13.11.2018

Management Review richtig im Energiemanagement umsetzen

Im Management Review (auch: Managementbewertung) überprüft die Leitung des Unternehmens das Energiemanagementsystem sowie seine gelebte Praxis. Es soll die Frage beantworten: Sind diese geeignet, um die Energiepolitik des Unternehmens einzuhalten und die Energieziele zu erreichen? Lesen Sie, was genau die Norm fordert.

management review

Wer muss die Managementbewertung durchführen?

Die Norm ist hier sehr deutlich: Das Management Review ist Aufgabe der obersten Leistung. Sie muss das Energiemanagementsystem in geplanten Abständen bewerten. Da die oberste Leitung das eigentliche Führungsgremium des Unternehmens ist, also Geschäftsleitung bzw. Vorstand, fällt folglich ihnen diese Aufgabe  zu. Das Energieteam darf lediglich zuarbeiten oder die Managementbewertung beratend begleiten.

Wie oft muss die Managementbewertung durchgeführt werden?

Management Reviews finden in der Regel einmal jährlich statt – und zwar nach internen oder externen Audits. So können die Ergebnisse der Audits noch in die Managementbewertung einfließen. Hier unterscheidet sich leider das, was die Norm fordert, drastisch von dem, was Zertifizierungsgesellschaften daraus machen. Die ISO 50001:2018 schreibt nur vor, dass die Leistung des EnMS in regelmäßigen Abständen bewertet werden sollte. Theoretisch wäre also auch ein Management Review alle drei Jahre normkonform.

Inhalt Management Review

Das Management Review richtet sich nach den aktuellen Bedürfnissen des Energiemanagementsystems. Standardmäßig betrachtet es diese Punkte:

  • Aktivitäten aus früheren Management Reviews
  • Überprüfung der Energiepolitik, der energiebezogenen Leistung, der EnPIs
  • Bewertung der Übereinstimmung mit rechtlichen Bestimmungen und anderen Verpflichtungen
  • Ausmaß der Erreichung der Energieziele
  • Auditergebnisse
  • aktueller Stand der Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen
  • Gesamtenergieverbrauch der Organisation
  • prognostizierter Energieverbrauch für die nächste Periode
  • Empfehlungen für Verbesserungen
  • Neu mit der ISO 50001:2018: Auch Veränderungen im Kontext des Unternehmens und bei den Risiken und Chancen sollten nun in der Managementbewertung ihren Platz finden.
  • Zusätzlich zu den Korrekturmaßnahmen will die Norm, dass im Management Review künftig auch  Nichtkonformitäten zur Sprache kommen. Dies ergibt Sinn, da meist nicht jeder Fehler mit Maßnahmen bekämpft wird.

Diese Inhalte sind durch die DIN EN ISO 50001 vorgegeben. Es empfiehlt sich, eng an den Normvorgaben zu kleben.

Die Ergebnisse des Management Reviews

Die Managementbewertung möchte mehr sein als nur eine simple Bestätigung, dass das EnMS konform mit der Norm ist. Sie soll feststellen, welche Eingriffe nötig sind, um das Managementsystem und die energiebezogene Leistung weiter zu verbessern.

Ähnlich wie im Audit ergeben sich nämlich auch beim Management Review regelmäßig Potenziale zur Verbesserung. Diese sollten anschließend in eine Maßnahmenliste überführt werden. Diese Liste sollte das Unternehmen nach und nach abarbeiten. Spätestens beim nächsten Management Review muss die oberste Leitung die Maßnahmenliste dann überprüfen. Auch den Bedarf an finanziellen und personellen Ressourcen muss diese Liste festlegen. Denn die meisten Veränderungen kosten nun einmal Geld und/oder Zeit.

Wichtig ist auch, die Ergebnisse an die entsprechenden Mitarbeiter im Unternehmen zu kommunizieren. Dabei empfiehlt  sich: Heben Sie hervor, inwieweit die Maßnahmen zur Verbesserung vorteilhaft für das Unternehmen sind.

Autor: WEKA Redaktion