Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation
12.01.2015

Worauf Sie bei Defibrillatoren achten sollten

Mehr als 100.000 Menschen in Deutschland sterben außerhalb von Krankenhäusern am plötzlichen Herztod. Die entscheidende Rettung bei Herzkammerflimmern kann ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) sein.

Defibrillator© JFsPic /​ iStock /​ Thinkstock

Die Bedienung eines AEDs ist für die geschulten betrieblichen Ersthelfer einfach. Trotzdem sollte dem AED mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, damit er im Notfall auch funktionstüchtig ist.

AED: eine wesentliche Ergänzung der Basisreanimation

Die aktuellen Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) zur Wiederbelebung 2010 betonen, dass der Einsatz der inzwischen weit verbreiteten automatisierten externen Defibrillatoren (AED) eine wesentliche Ergänzung der Basisreanimation (Herzdruckmassage und Beatmung) darstellt.

Bei Herzkammerflimmern kann ein AED einen Patienten wieder zu einem normalen Herzschlag bringen, indem der Elektroschock, den der Defibrillator abgibt, zu einer Gleichrichtung des flimmernden Herzens führt.

Anschaffung eines AEDs reicht nicht

So einfach die Anwendung eines AEDs auch ist, mit der Anschaffung einer ausreichenden Anzahl von Defibrillatoren für Ihr Unternehmen ist es nicht getan:

  • Zum einen müssen die betrieblichen Ersthelfer in der Anwendung eines AEDs geschult werden.
  • Zum anderen muss die Betriebsanweisung für die AEDs bekannt und verfügbar sein.

Aber auch das ist nicht ausreichend für einen Kampf gegen den Herztod am Arbeitsplatz.

Rettungszeichen E017 (AED) erleichtert die Suche

Die Überlebenschance bei Herzkammerflimmern sinkt mit jeder Minute, sodass die Ersthelfer keine wertvolle Zeit verlieren dürfen. Das bedeutet, dass die Defibrillatoren nicht versteckt im Schrank liegen dürfen, sondern dass ihre Aufbewahrungsorte bekannt und entsprechend gekennzeichnet sein müssen. Dazu dient das Rettungszeichen E017 (AED).

Vor der Anwendung des AEDs Haare entfernen

Es darf auch keine Zeit verloren gehen, weil zum Beispiel eine starke Brustbehaarung bei dem Patienten wegrasiert werden muss und kein Rasierer zur Hand ist. Diese Rasur ist wichtig, um die Effizienz der Defibrillation zu erhalten und Verbrennungen am Brustkorb des Patienten zu verhindern (Gefahr von Funkenschlag). Doch das Rasieren darf nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen.

Trotz AED: Herzdruckmassage nicht vergessen

Den Defibrillator zum Patienten zu bringen, darf ebenfalls nicht viel Zeit kosten. Am besten führt ein Ersthelfer die Herzdruckmassage durch und unterbricht diese erst, wenn der ein zweiter Ersthelfer den AED zum Einsatz bringt.

Während des Holens und Auspackens des AEDs und während des Anbringens der Klebeelektroden muss die Herzdruckmassage fortgeführt werden. Nur für die Analyse des Herzrhythmus durch den AED und für die Abgabe des Elektroschocks darf die Herzdruckmassage unterbrochen werden. Der AED gibt in der Regel ein Kommando, wann die Herzdruckmassage zu unterbrechen ist.

Funktionstüchtigkeit des AEDS sicherstellen

Leider hat es in der Vergangenheit bereits Fälle gegeben, bei denen ein Defibrillator nicht erfolgreich eingesetzt werden konnte, weil der AED nicht einsatzbereit war. Für die Funktionstüchtigkeit ist wichtig, die begrenzte Haltbarkeit von Batterie/Akku sowie der Klebeelektroden im Auge zu behalten.

Eine regelmäßige Überprüfung und Wartung der AED ist deshalb Pflicht. Ohne entsprechende Batterie-/Akkuladung kann kein Elektroschock abgegeben werden. Zudem sind ausgetrocknete Klebeelektroden ein Risiko für eine ungenaue Rhythmusanalyse und  Verbrennungen des Patienten. Verschiedene AEDs verfügen über eine Selbsttestfunktion mit Kontrollleuchte. Dies ist hilfreich, aber kein Ersatz für die regelmäßige Kontrolle und Wartung.

Weitere Tipps finden Sie in der Checkliste AED – gegen den Herztod am Arbeitsplatz.

Autor: Oliver Schonschek 

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