Expertentipp | Energieaudit
24.03.2015

Energieaudit nach EDL-G betrifft weit mehr Unternehmen als angenommen

Mit der Novellierung des deutschen Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) werden Unternehmen bald zu Energieaudits verpflichtet. Was im ersten Moment als einfache Thematik erscheint, entpuppt sich als weitaus komplizierter als zunächst angenommen.

Energieaudit nach EDL-G© shironosov /​ Thinkstock

Novelle des EDL-G

Mit der Novellierung des deutschen Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) werden Unternehmen bereits ab Mai 2015 zu Energieaudits verpflichtet. Betroffen davon sind zwar nur Betriebe, die nicht zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) nach EU-Definition zählen. Diese legt auch klare Schwellenwerte hinsichtlich Mitarbeiterzahl, Umsatz oder Bilanzsumme fest. Doch so manches Unternehmen nimmt verwundert zur Kenntnis, dass der KMU-Status bei ihm gar nicht greift. Wer es genau wissen will, findet unter www.der-energiebeauftragte.de fundierte Informationen.

Nicht so einfach wie es scheint

Auf den ersten Blick scheint alles ganz einfach zu sein. Die am 5. Februar 2015 vom Bundes­ka­bi­nett beschlossene Änderung des BMWI zur Teilumsetzung der Energieeffizienz­richtlinie tritt bereits Anfang Mai in Kraft. Wesentlicher Inhalt der Novelle: künftig sind Betriebe zur periodischen Durchführung eines Energieaudit gemäß DIN EN 16247-1 verpflichtet. Als Termin für die späteste abgeschlossene Durchführung des ersten Audits ist der 5.12.2015 im Gespräch. Alle kleinen und mittelständischen Unternehmen, und das wäre die gute Nachricht, sind von dieser Pflicht befreit.

Mehr Firmen betroffen als vermutet

Viele Unternehmen sind sich auch sicher, den KMU-Status zu besitzen und damit nicht unter das „Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G)“ zu fallen. Doch nicht wenige freuen sich womöglich zu früh. Denn es gilt die KMU-Definition der EU (Empfehlung 2003/361/EG). Werden demnach mindestens 250 Mitarbeiter beschäftigt, übersteigt der Jahresumsatz 50 Mio. Euro oder die Jahresbilanzsumme 43 Mio. Euro, gilt das Unternehmen nicht als KMU und unterliegt sehr wohl einer Auditpflicht. Zudem werden den eigenen Daten möglicher­weise anteilige oder sogar alle Werte von verbundenen oder Partnerunternehmen hinzugerechnet.

So einfach wie es scheint, ist für Verantwortliche die konkrete Einordnung ihres Unternehmens dann also nicht. Doch das Fachportal www.der-energiebeauftragte.de bietet entsprechende Hilfestellung. Hier finden Interessierte zudem alle wesentlichen Fakten zum neuen Gesetz und sogar konkrete Umsetzungshilfen als kostenlose Downloads.

 

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Autor: WEKA Redaktion 

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