18.09.2020

Wie Sie Unfälle durch Stolpern, Rutschen und Stürzen reduzieren

SRS-Unfälle ereignen sich nicht nur, weil Ihre Kollegen unachtsam sind, sondern auch wegen mangelhafter Böden oder Hindernissen auf dem Weg. Deshalb müssen Sie technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen ergreifen. Welche hier besonders wirksam sind, lesen Sie in diesem Beitrag.

Bananenschale auf dem Boden - ein klassischer Grund für Stolpern, rutschen und stürzen

Unfälle durch Stolpern, Rutschen und Stürzen zählen zu den häufigsten Arbeitsunfällen. Dabei sind vor allem Beine, Füße und Gelenke die Leidtragenden, und solche Verletzungen sind nicht nur schmerzhaft, sondern oft auch langwierig.

Es liegt also im Interesse aller, Sicherheitsmängel hier von vornherein technisch und somit dauerhaft zu beseitigen.

Allerdings müssen sich auch Ihre Kollegen die Zeit nehmen, ein Auge auf ihre Umgebung zu haben: Wenn etwas umgekippt ist und im Weg liegt, sollten sie es einfach wieder aufrichten, ohne lange nach einem Schuldigen zu suchen.

Diese Möglichkeiten haben Unternehmen, um die Unfallgefahr durch Stolpern, Rutschen und Stürzen wirksam zu senken:

Technische Maßnahmen

Technische Maßnahmen für Fußböden sind zunächst baulicher Natur. Wie rutschfest ein Boden sein muss, wird normalerweise schon geklärt, bevor ein Gebäude errichtet wird. Bereits vorhandene Böden lassen sich mit mobilen Geräten vor Ort prüfen. Stellen Sie fest, dass ein Boden zu glatt oder eine Treppe nicht trittsicher ist, müssen Sie nachbessern.

Rutschige Fußböden haben meistens eine dieser drei Ursachen:

  1. Die Flächen sind von vornherein zu glatt, da sie nicht rutschhemmend genug konzipiert wurden. Solche Fußböden müssen Sie behandeln lassen, um sie sicherer zu machen. Dafür gibt es verschiedene Verfahren, etwa mechanische, chemische oder thermische.
  2. Die Flächen werden wegen mangelnder Abflussmöglichkeiten feucht. Auch hier müssen Sie technisch nachbessern, etwa indem Sie für stärkeres Gefälle sorgen oder den Verdrängungsraum vergrößern.
  3. Wenn Rutschgefahren durch verschmutzte Flächen entstehen, müssen Sie versuchen, diese permanent sauber zu halten. In Eingangsbereichen können beispielsweise Schmutzschleusen und Überdachungen Abhilfe schaffen.

Organisatorische Maßnahmen

Von Menschen verursachte Stolperstellen entstehen durch nachlässiges Verhalten, das Stress und chaotische Zustände noch verstärken. Je besser Sie die Arbeit in Ihrem Unternehmen organisieren desto wirksamer vermeiden Sie hektische Situationen.

Allerdings müssen auch Ihre Kollegen dazu beitragen. Dazu gehört nicht nur, selbst aufmerksam zu gehen, sondern auch anderen keine Stolperstellen in den Weg zu legen – etwa herumliegende Kabel in der Werkstatt, Wassereimer bei der Reinigung oder Kartons mit Kopierpapier, die hinter der Ecke lauern.

Auch Instandhaltung, Reinigung und Entsorgung sind organisatorische Maßnahmen: Schäden müssen umgehend behoben und Fußböden so gereinigt werden, dass keine neuen Rutschgefahren entstehen. Die Beseitigung von Abfällen  sorgt dafür, dass Verpackungen oder Paletten nicht als Stolperstellen im Weg liegen oder stehen.

Personenbezogene Maßnahmen

Selbst wenn Ihre Kollegen keine Sicherheits-, Schutz- oder Berufsschuhe benötigen, sollten sie sichere Schuhe mit flachen Absätzen tragen:

  1. Diese müssen gut passen und fest sitzen.
  2. Sie sollten den Fuß fest umschließen,
  3. vorne geschlossen sein,
  4. einen Fersenschutz besitzen,
  5. ein ergonomisches Fußbett haben und
  6. die Sohle sollte über ein gutes, rutschsicheres Profil verfügen.

Stolpern, rutschen und stürzen – die ultimative Checkliste

In unserer Checkliste „SRS-Unfälle vermeiden (Maßnahmen nach dem TOP-Prinzip)“ finden Sie detaillierte Hinweise zu erforderlichen Schutzmaßnahmen sowie Themen, über die Sie mit Ihren Kollegen in einer Unterweisung zu SRS-Risiken sprechen sollten.

Autor: Martin Weyde