14.10.2015

Energie-Benchmarking

Um die Energieeffizienz im Unternehmen zu steigern, muss man zuerst den tatsächlichen Energieverbrauch ermitteln. Energie-Benchmarking ist dabei eines der wirkungsvollsten Instrumente. Es zeigt Schwachstellen, aber auch Optimierungspotenziale auf.

Energie-Benchmarking

Benchmarking ist ein betriebswirtschaftliches Verfahren, bei dem gleichartige Dinge, zum Beispiel Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen, fortlaufend und systematisch miteinander verglichen werden. Dazu bedarf es eines festen Bezugswerts, auf den sich der Vergleich bezieht. Diesen bezeichnet man als Benchmark.

Benchmarking: der Vergleich mit Wettbewerbern

In der Betriebswirtschaft kennt man die Benchmark als Instrument der Wettbewerbsanalyse. Mehrere Unternehmen werden im Hinblick auf bestimmte Aspekte miteinander verglichen. Der beste Wettbewerber wird ermittelt. Benchmarks sind hier die erfolgreichsten Prozesse und Methoden, auch „Best Practices“ genannt. An ihnen orientieren sich künftig die Konkurrenzunternehmen, um ihre eigenen Funktionen und Prozesse zu optimieren.

Internes Benchmarking

Beim innerbetrieblichen oder internen Benchmarking werden Vergleiche innerhalb eines Unternehmens angestellt. Auch hier geht es darum, die besten Ergebnisse zu erzielen. So können anhand bestimmter Benchmarks ähnliche Dienstleistungen in verschiedenen Abteilungen oder Produktionsabläufe zu unterschiedlichen Zeiten miteinander verglichen werden. Innerbetriebliche Benchmarks dokumentieren zum Beispiel, welcher Standort oder welche Fertigungslinie am effizientesten ist.

Vergleich von Energieleistungskennzahlen

Auch Energieleistungskennzahlen können über Benchmarking miteinander verglichen werden. Sie sind wichtig, um die Energieeffizienz eines Unternehmens zu steigern. Hierzu reicht die Kenntnis des absoluten Energieverbrauchs nicht aus. Die DIN EN ISO 50001 fordert die Definition und Festlegung von Kennzahlen und deren Vergleich. Kennzahlen machen es möglich, den spezifischen Energieverbrauch (Verbrauch je Produktionsmenge) und die Energieintensität (Verbrauch eines bestimmten Prozesses im Verhältnis zum Gesamtverbrauch) zu ermitteln.

Energie-Benchmarking: Probleme und Chancen

Richtig angewendet kann das Energie-Benchmarking zu einer der wirkungsvollsten Methoden des Energiemanagements werden. Es birgt jedoch die Gefahr von Fehlern, wenn Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren nicht ausreichend berücksichtigt werden. Die Systemgrenzen und die Betriebsbedingungen, unter denen die Kennzahlen ermittelt werden, müssen daher eindeutig festgelegt werden. Wenn die Werte unter nicht identischen Bedingungen identifiziert werden, ist ihr Vergleich wenig aussagekräftig.

Wer solche Fehler vermeidet, kann mit internem Energie-Benchmarking wertvolle Energieverbrauchsdaten gewinnen. Das Wissen, das so erworben wird, ist sehr praxisbezogen und alltagstauglich: Wenn die ermittelten Verbräuche mit den aktuellen und zukünftigen Energiepreisen in Verbindung gesetzt werden, können auch die zu erwartenden Energiekosten im Unternehmen eingeschätzt werden.

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann