Fachbeitrag | Information
21.12.2015

Der Newsletter – Zukunft oder Pleite?

Ich öffne jeden Morgen mein elektronisches Postfach und habe dann mindestens einen Newsletter erhalten. Egal ob Politik, NGO oder Verein: Newsletter sind beliebt. Doch wie können sie sich in Zeiten von WhatsApp & Co. behaupten? Haben Newsletter eine Zukunft, oder gehen sie in die Pleite? Lesen Sie dazu mehr hier.

Icons mit Telefon© ElenaLux /​ iStock /​ Thinkstock

Die Junge Union in Rheinland-Pfalz macht es vor: Im Zuge ihrer Vorwahlkampagne begrüßt sie jedes Neumitglied per WhatsApp mit einem Video. Die Nutzer können dieses Video dann weiterleiten und mit ihren Freunden teilen. Das sichert ein hohes Maß an Verbreitung und damit auch Wahrnehmung. Die Junge Union signalisiert damit: Wir sind am Puls der Zeit. Doch können auch Kommunen und Bürgermeister diese Technologie nutzen und damit den klassischen Newsletter überflüssig machen? Ja und nein – sie müssen lediglich einige Dinge abwägen.

WhatsApp – Funktion

WhatsApp ist ein sogenannter Instant-Messenger-Dienst. Das heißt, dass Nachrichten, die versendet werden, sofort beim Adressaten ankommen. Der Absender erhält sogar per Symbol einen Hinweis darauf, dass die Nachricht gelesen wurde – was zu einigem Unmut führte. Täglich nutzen circa 35 Millionen Deutsche diesen Dienst – ein hohes Potenzial. Der Vorteil der kostenlosen App liegen auf der Hand: Sender und Empfänger können direkt miteinander kommunizieren, Nachrichten können, im Gegensatz zum Newsletter, direkt ausgetauscht werden. Das ist ein großer Vorteil. Die „Generation mobil“ erhält damit auf sie zugeschnittene Inhalte. Doch wird damit der klassische Newsletter zur Antiquität? Mitnichten!

Gewerbliche Nutzung untersagt

WhatsApp untersagt in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausdrücklich die kommerzielle Nutzung. Das ist ein Nachteil für viele Unternehmen. Zudem ist die Reichweite der Nachrichten auf 256 beschränkt, was eine weitere Verbreitung erschwert. Das Versenden von mehr Nachrichten wird daher zu einer wirklichen Fleißaufgabe, die viele Organisationen überfordert. Zudem haben WhatsApps den Nachteil, dass sie in der Regel auch auf Webadressen verlinken müssen, um tiefer gehende Inhalte zu erläutern. Zwar sind die Nachrichten „näher am User“, doch in der Regel lediglich nichts anderes als verkürzte Newsletter. Sie sehen also: Nutzen Sie WhatsApp nicht als Plattform für Ihre Newsletter, sondern als ergänzendes Instrument zur direkten Kommunikation mit Ihren Wählern. Johannes Kahrs aus Hamburg macht es vor: Er veröffentlichte 2013 bereits seine WhatsApp-Telefonnummer auf seinen Wahlplakaten und ermöglichte den Wählern die Möglichkeit, unmittelbar mit ihm in Kontakt zu treten.

Vertrauen Sie also weiterhin dem Newsletter und nutzen Sie Instant-Messenger-Dienste am besten zur direkten Kommunikation mit Ihren Wählern.

Quelle: Fuchs, Martin: „Hat der Newsletter eine Zukunft“. Politik & Kommunikation IV/2015.

Autor: Benjamin Heimerl (Benjamin Heimerl ist Wahlkampfberater und Autor von „Praktische Redenbausteine für Bürgermeister“.)

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