigene Struktur. Dokumentationen, Termine für Audits oder Ablageorte für die jeweiligen ausformulierten Ziele – vieles gibt es doppelt. Das ist im besten Fall ineffizient, im schlimmsten Fall behindern sich die einzelnen Verantwortlichen mit ihren Anstrengungen gegenseitig.

Ein weiterer Vorteil der Integration in bestehende Systeme: Sie nutzen vorhandene Prozesse und Mittel, sodass Mitarbeiter oder die Geschäftsführung die Erfüllung der neuen (zusätzlichen) Anforderungen als weniger hemmend empfinden, als wenn Sie ein paralleles System mit eigenen Prozessen und Anforderungen aufbauen.

Tipps für die Integration von Energiemanagementsystemen

Gesamtverantwortlichen benennen

Je nach Größe des Unternehmens bietet es sich an, einen Gesamtverantwortlichen für alle Managementsysteme zu bestimmen. Dieser kennt sich vielleicht in Detailfragen zum Druckluftnetz weniger gut aus. Aber er weiß über die Ziele, Termine oder Synergien Bescheid, koordiniert die Management-Mitarbeiter seiner einzelnen Sachgebiete und argumentiert gegenüber dem Top-Management. Kurz: Bei ihm laufen alle Fäden zusammen.

Gleiche Standards definieren

Nicht jede Norm stellt die gleichen Anforderungen an Dokumente und Dokumentationen. Achten Sie darauf, dass Sie auch bei der Einführung eines neuen Systems, das niedrige Anforderungen stellt, immer noch die ggf. höheren Maßstäbe an ihre bestehenden Systeme anlegen. Wenn Sie Systeme miteinander kombinieren, gilt idealerweise der gleiche (höhere) Standard für alle Dokumente und Dokumentationen.

Synergieeffekte nutzen – Beispiel Umweltmanagementsysteme

Umwelt- und Energiethemen überschneiden sich zum Teil. Wenig überraschend also, dass sich Umwelt- und Energiemanagementsysteme bereits heute leicht miteinander verbinden lassen.

  • Die Dokumentationspflichten bei EMAS, ISO 14001 und ISO 50001 stimmen z.B. überein.
  • Bei den strategischen und operativen Energiezielen können Sie auf die Umweltziele nach ISO 14001 zurückgreifen. Diese müssen sich dann nur zusätzlich auf eine Verbesserung der energiebezogenen Leistung beziehen. Dokumentieren und aktualisieren Sie außerdem regelmäßig Ihre Energieziele und Programme.
  • Auch die Anforderungen an die interne Auditierung gleichen sich. EMAS-Unternehmen erfüllen hier alle Anforderungen der DIN ISO 50001. Orientieren sich Unternehmen an der ISO 140001, müssen sie sicherstellen, dass ein Ablauf- und Zeitplan unter Berücksichtigung der Ergebnisse früherer Audits erstellt wird.

Einen detaillierten Vergleich der unterschiedlichen Anforderungen von EMAS, ISO 14001 und ISO 50001 finden Sie in diesem Dokument des Umweltbundesamts (ab S. 20 und ab S.87).

Diese Handlungshilfe „Integriertes Energiemanagement“, die die Sächsischen Energieagentur SAENA zusammen mit der Hochschule Zittau/Görtlitz erarbeitet hat, erläutert die Integration eines Energiemanagementsystems in die bestehenden Strukturen eines Qualitätsmanagementsystems.

Autor: Elisabeth Rowley