01.12.2016

Detaillierter Wärmebrückennachweis

Energieeffizientes Planen und Bauen nach EnEV 2016

Während der Gleichwertigkeitsnachweis die Regel darstellt, ist der detaillierte Wärmebrückennachweis eher die Ausnahme, obwohl enorme Vorteile damit verbunden sind. Zum einen lässt sich der ΔUWB-Wert eventuell noch deutlich verbessern, zum anderen ergibt sich aus den verwendeten Wärmebrücken eine zusätzliche Planungssicherheit bezüglich der Tauwasserfreiheit und des Schimmelrisikos.

Entgegen der landläufigen Meinung ist der detaillierte Wärmebrückennachweis kein allzu großer Mehraufwand, gerade wenn im Neubau eine saubere Planung und Dokumentation vorliegt. Für Neubauten finden sich Ψ-Werte häufig in Datenbanken von Baustoffherstellern oder Fachverbänden. Eine spezielle Berechnung der Ψ-Werte ist nur notwendig, wenn Konstruktionen von Standardlösungen abweichen.

Hinweis für die Praxis

Der größte Aufwand entsteht in der Regel für Dokumentation und die Kommunikation mit den am Bau Beteiligten. Der tatsächliche Aufwand für den detaillierten Nachweis ist überschaubar. Wichtig ist dabei auch die Überwachung der Ausführung, da die Relevanz von Wärmebrücken in der Baubranche noch nicht in der Breite angekommen ist. Dies gilt in gleichem Maß für Ausführungen nach Beiblatt 2, wenn pauschale Zuschläge verwendet wurden.

Vorgehensweise

  • Der wichtigste Punkt ist die Zusammenstellung und Auflistung aller im Gebäude vorkommender bzw. anzunehmender Wärmebrücken
  • Dafür sind Pläne in Grundriss und Schnitt notwendig, in denen die konstruktiven Elemente (Ringanker, Sturz, Isokorb, Fundament etc.) eingetragen sind.
  • Die Ermittlung der Ψ- und f-Werte erfolgt aus Wärmebrückenkatalogen bzw. nach Herstellerangaben. Nur für Konstruktionen, für die solche Daten nicht verfügbar sind, ist die Berechnung der Ψ-Werte sinnvoll.
  • Die Längenmaße aller Wärmebrücken werden anhand der Pläne festgestellt. Als Maßbezüge gelten die gleichen, die für die Energiebilanz verwendet werden (in der Regel nach DIN 18599-1:2018-09; Bestimmung von Bezugsmaßen, Flächen und Volumina).
  • Berechnung des Wärmebrückenzuschlags ΔUWB
Autor: Wilfriede Renate Schamoni (Herausgeberin und Dipl.-Ing. Architektin (BYAK), seit 1987 freiberuflich tätig, seit 1994 im eigenen Büro. Energieberaterin und Nachweiserstellerin für Wohn- und Nichtwohngebäude. Vortragserfahrung in den Themenbereichen EnEV und Energieausweise für Vermieter, Energieeinsparung im Bereich baulicher Anlagen, Instandhaltung/Instandsetzung/energetische Modernisierung privater Immobilien.)

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