16.02.2017

Untersuchung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten

Arbeitssicherheit

Die Unfalluntersuchung gehört laut Arbeitssicherheitsgesetz zu den Kernkompetenzen der Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) formuliert diese Aufgabe in § 6 Nr. 3c so:

„Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit […] haben insbesondere […] die Durchführung des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung zu beobachten und im Zusammenhang damit […] Ursachen von Arbeitsunfällen zu untersuchen, die Unfallergebnisse zu erfassen und auszuwerten und dem Arbeitgeber Maßnahmen zur Verhütung dieser Arbeitsunfälle vorzuschlagen […]“

Ein Arbeitsunfall ist ein Unfall, der sich bei einer von der gesetzlichen Unfallversicherung erfassten Tätigkeit ereignet. Dazu gehören insbesondere Tätigkeiten aufgrund von Arbeits-, Dienst- oder Lehrverhältnissen.

Unfalluntersuchung und Untersuchung von Berufskrankheiten

Unfälle passieren nicht, und Berufskrankheiten sind kein Schicksal. Beide haben Ursachen, die ermittelt werden können. Aus den Ursachen lassen sich Maßnahmen ableiten, die geeignet sind, gleichartige Unfälle und Erkrankungen in Zukunft zu verhüten.

Dieser Beitrag zeigt, wie man die Fakten zum Unfallhergang sammelt, daraus die Unfallursachen ermittelt und schließlich die erforderlichen Maßnahmen ableitet. Er zeigt auch, wie die Sicherheitsfachkraft bei der Untersuchung von Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Erkrankungen unterstützen kann.

Arbeitsbedingte Erkrankungen

In § 3 Nr. 3c ASiG wird zuvor fast wortgleich für arbeitsbedingte Erkrankungen formuliert:

„Die Betriebsärzte […] haben insbesondere […] die Durchführung des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung zu beobachten und im Zusammenhang damit […] Ursachen von arbeitsbedingten Erkrankungen zu untersuchen, die Untersuchungsergebnisse zu erfassen und auszuwerten und dem Arbeitgeber Maßnahmen zur Verhütung dieser Erkrankungen vorzuschlagen […]”

Arbeitsbedingte Erkrankungen sind Gesundheitsstörungen, die ganz oder teilweise durch die Arbeitsumstände verursacht werden. Die Ursache-Wirkung-Beziehungen zwischen diesen Erkrankungen und betrieblichen Gesundheitsgefahren sind nicht so genau untersucht wie bei den Berufskrankheiten, weshalb sie auch nicht als solche von der gesetzlichen Unfallversicherung entschädigt werden.

Die Übergänge zwischen arbeitsbedingten Erkrankungen und Berufskrankheiten sind fließend. Heutige arbeitsbedingte Erkrankungen können durch neue Erkenntnisse morgen als Berufskrankheiten anerkannt sein.

Untersuchungsgründe

Warum wird nun verlangt, Arbeitsunfälle, arbeitsbedingte Erkrankungen und Berufskrankheiten oft recht aufwendig zu untersuchen?

Ganz einfach: Man will aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und durch geeignete Maßnahmen dafür sorgen, dass sich die Unfälle und Erkrankungen nicht wiederholen.

Unfälle und Erkrankungen im Betrieb deuten darauf hin, dass die Arbeitsbedingungen noch nicht so sind, wie sie sein sollen. § 3 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) lautet:

„Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben.”

Die geforderte Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz ist nur möglich, wenn ständig nach neuen Erkenntnissen und geeigneten Maßnahmen gesucht wird. Die Untersuchung von Unfällen und Erkrankungen kann sehr zielgerichtet solche Erkenntnisse …

Autor: Dr. Kurt Kropp

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