23.03.2018

Betriebsrente wird für Arbeitgeber interessanter

Betriebsrente mit Riester-Förderung oder Entgeltumwandlung – hier besteht oft die Qual der Wahl. Leichter könnte Altersvorsorge mit Riester über den Betrieb fallen. Ein Vergleich mit privaten Riester-Verträgen ist angebracht. Stiftung Warentest hat jetzt Angebote privater Verträge getestet.

Worauf Arbeitgeber bei der Betriebsrente achten sollten: Arbeitgeberzuschuss, Förderrahmen, Förderung von Geringverdienern.

Riestergeförderte betriebliche Altersvorsorge

Apropos Betriebsrente: Viele Rentner freuten sich zu Jahresbeginn über mehr Geld auf dem Konto. Von Renten aus einer riestergeförderten betrieblichen Altersvorsorge gehen laut einer Mitteilung der Stiftung seit diesem Jahr meist keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung mehr ab. Das bestimmt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG).

Renten unter 152 Euro waren auch vorher sozialabgabenfrei. Thomas Jahn von der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL): „Von unseren Kunden wissen wir, dass die Beitragspflicht als Ungleichbehandlung gegenüber privaten Riester-Renten empfunden wurde.“ Auf diese seien nur Steuern fällig, keine Sozialabgaben.

In diesem Beitrag erfahren Sie Interessantes über das neue Stärkungsgesetz zur Betriebsrente: Betriebsrente 2018 – Gesetz in Kraft.

Für Rentner mehr in der Tasche

Angenommen, der Arbeitgeber will nichts zur Betriebsrente dazugeben. Dann könnte ein betrieblicher Riester-Vertrag interessant sein, um mit staatlicher Förderung fürs Alter zu sparen. Das ist für Eltern, Gering- und Gutverdiener oft sinnvoller als Sparen durch Entgeltumwandlung. Auf beides haben Arbeitnehmer Anspruch.

Die Stiftung rät deshalb Arbeitnehmern, die garantierte Rentenhöhe des Riester-Vertrags vom Chef mit der eines privat abgeschlossenen Vertrags zu vergleichen. Sie hat entsprechende Angebote getestet. Dabei lagen „Riesterrente Klassik“ (Allianz), „Riester Care“ (HanseMerkur) und „Riester Rente“ (Huk 24) vorn. Einen Überblick über die Riester-Tests hat die Stiftung in einem Special „Riester im Test“ zum Abruf bereitgestellt.

Hier kommen Sie zum Beitrag der Stiftung Warentest – Riester im Test: So finden Sie die richtige Riester-Sparform.

Betriebsrente: Arbeitnehmer haben Anspruch

Wegen hoher Abgaben im Ruhestand hatte die Zeitschrift der Stiftung „Finanztest“ bisher davor gewarnt, die Riester-Förderung für die Betriebsrente zu nutzen. Das ist vorbei.

Nun kommen für alle, die mit eigenem Geld über den Betrieb für ihr Alter sparen wollen, zwei Wege infrage:

  • Entgeltumwandlung
    Der Arbeitnehmer zahlt aus seinem Bruttoeinkommen in eine Versorgungseinrichtung ein. Wenn er 100 Euro einzahlt, muss er für diese 100 Euro keine Steuern und Sozialabgaben zahlen. Netto hat ein Durchschnittsverdiener sein Gehalt so meist nur um rund 55 Euro reduziert, obwohl er 100 Euro spart. Im Alter muss er die Rente versteuern und den vollen Beitragssatz für Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Das mindert die Rente um rund 18 Prozent. Untersuchungen der Stiftung Warentest hätten gezeigt, dass sich die Entgeltumwandlung oft nicht lohnt, wenn der Arbeitgeber nichts dazugibt. In vielen Branchen sei der Zuschuss jedoch üblich oder sogar tarifvertraglich geregelt.
  • Riester-Variante
    Beim betrieblichen Riester-Sparen zahlt der Arbeitnehmer seine Beiträge aus dem Nettogehalt. Die 100 Euro Einzahlung aus dem Beispiel fehlen ihm jeden Monat voll beim Gehalt. Vom Staat gibts dann aber noch Zulagen und Steuerersparnisse, wenn er die noch nicht für einen anderen Riester-Vertrag in Anspruch nimmt. Im Alter muss er für die Riester-Rente Steuern zahlen, aber keine Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung.
    Beide Wege werden vom Staat gefördert. Auf beides haben Arbeitnehmer Anspruch: Sie können beides parallel nutzen.

Riester für drei Gruppen attraktiv

Die Stiftung Warentest hat die Vor- und Nachteile des Riester-Sparens zusammengestellt. Sie sieht dabei drei Gruppen von Nutznießern:

  1. Arbeitnehmer bekommen beim Riester-Sparen staatliche Zulagen für jedes Kind, nicht aber bei der Entgeltumwandlung. Eine Mutter mit drei kleinen Kindern bekommt bis zu 1.075 Euro Zulagen pro Jahr.
  2. Gutverdiener, die oberhalb der Bemessungsgrenzen für Kranken- und Pflegeversicherung (2018: 53.100 Euro) verdienen, stellen sich mit der Riester-Variante bei den Sozialabgaben besser. Bei der Entgeltumwandlung müssen sie im Alter hohe Sozialversicherungsbeiträge auf ihre Betriebsrente zahlen. In der Sparphase konnten sie aber gar nicht so viele Sozialabgaben sparen, weil oberhalb der Grenzen keine fällig sind.
  3. Geringverdiener und Teilzeitkräfte sparen bei der Entgeltumwandlung kaum Steuern, bekommen jedoch mit geringen Einzahlungen die volle Riester-Förderung.

Betriebsrente: Arbeitgeberzuschuss, Förderrahmen, Förderung

Diese neue steuerfreie Einzahlungsmöglichkeit in die Betriebsrente könnte nach Ansicht von „GmbH-Brief AKTUELL“ (04/2018) im Hinblick auf Abfindungsvereinbarungen zusätzliche Möglichkeiten bei den Verhandlungen bieten.

Der Newsletter für Steuervorteile hat zusammengestellt, worauf Arbeitgeber achten müssen: Arbeitgeberzuschuss, Förderrahmen, Förderung von Geringverdienern.

Für Arbeitgeber bieten laut dem Bericht die Neuerungen einen Anlass, die im eigenen Unternehmen bestehenden Betriebsrenten zu überprüfen und möglicherweise sogar die Einführung von Systemen zur betrieblichen Altersvorsorge ins Auge zu fassen.

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Autor: Franz Höllriegel