04.05.2022

Das sind die 5 häufigsten Brandursachen in Betrieben

In den meisten Betrieben wird ein erheblicher Aufwand betrieben, um die gesetzlichen Brandschutzauflagen zu erfüllen und Personen, die sich in den Gebäuden und im Umfeld aufhalten, zu schützen. Doch wirksamer Brandschutz arbeitet präventiv und bekämpft ausbrechende Brände dann, wenn sie noch gar nicht entstanden sind. Prüfen Sie deshalb, wie Sie Brandursachen vorbeugend entschärfen können.

Mikrowelle brennt

Erstaunlicherweise gibt es keine bundesweite zuverlässige Statistik zu den Ursachen von Bränden in Unternehmen. Aus der nicht repräsentativen Statistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (www.ifs-ev.org) lassen sich aber die fünf häufigsten Brandursachen feststellen, die betriebliche Akteure des Brandschutzes im Auge behalten sollten. Führen Sie dazu eine Begehung durch und stellen Sie fest, wo Sie präventiv tätig werden können.

1. Elektrobrände sind die häufigste Brandursache

Es passiert unerwartet und bleibt oft lange unerkannt: Elektrobrände als häufigste Brandursache haben häufig einen langen Vorlauf. Wenn der Brand in selten frequentierten Räumen oder nach Feierabend entsteht, wird er erst entdeckt, wenn er bereits großen Schaden angerichtet hat. Anders als bei brandgefährlichen Arbeiten wie z.B. Schweißarbeiten rechnet niemand mit einem Elektrobrand – umso größer ist die Gefährdung der Beschäftigten.

Präventiv können Sie bei Ihrem Rundgang prüfen, ob mehrere Elektrogeräte an einer Mehrfachsteckdose (oder noch gefährlicher: mehrere Mehrfachsteckdosen an einer Steckdose) angeschlossen sind. Vor allem in Teeküchen, in denen viele Beschäftigte eigene Elektrogeräte mitbringen, kann dies der Fall sein.

In Bereichen der Produktion sollten Elektrobrände z.B. durch Überlastung und Kurzschluss (Überstrom) in Verbindung mit einem nicht ausreichenden Leitungsquerschnitt vermieden werden.

Wichtig sind auch immer die Umgebungsbedingungen: Werden elektrische Geräte in feuchter Umgebung betrieben, sollte verstärkt auf eine Stromkreisabsicherung geachtet werden. Brandlasten sind so weit wie möglich von elektrischen Geräten und Kabeln (Kabelbrand) fernzuhalten und schnellstmöglich zu entsorgen. Werden Räume selten frequentiert, ist sicherzustellen, dass dort befindliche Elektrogeräte nur unter Aufsicht an den Stromkreislauf angeschlossen und dieser anschließend zuverlässig unterbrochen wird.

Kabelbrand an kaputtem Kabel
Von kaputten Kabeln geht ein erhebliches Brandrisiko aus.

2. Menschliches Fehlverhalten ist Nummer zwei der häufigsten Brandursachen

Die zweithäufigste Brandursache sind wir Menschen selbst. Brennende Kerzen, die vergessen werden, der Topf auf dem Herd, Rauchen in Innenräumen – menschliches Fehlverhalten ist für viele Brände im betrieblichen und privaten Kontext verantwortlich. Denn gerade dort, wo mehrere Menschen zusammenkommen, ist der Verantwortungsbereich für offene Feuerquellen häufig nicht klar abgesteckt.

Dem kann aber mit einfachen Tipps entgegengewirkt werden. Ein Rauchverbot in Innenbereichen oder die Verwendung von LED-Kerzen, besonders in Gesellschaft von Kindern und Haustieren, können beispielsweise das Brandrisiko senken.

Grundsätzlich sollte der Umgang mit offenem Feuer untersagt bzw. nur nach Genehmigung des Brandschutzbeauftragten oder anderer Verantwortlicher erlaubt werden. Insbesondere wo Alkohol z.B. im Rahmen von Events getrunken wird, sollte mit gefährlichem und leichtsinnigem Verhalten gerechnet und die Aufsicht verstärkt werden.

Ein besonderes Augenmerk sollte der Brandschutz auch auf junge Beschäftigte haben, da diese sich durch ein überdurchschnittlich riskantes Verhalten auszeichnen. Wichtig sind Unterweisungen von Beschäftigten der Fremdunternehmen, die auf dem Betriebsgelände oder in den Betriebsgebäuden brandgefährliche Arbeiten durchführen. Die Gefahr besteht darin, da sie die besonderen betrieblichen Gegebenheiten nicht kennen und unter Umständen Gefahren nicht richtig einschätzen können.

3. Dritthäufigste Brandursache: Brandstiftung

Über 20.000 Brandstiftungsdelikte auf Wohnhäuser, Betriebe oder öffentlichen Anlagen wurden im vergangenen Jahr von der Polizei erfasst. Da man sich im Voraus nicht auf Brandstiftung vorbereiten kann, ist eine gute Brandschutzausrüstung bei dieser Brandursache leider der einzige Tipp. Denn wird der Brand frühzeitig entdeckt, können Entstehungsbrände eventuell gelöscht werden oder die Feuerwehr kann Schlimmeres verhindern.

4. Vorsicht vor Überhitzung

Es kommt zu einer Überhitzung, wenn sich das Material eines Gegenstands über den vorgesehenen Temperaturbereich erhitzt. Ein klassisches Szenario für die Überhitzung ist beispielsweise der Plastikpfannenwender auf der heißen Herdplatte. Wenn sich die Gegenstände durch die Wärmebelastung bis zur Zündtemperatur aufheizen, kann ein Brand entstehen.

Um Brände durch Überhitzung zu vermeiden, ist es sinnvoll, leicht entzündliche Materialien wie Textilien oder Holz vor großer Hitze zu schützen. Dabei wird häufig an offensichtliche Hitzequellen wie den Herd, Ofen, Kamin oder Kerzen gedacht. Doch auch Lampen oder Heizungen können sich stark erhitzen und Materialien aus der direkten Umgebung entzünden.

5. Feuergefährliche Arbeiten

Schweißen, Trennschleifen und Löten fallen unter feuergefährliche Arbeiten. Solche Arbeiten findet man häufig in Betrieben mit geschultem Personal. Und auch im privaten Kontext sollten diese Aufgaben lieber an eine Fachkraft übergeben werden, da es durch den Funkenflug schnell zum Brand kommen kann. Deswegen sollten bestimmte Vorgaben zum Brand- und Arbeitsschutz unbedingt eingehalten werden!

Brandursachen generell: 5 Kategorien werden unterschieden

Generell wird zwischen folgenden Brandursachen unterschieden:

  • natürliche Ursachen
  • durch Tiere ausgelöste Brände
  • Selbstentzündung von Materialien
  • technische Brandursachen
  • Brandstiftung

Diese Einteilung in fünf Gruppen ist als grobe Aufteilung anzusehen. Generell gilt, dass sich die fünf Gruppen nicht trennscharf zueinander verhalten, sondern auch Überschneidungen aufweisen können.

Eine natürliche Brandursache kann beispielsweise in Form einer witterungsbedingten Situation oder eines seismischen Ereignisses entstehen. Bei der Brandstiftung als Ursache wird zwischen fahrlässig und vorsätzlich differenziert.

Autor*in: Martin Buttenmüller (Martin Buttenmüller ist Autor und Chefredakteur des Fachmagazins Arbeitsschutz-Profi AKTUELL)