Fachbeitrag | Energieaudit
26.05.2016

Energieaudits nach DIN EN 16247 und BAFA Stichprobenkontrollen

Am 22. April 2015 trat das novellierte Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) in Kraft. Seitdem müssen Unternehmen, die nach EU-Definition nicht zu den kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU) zählen, regelmäßig Energieaudits abhalten. Bei Unterlassung drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 50.000 Euro. Lesen Sie, welche Anforderungen ein solches Audit erfüllen muss und wie die Auditpflicht kontrolliert wird.

BAFA Stichprobenkontrollen© milindri /​ Thinkstock

Nach Inkrafttreten des EDL-Gesetzes mussten alle Nicht-KMU erstmals bis zum 5. Dezember 2015 ein Energieaudit nach DIN EN 16247 durchführen. Das kommt nun alle vier Jahre wieder auf sie zu. Befreit von dieser Pflicht sind lediglich Unternehmen, die bereits ein Energiemanagementsystem (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 oder ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem implementiert haben.

Qualität und Ablauf der Audits nach DIN EN 16247

Mit dem Begriff „Qualität“ definiert die DIN EN 16247 die Eigenschaften des Auditprozesses: Er soll „angemessen“, „vollständig“, „repräsentativ“, „rückverfolgbar“, „zweckdienlich“ und „verifizierbar“ sein.

Auch die durchzuführenden Prozessschritte des Energieaudits sind in der DIN EN 16247 festgelegt. Es handelt sich um sieben Abschnitte, die zwar chronologisch dargestellt sind, jedoch auch wiederholt und/oder parallel umgesetzt werden können. Es sind dies: der einleitende Kontakt, die Auftaktbesprechung, die Datenerfassung, der Außeneinsatz, die Analyse, der Abschlussbericht und die Abschlussbesprechung. Mehr zum Ablauf eines Energieaudits finden Sie hier.

Was leisten die Auditoren?

Um die Einhaltung der geforderten Qualität und der sieben Prozessschritte zu gewährleisten, müssen die Unternehmen auf fachkundige Auditoren zurückgreifen, die befugt sind, Audits nach dem EDL-G durchzuführen. Diese erfassen in einem ersten Schritt energierelevante Daten im Unternehmen und erstellen auf dieser Grundlage eine Analyse der energetischen Ist-Situation. Daraus leiten sie Energieeffizienzmaßnahmen ab und unterstützen das Unternehmen dabei, diese praktisch umzusetzen. Last, but not least erstellen sie einen Energieauditbericht nach DIN EN 16247, der u. a. dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als Hilfsmittel bei seinen Kontrollen dient.

Überwachung durch BAFA Stichprobenkontrollen

Dem BAFA nämlich obliegt es, die Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen Energieaudits zu überwachen. Unternehmen sind hierbei nicht verpflichtet, selbst aktiv zu werden und Nachweise an das BAFA zu senden. Wichtig ist aber, dass sie im Falle einer Stichprobe alle erforderlichen Unterlagen vorlegen können. Verstärkt seit März 2016 führt das BAFA Stichprobenkontrollen durch, tritt an einzelne Unternehmen heran und bittet sie um einen Nachweis über das durchgeführte Energieaudit. Sollten die Auflagen nicht erfüllt worden sein, drohen den betroffenen Unternehmen Geldbußen in Höhe von bis zu 50.000 Euro.

Dennoch sollten Nicht-KMU die Auditpflicht nicht in erster Linie vor dem Hintergrund drohender Sanktionen betrachten. Von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz profitiert schließlich nicht nur die Umwelt, sondern auch das Unternehmen selbst, das damit langfristig hohe Kosten einsparen kann.

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann

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