Anlass für Teilzeitarbeit
Anlass für Teilzeitarbeit sind in vielen Fällen Betreuungspflichten – nicht nur für Kinder, sondern auch für Angehörige generell, wie Eltern beispielsweise. Dies ist besonders bei Frauen ein wichtiges Motiv für Teilzeitarbeit, bei Männern ist es überwiegend die Aus- und Weiterbildung.
Zuletzt aktualisiert am: 6. Februar 2026

Wer wegen Betreuungspflichten seine Arbeitszeit reduziert, unternimmt dies mehrheitlich auf eigenen Wunsch. Die Gründe für eine Teilzeittätigkeit sind vielfältig und können bei Frauen und Männern unterschiedlich stark zum Tragen kommen. Am häufigsten gaben Teilzeitbeschäftigte im Jahr 2024 den eigenen Wunsch nach Teilzeit als Grund für die Reduzierung der Arbeitsstunden an. Das traf auf 27,9 Prozent der insgesamt 13,1 Millionen Erwerbstätigen in Teilzeit zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Endergebnissen des Mikrozensus 2024 mitteilt. Teilzeitbeschäftigte Frauen (28,9 Prozent) wollten demnach häufiger in Teilzeit arbeiten als teilzeitbeschäftigte Männer (24,9 Prozent).
Betreuung von Angehörigen
Ein weiterer wichtiger Grund für die Teilzeittätigkeit ist die Betreuung von Angehörigen. 23,5 Prozent der Teilzeitbeschäftigten arbeiteten in reduziertem Umfang, um Kinder, Menschen mit Behinderungen oder pflegebedürftige Personen zu betreuen. Bei Frauen war dieser Anteil mit 28,8 Prozent mehr als viermal so hoch wie bei Männern mit 6,8 Prozent. Eine Aus- oder Fortbildung oder ein Studium waren für 11,6 Prozent ein Teilzeitgrund. Teilzeitbeschäftigte Männer gaben dieses Motiv mit einem Anteil von 21,5 Prozent deutlich häufiger an als Frauen (8,4 Prozent).
Eigene Krankheit oder Behinderung
Ein weiterer Grund für das Arbeiten in Teilzeit waren die eigene Krankheit oder Behinderung (4,9 Prozent). Weitere 4,8 Prozent der Teilzeitbeschäftigten würden gern in Vollzeit arbeiten, konnten jedoch keine passende Stelle dazu finden. Die restlichen 27,4 Prozent hatten andere familiäre, persönliche oder sonstige Gründe für ihre Teilzeitbeschäftigung. Insgesamt arbeiteten im Jahr 2024 in Deutschland ein knappes Drittel oder 30,6 Prozent aller Erwerbstätigen in Teilzeit. Bei Frauen war die Teilzeitquote mit 49,5 Prozent, also bei knapp der Hälfte, deutlich höher als bei Männern (13,9 Prozent).
Teilzeit als eigener Wunsch
Die Verfügbarkeit von Betreuungsangeboten spielt eine untergeordnete Rolle bei der Entscheidung, Angehörige selbst zu betreuen. Wer wegen der Betreuung von Angehörigen wie Kindern oder Pflegebedürftigen in Teilzeit arbeitet, gab überwiegend an, das auf eigenen Wunsch zu tun. Knapp zwei Drittel (65,3 Prozent) derer, die wegen Betreuung in Teilzeit arbeiteten, wollten diese Betreuung selbst übernehmen. Die Verfügbarkeit oder die Kosten von Betreuungsangeboten spielten bei der Entscheidung eine vergleichsweise untergeordnete Rolle: Für 11,1 Prozent der Beschäftigten, die wegen der Betreuung von Angehörigen in Teilzeit arbeiteten, stand zu den benötigten Tageszeiten kein geeignetes Betreuungsangebot zur Verfügung. 5,2 Prozent konnten das Betreuungsangebot nicht bezahlen, weitere 3,1 Prozent fanden in der Nähe kein passendes Angebot. Für 15,4 Prozent waren andere Gründe ausschlaggebend. Betrachtet wurden Erwerbstätige im Alter ab 15 Jahren in Hauptwohnsitzhaushalten.