26.11.2019

Energieaudits: BAFA Stichprobenkontrollen durch Online-Meldung ergänzt

Die Änderung des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) hat Bundestag und Bundesrat passiert. Eine der wesentlichsten Neuerungen ist, dass die Stichprobenkontrollen durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ergänzt werden durch eine Meldepflicht: Unternehmen müssen dem BAFA aktiv wichtige Infos aus ihren Energieauditberichten zukommen lassen.

BAFA Stichprobenkontrollen

Die DIN EN 16247 definiert die Eigenschaften eines qualitativ guten Energieaudits und legt seine einzelnen Prozessschritte und deren jeweilige Anforderungen fest. Das BAFA prüft, ob die durchgeführten Energieaudits diese Anforderungen erfüllt – über Stichprobenkontrollen und jetzt neu über eine Online-Meldepflicht.

Qualität und Ablauf der Audits nach DIN EN 16247

Mit dem Begriff „Qualität“ definiert die DIN EN 16247 die Eigenschaften des Auditprozesses: Er soll „angemessen“, „vollständig“, „repräsentativ“, „rückverfolgbar“, „zweckdienlich“ und „verifizierbar“ sein.

Auch die durchzuführenden Prozessschritte des Energieaudits sind in der DIN EN 16247 festgelegt. Es handelt sich um sieben Abschnitte, die zwar chronologisch dargestellt sind, jedoch auch wiederholt und/oder parallel umgesetzt werden können. Es sind dies: der einleitende Kontakt, die Auftaktbesprechung, die Datenerfassung, der Außeneinsatz, die Analyse, der Abschlussbericht und die Abschlussbesprechung. Mehr zum Ablauf eines Energieaudits lesen Sie hier.

Was leisten die Auditoren?

Um die Einhaltung der geforderten Qualität und der sieben Prozessschritte zu gewährleisten, müssen die Unternehmen auf fachkundige Auditoren zurückgreifen, die befugt sind, Audits nach dem EDL-G durchzuführen.

Diese erfassen in einem ersten Schritt energierelevante Daten im Unternehmen und erstellen auf dieser Grundlage eine Analyse der energetischen Ist-Situation. Daraus leiten sie Energieeffizienzmaßnahmen ab und unterstützen das Unternehmen dabei, diese praktisch umzusetzen. Last, but not least erstellen sie einen Energieauditbericht nach DIN EN 16247, der u. a. für das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als Basis für seine Kontrollen dient.

EDL-G Stand 2015: Überwachung durch BAFA Stichprobenkontrollen

Dem BAFA obliegt es, die Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen Energieaudits zu überwachen. Unternehmen waren nach dem EDL-G 2015 nicht verpflichtet, selbst aktiv zu werden und Nachweise an das BAFA zu senden. Wichtig war, dass sie im Falle einer Stichprobe alle erforderlichen Unterlagen vorlegen können. Das BAFA trat an einzelne Unternehmen heran und bat sie um einen Nachweis über das durchgeführte Energieaudit.

EDL-G Stand 2019: Online-Energieauditerklärung an das BAFA

Der neue § 8c Abs. 1 des reformierten Energiedienstleistungsgesetzes sieht vor, dass energieauditpflichtige Unternehmen nun nach ihrem fertigen Energieaudit Basisdaten aus dem Energieauditbericht an das BAFA übermitteln müssen. Hierzu zählen Angaben zum Unternehmen, zum Energieauditor, zum Energieverbrauch, zu den vorgeschlagenen Energieeffizienz-Maßnahmen und den Kosten eines Energieaudits.

Diese Meldung muss spätestens zwei Monate nach Fertigstellung des Audits an das BAFA über eine Onlinemaske erfolgen. Für Unternehmen, die ihr Energieaudit zwischen Inkrafttreten der Gesetzesänderung vom 25.11.2019 und dem 31.12.2019 erbringen, gilt eine Übergangsfrist für die Abgabe der Meldung bis zum 31.03.2020.

Diese Online-Erklärung kann auch durch einen dazu bevollmächtigten Energieauditor im Namen des betroffenen Unternehmens abgegeben werden.

Neben den aktiven Meldepflichten wird das BAFA jedoch auch weiterhin Stichproben durchführen, um die Einhaltung der Verpflichtungen zu kontrollieren.

Unternehmen, die unter der Bagatellgrenze von 500.000 kWh pro Jahr liegen, müssen spätestens zwei Monate, nachdem sie ein Energieaudit hätten durchführen müssen, Angaben zu ihrem Unternehmen und ihrem Energieverbrauch an das BAFA melden ebenfalls über eine Online-Erklärung.

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann