19.03.2018

Neue WU-Richtlinie ab sofort in Kraft!

Die im Jahr 2003 erschienene DAfStb-Richtlinie Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton – kurz WU-Richtlinie – ist im Dezember 2017 aktualisiert worden. Die überarbeitete WU-Richtlinie löst die bisherige übergangslos ab, sodass ihre Vorgaben möglichst frühzeitig und vorsorglich in die Planungsphase übernommen werden müssen.

wu-richtlinie

Was ist neu?

Neben den allgemeinen Regeln und Normen für den Betonbau (EC 2, DIN EN 206) legt die WU-Richtlinie detaillierte Anforderungen an die Planung und Ausführung von wasserundurchlässigen Betonbauwerken fest. Ihre Anwendung ist bauvertraglich zu vereinbaren.

Neben der WU-Richtlinie des DAfStb wurde im Jahr 2006 Heft 555: Erläuterungen zur DAfStb-Richtlinie Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton herausgegeben, welche sich zurzeit ebenfalls in Überarbeitung zur Neufassung befindet und voraussichtlich Mitte/Ende des Jahres 2018 erscheinen wird.

Neu hinzugekommen ist nun der Anwendungsbereich Decken und Dächer des allgemeinen Hoch- und Wirtschaftsbaus – WU-Dächer.

Des Weiteren wird dem Thema Dichten von Rissen und Instandsetzen von Fehlstellen ein gesondertes Kapitel in der neuen WU-Richtlinie gewidmet.

Allgemeines

Wasserundurchlässigkeit bedeutet im Sinne der WU-Richtlinie die Begrenzung bzw. Verhinderung des Feuchtetransports über die Bauteildicken, sowohl durch den Beton als auch durch Fugen und Risse, bei von außen drückendem oder nichtdrückendem Wasser, zeitweise aufstauendem oder nicht stauendem Wasser oder bei Bodenfeuchte. Eine WU-Betonkonstruktion soll im Querschnitt wasserundurchlässig sein, d.h., dass alleinige WU-Betonkonstruktionen jedoch i.d.R.

nicht als wasserdicht zu bezeichnen sind.

Die Regelungen gelten auch für WU-Bauteile, die mit anders abgedichteten Bauteilen verbunden werden.WU-Richtlinie

Ausführungshinweise

Eine Abdichtung mittels wasserundurchlässigen Betons wird „weiße Wanne“ genannt. Sie ist die unkomplizierteste Art der Abdichtung gegen von außen drückendes Wasser. Der Begriff der „schwarzen Wanne“ beschreibt die Abdichtung der Bauteile durch das Aufbringen einer flächigen Abdichtungshaut, z.B. aus Bitumen- oder Kunststoffabdichtung nach DIN 18533. Zu einer fachgerechten Bauausführung gehören neben dem Einbau der Bewehrung auch die Kontrolle des

fachgerechten Betoneinbaus und die Nachbehandlung. Die freie Fallhöhe des Betons darf 1 m nicht überschreiten, da sonst die Gefahr der Entmischung am Wandfuß besteht. Die einzelnen Schüttlagen betragen ca. 30–50 cm. In Wänden ist die oberste Betonierlage nachzuverdichten. Fugenflächen sollen aufgeraut werden. Die Betonoberfläche ist unmittelbar nach Fertigstellung bzw. dem Ausschalen nachzubehandeln. Die Maßnahmen hierfür sind so zu wählen, dass die Eigen- und Zwangsspannungen infolge der Hydratationswärme möglichst gering bleiben. Bei der Montage von Elementwänden ist darauf zu achten, dass die Fertigteilschalen keine Risse aufweisen. Die Wände sind 30 mm aufzuständern, und vor dem Einbringen des Kernbetons sind die Innenseiten vorzunässen. Die einzelnen Schüttlagen sind i.d.R. 50 cm hoch. Der Beton ist dabei im gesamten Betonierabschnitt bei sämtlichen Wänden stets gleichmäßig hochzuführen. Der Hersteller gibt dabei die Betoniergeschwindigkeit an. Waagerechte Arbeitsfugen dürfen nur in Höhe der Bodenplatten und Decken angeordnet werden. Die Wände sind vor Erschütterungen zu schützen, solange der Kernbeton nicht ausreichend erhärtet ist. Eine sorgfältige Dokumentation der Anfangs- und Endzeitpunkte des Vornässens, der Entladung des Fahrmischers sowie der Betonagen ist gefordert.

Autor: Pietryas