Expertentipp | Energieeffizienz 11.03.2016

Energie-Contracting – der einfache Weg zur Energieeffizienz

Beim Energie-Contracting beauftragt ein Unternehmen ein anderes mit bestimmten Aufgaben rund um die Lieferung und Bereitstellung von Energie. Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Energielieferanten erleichtert es Betrieben, die gesetzlichen Vorgaben zur Steigerung der Energieeffizienz zu erfüllen. Dadurch werden im eigenen Unternehmen Ressourcen für andere Aufgaben frei.

Energie-Contracting

Wie funktioniert Energie-Contracting?

Zwischen Auftraggeber (Contractingnehmer) und Auftragnehmer (Contractor) wird ein Vertrag geschlossen. Der Contractor handelt auf eigenen Namen und eigene Rechnung. Er liefert dem Contractingnehmer z.B. Wärme, Kälte oder Druckluft, kann im Kundenauftrag aber auch Beleuchtung optimieren und Heizsysteme austauschen. Contracting wird häufig im öffentlichen Sektor angewendet, z.B. in Schulen, Verwaltungseinrichtungen oder Krankenhäusern. Obwohl es auch für Industrie- und Gewerbebetriebe sehr sinnvoll ist, sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oft nicht ausreichend über die Möglichkeiten des Contractings informiert.

 

Welche Formen des Energie-Contractings gibt es?

Es gibt unterschiedliche Arten des Energie-Contractings, die je nach Vertragsart auch miteinander kombiniert werden können. Dazu gehören:

Energieliefercontracting: Outsourcing der Energieversorgung

Energieeinsparcontracting: Outsourcing der Einsparüberwachung, meist verbunden mit Einspargarantie

Finanzierungscontracting: Der Contractor übernimmt die Finanzierung der Energieanlage; das Betreiberrisiko verbleibt beim Auftraggeber.

Betriebsführungscontracting: Der Contractor übernimmt das Betreiberrisiko; die Finanzierung verbleibt beim Auftraggeber, d.h., die Energieanlage bleibt sein Eigentum.

 

Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi)

Die Bundesregierung hat sich in ihrem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) zum Ziel gesetzt, dem Energie-Contracting zu einer besseren Verbreitung zu verhelfen. Dafür wurden im Jahr 2016 neue Instrumente auf den Weg gebracht. So bieten die 16 Bürgschaftsbanken mit Unterstützung des BMWi seit Januar 2016 bessere Bürgschaftsbedingungen für die Finanzierung von Energie-Contracting-Vorhaben an. Der Bürgschaftshöchstbetrag wurde von bisher 1,25 auf zwei Millionen Euro heraufgesetzt. Voraussetzung ist, dass ein Unternehmen eine Energieeinsparung von mindestens 25 Prozent gegenüber dem bisherigen Stand erreicht.

 

Was bringt Energie-Contracting?

Energie-Contracting bringt nicht nur kurzfristige Steigerungen der Kosteneffizienz durch die Fördermöglichkeiten, sondern auch langfristige durch die erzielten Energieeinsparungen. So wird Liquidität gesichert. Die eingesparten Mittel stehen für andere Investitionen zur Verfügung. Durch Energie-Contracting kann ein Unternehmen sich besser auf sein Kerngeschäft konzentrieren und die Verantwortung für die Energieversorgung und Emissionsverringerung auf den Contractor übertragen. Ausfallrisiken werden durch neueste Technik minimiert.

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann