Transformation der Arbeitswelt durch KI-Agenten
Künstliche Intelligenz bestimmt mehr und mehr unser Arbeitsleben. Eine weitere Stufe erfolgt momentan mit der Einführung von KI-Agenten. Sie läutet eine neue Ära der Arbeitswelt ein. Technologie ist nicht mehr nur ein Werkzeug, sondern wird zum aktiven Teammitglied.
Zuletzt aktualisiert am: 6. Februar 2026

Eine aktuelle Studie bestätigt dies und zeigt, wie diese Transformation immer mehr Dienststellen und Unternehmen herausfordert. Die aktuelle Studie der Boston Consulting Group und der MIT Sloan Management Review verdeutlicht, in welchem Umbruch wir derzeit stecken. Während wir bis vor Kurzem eine klare Aufgabenverteilung in Unternehmen hatten – Menschen treffen Entscheidungen und setzen diese um, Technologie unterstützt sie dabei –, wird dies gerade massiv herausgefordert. In der weltweiten Befragung unter mehr als 2.000 Führungskräften wurde deutlich, dass „agentische KI“, also Systeme, die selbst planen, handeln und lernen, die Grenzen zwischen Mitarbeitenden und Tools zunehmend auflöst. Bereits heute betrachten etwa drei Viertel der Befragten (76 Prozent) solche Systeme eher als Kollegen statt als Werkzeug. Denn sie übernehmen diese Aufgaben, treffen Entscheidungen und lernen aus Erfahrung. Fähigkeiten, die bislang Menschen vorbehalten waren.
Grundlegender Wandel von Organisation und Führung
Insbesondere Führungskräfte stehen plötzlich vor neuen Herausforderungen und vor der Frage, wie sie eine Technologie führen sollen, die gleichzeitig Ressource und Teammitglied ist. Wer sich dieser neuen Situation nicht offen stellt, läuft Gefahr, abgehängt zu werden oder Potenziale zu verschenken. Die Technologie-Integration geht in großen Schritten voran, vielen Dienststellen mangelt es aber an einer klaren Strategie. KI-Lösungen werden eingeführt und genutzt, die Entscheidungs- und Führungsmodelle hinken allerdings hinterher. Es geht jetzt einerseits darum, die Chancen durch den Einsatz von KI-Agenten wahrzunehmen, andererseits aber darum, auch die neuen Herausforderungen in den Blick zu nehmen. Durch den richtigen Einsatz von KI-Agenten können Dienststellen mehr gewinnen als reine Effizienz. Agentische KI lernt mit jeder Anwendung hinzu und wird leistungsfähiger. Sie unterstützt nicht nur das Senken von Kosten, sondern liefert auch einen wichtigen Beitrag zu Kriterien wie Lernen, Anpassungsfähigkeit und Innovation.
Handlungsfelder für Unternehmen
Wichtig ist es, im Unternehmen oder der Dienststelle eine grundlegende Standortbestimmung vorzunehmen: Was soll durch den Einsatz agentischer KI optimiert werden? Effizienz, Innovationskraft, Wachstum – oder eine intelligente Kombination aus allem? Erst wenn diese Frage eindeutig beantwortet ist, lässt sich ein nachhaltiger Weg in die Zukunft definieren.
Aus dieser Perspektive ergeben sich folgende Handlungsfelder: Prozesse müssen konsequent neu konzipiert werden. Statt einzelne Aufgaben zu automatisieren, sollten Prozesse grundlegend neu gedacht werden, um die menschenähnliche Anpassungsfähigkeit agentischer KI zu integrieren. Dazu müssen neue Workflows entwickelt werden, die flexibel zwischen Effizienzoptimierung und innovativer Problemlösung wechseln können.
Agentische KI ist weder klassisches Werkzeug noch „digitaler Mitarbeiter“. Daher stoßen bestehende Steuerungs- und Kontrollstrukturen an ihre Grenzen. Erforderlich sind daher klare Leitlinien, zugleich aber auch flexible Entscheidungsbefugnisse je nach Anwendungsfall.
Zudem müssen neue Rollen für hybride Teams definiert werden. Wenn KI-Agenten zunehmend Arbeitsabläufe koordinieren, verändern sich auch die bestehenden Führungsmodelle. Klassische Führungsmodelle verändern sich und Hierarchien verlieren eher an Bedeutung. In der neuen Führungsrolle tritt Orchestrierung an die Stelle von Kontrolle.
Agentische KI entfaltet ihren Nutzen nur dann, wenn sie kontinuierlich weiterentwickelt wird. Organisationen, die ihre KI-Systeme sich selbst überlassen, riskieren fehlerhafte oder schwer steuerbare Ergebnisse. Entsprechend muss Weiterbildung offener gedacht werden: Mitarbeitende sollten nicht nur lernen, mit KI zu arbeiten, sondern auch, sie kritisch zu hinterfragen und gezielt zu steuern. In der Praxis findet dieser Wandel bereits vereinzelt statt, wie auch die Studie zeigt: Insgesamt 35 Prozent aller befragten Organisationen nutzen bereits agentische KI, weitere 44 Prozent planen die Einführung.