Fachbeitrag | Energieeffizienz
29.06.2015

Energieziele definieren

Mit definierten Energiezielen lassen sich Umsetzungsmaßnahmen im EMS überprüfen. Nur das führt zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Energieeffizienz.

Energieziele© Wavebreakmedia Ltd /​ Thinkstock

Bevor in einem Unternehmen ein Energiemanagementsystem eingeführt wird, gilt es, die Energieziele zu definieren. Denn nur anhand klar definierter und messbarer Erfolgskriterien lässt sich später überprüfen, wie wirksam und erfolgreich die umgesetzten Maßnahmen waren. Der regelmäßige Abgleich von Aufgaben und Maßnahmen mit den festgelegten Energiezielen führt zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Energieeffizienz.

Energieziele sollten für jeden relevanten Bereich im Betrieb festgelegt werden und dabei klar und nachvollziehbar formuliert sein. Wurden sowohl strategische als auch operative Energieziele definiert, müssen im nächsten Schritt die beeinflussbaren Parameter ermittelt sowie Termine und Verantwortlichkeiten festgelegt werden. Dabei ist es wichtig, dass die Energieziele mit entsprechenden Ressourcen hinterlegt sind und die abgeleiteten Maßnahmen in die alltäglichen Arbeitsabläufe integriert werden können.

Strategische Energieziele

Strategische Ziele sind generelle Ziele, die sich ein Unternehmen selbst in Übereinstimmung mit seiner Energiepolitik und seinen wesentlichen Energieaspekten gibt. Sie sollten am besten als Kennzahlen definiert werden, damit eine Leistungsänderung im Unternehmen sich nicht während des Energiemanagementprozesses auf die Maßnahmen auswirkt. Statt „Reduktion der Energiekosten um … Euro pro Jahr“ sollte man z.B. besser „Reduktion der Energiekosten pro Stück produzierte Einheit um 1 %“ festlegen.

Operative Energieziele

Aus den strategischen ergeben sich die operativen Energieziele, die detaillierte und quantifizierbare Anforderungen an die energiebezogene Leistung enthalten. Sinnvolle operative Ziele lassen sich anhand folgender Kriterien definieren:

  • Ehrgeizig: Nur mit ehrgeizigen Energiezielen kann ein Unternehmen zu kontinuierlicher Verbesserung motiviert werden
  • Realistisch: Zugleich sollten die Ziele realistisch sein, um im vorgegebenen Zeitrahmen erreicht werden zu können
  • Spezifisch und messbar: Erst konkrete Zahlen und Daten, die später mit dem Erreichten abgeglichen werden, machen es möglich, die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen

Operative Ziele können sich auf Einrichtungen, Anlagen und Abteilungen beziehen. Aber auch Themen wie betriebsinterne Schulungen und Mitarbeitersensibilisierung können als operative Ziele formuliert und damit konkretisiert und „schlagkräftiger“ gemacht werden.

Aktionspläne erstellen

Als logischer zweiter Schritt nach der Definition der Energieziele erfolgt die Erstellung von Aktionsplänen oder Energieprogrammen. In ihnen werden die Maßnahmen festgelegt, die zur Erreichung der Energieziele führen sollen.

Will man im Sinne des Qualitätsmanagements eine kontinuierliche Verbesserung erreichen, so sind nicht nur die Maßnahmen anhand von Instrumenten wie Energiedaten-Erfassungssystemen regelmäßig auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Auch die Energieziele als solche müssen in festgelegten Abständen hinterfragt und ggf. neu definiert werden.

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann 

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