Fachbeitrag | Geschäftsführung Betriebsrat
02.06.2016

Führungskompetenz: Setzen Sie die richtigen Schwerpunkte

Ein Gremium zu leiten, Aufgaben zu delegieren und ganz unterschiedliche Charaktere ins Team zu integrieren – das haben Sie als Betriebsratsvorsitzender in der Regel nicht gelernt. Doch jedes Gremium braucht Führung. Eine effektive und erfolgreiche Arbeit setzt voraus, dass die Interessenvertretung auch professionell geführt wird.

Führungskompetenz Betriebsratsvorsitz© Jan Lassen /​ fotolia.com

Geschäftsführung Betriebsrat. Im Management Ihres Betriebs geht es schon lange um Führung und darum, wie Vorgesetzten richtige Führung lernen sowie stetig verbessern können. Für Betriebsratsvorsitzende jedoch ist das häufig ein weißer Fleck. Die Arbeitsbelastung ist hoch, alles geschieht unter Zeitdruck, und in tausend Sachfragen müssen sich die Interessenvertreter einarbeiten. Wenn Sie sich Zeit für das Thema Führungskompetenz nehmen, werden Sie langfristig davon profitieren: Ein gut geführtes Gremium mit motivierten Mitgliedern kann dem Vorsitzenden viel Arbeit abnehmen und ist insgesamt erfolgreicher. Wird der Führungskompetenz hingegen nicht so viel Beachtung geschenkt, entstehen Konflikte, deren Bewältigung extrem viele Ressourcen benötigt. Außerdem werden die anfallenden Aufgaben dann nicht so effizient erledigt.

Gefragt sind Alleskönner

Neben dem rechtlichen Wissen sollte sich der Betriebsratsvorsitzende umfangreiche weitere Kenntnisse aneignen. Im Grunde braucht ein moderner Vorsitzender echte Manager-Qualitäten. Er arbeitet eng mit den anderen Gremiumsmitgliedern zusammen und muss in diesem Zusammenhang – auch wenn er kein Vorgesetzter ist – Führungsaufgaben übernehmen.

Praxistipp

Ein Betriebsratsgremium ist dann am erfolgreichsten, wenn alle Mitglieder an einem Strang ziehen – im Sinne der Aufgabe. Das geht leichter, wenn sich die Interessenvertreter als Team verstehen. Dieses Verständnis muss dabei übrigens nicht vom Himmel fallen: Es kann durch eine sogenannte Teamentwicklung durchaus positiv beeinflusst werden. Dabei sollte jedes Mitglied ins Team einbezogen werden und sich dort wiederfinden.

Konflikte sind unvermeidlich

Auch unter Betriebsratsmitgliedern tauchen hin und wieder atmosphärische Störungen oder Meinungsverschiedenheiten auf. Hier kommt dem Vorsitzenden eine wichtige Rolle zu: Meist wird er es sein, der den Konflikt offen anspricht und eine Klärung als Streitschlichter oder Mediator versuchen wird. Konflikte bauen sich über Wochen oder sogar Monate auf. Und oft geht ab einem gewissen Zeitpunkt alles ganz schnell: Ein Tropfen bringt das Fass zum Überlaufen und die Auseinandersetzung eskaliert. Dann ist zunächst eine sorgfältige Analyse des Geschehens erforderlich.

Konfliktbewältigungsgespräche: Übung macht den Meister

Um das Führen von Konfliktbewältigungsgesprächen reißt sich in der Regel niemand. Da gibt es die Befürchtungen, in die Auseinandersetzung mit hineingezogen zu werden, einer Konfliktpartei unrecht zu tun und sehr viel Zeit investieren zu müssen. Diese Befürchtungen bestehen zu Recht. Es ist nicht angenehm, aber wie so viele Dinge im Leben ist auch das eine Frage der Übung.

Informieren Sie das gesamte Gremium

Um Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen, können Vorsitzende einiges tun. So lautet eine der wichtigsten Regeln: Informationen sind für alle da. In seltenen Fällen missbrauchen Vorsitzende Informationen, indem sie diese nur häppchenweise oder nur an bestimmte „Auserwählte“ weitergeben. Eine solche Zwei-Klassen-Gesellschaft kann das Klima im Betriebsrat nachhaltig vergiften. Zur Führungskompetenz des Betriebsratsvorsitzenden gehört es, solche Spielchen nicht mitzumachen, schließlich ist jedes Mitglied demokratisch legitimiert. Denn damit sind Konflikte vorprogrammiert. Das heißt:

– Informieren Sie alle Gremiumsmitgliedergleich(-zeitig), sodass sich alle ein Bild machen können.

– Sprechen Sie mit allen Kollegen bzw. schicken Sie Ihre E-Mails an alle.

Wie schätze ich einen Konflikt richtig ein? Checkliste hier als Download zur Erweiterung ihrer Führungskompetenz als BR-Vorsitzender.

 

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Autor: Silke Rohde 

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