07.08.2017

Hintergrundinformationen zur Sicherheitsstromversorgung

Bestimmung der Sicherheitsstromversorgung ist es, als Teil einer elektrischen Anlage für Sicherheitszwecke verwendet zu werden. Sie dient als Stromquelle für Sicherheitszwecke. Die elektrischen Verbraucher sind von wesentlicher Bedeutung für die Sicherheit. Beispiele sind Betriebsmittel, die für die Sicherheit und Gesundheit von Personen und Nutztieren oder zur Vermeidung von Umweltschäden und Schäden an anderen Betriebsmitteln erforderlich sind.

Sicherheitsstromversorgung

Unterscheidung zwischen Allgemein-, Ersatz-, und Sicherheitsstromversorgung

Es werden drei grundsätzliche Begriffe unterscheiden:

  1. Allgemeinstromversorgung (AV)
  2. Ersatzstromversorgung oder Netzersatzanlage (NEA)
  3. Sicherheitsstromversorgung (SV)

Allgemeinstromversorgung

Die Allgemeinstromversorgung dient zur Stromversorgung von allgemeinen nicht kritischen Verbrauchern (z.B. Licht, Steckdosen oder Maschinen). Der Ausfall der Allgemeinstromversorgung führt zum Ausfall der angeschlossenen Verbraucher.

Ersatzstromversorgung oder Netzersatzanlage (NEA)

Die Aufgabe der Ersatzstromversorgung ist die Stromversorgung der elektrischen Anlage während eines Ausfalls der Allgemeinstromversorgung. Sie dient dazu, bei einer Unterbrechung der üblichen Stromversorgung, die nicht kritischen Verbraucher aufrechtzuerhalten. Sie ist eine z.B. aus wirtschaftlichen Gründen zusätzlich vorhandene vom Allgemeinstromnetz des Energieversorgers unabhängige Energieversorgung. Die angeschlossenen Verbraucher sind jedoch nicht sicherheitsrelevant. Wenn diese Ersatzstromquelle ausfällt, kann ein wirtschaftlicher Schaden entstehen; es besteht keine direkte Gefahr für Leib und Leben.

Sicherheitsstromversorgung (SV)

Bestimmung der Sicherheitsstromversorgung ist es, als Teil einer elektrischen Anlage für Sicherheitszwecke verwendet zu werden. Sie dient als Stromquelle für Sicherheitszwecke. Die elektrischen Verbraucher sind von wesentlicher Bedeutung für die Sicherheit. Beispiele sind Betriebsmittel, die für die Sicherheit und Gesundheit von Personen und Nutztieren oder zur Vermeidung von Umweltschäden und Schäden an anderen Betriebsmitteln erforderlich sind. Die angeschlossenen Verbraucher sind sicherheitsrelevant (Sicherheitsstromverbraucher). Sicherheitsstromquellen müssen normativ und teilweise auch behördlich eine hohe Betriebssicherheit sowie Qualität bezüglich Strom, Spannung und Regelverhalten bei Be- und Entlastungen einhalten.

Beispiele für Einrichtungen für Sicherheitszwecke

Beispiele für Einrichtungen für Sicherheitszwecke, bei denen die Forderung nach einer Sicherheitsstromversorgung bestehen kann, sind u.a.:

  • Brandmeldeanlagen (z.B. zur Brandfrüherkennung)
  • Feuerlöschpumpen (z.B. Sprinklerpumpen)
  • Entrauchanlagen (z.B. Rauch- und Wärmeabzugsanlagen)
  • Evakuierungsanlagen (z.B. Alarmierungsanlagen)
  • CO-Warnanlagen (z.B. in Hochhäusern)
  • notwendige medizinische Geräte z.B. in Krankenhäusern)

Aufrechterhaltung des Betriebs im Brandfall

Für einige Sicherheitseinrichtungen, wie z.B. Sicherheitsbeleuchtungsanlagen, wird behördlich für eine bestimmte Zeitdauer die Aufrechterhaltung des Betriebs im Brandfall gefordert (sogenannter Funktionserhalt). Die Sicherheitseinrichtungen sowie die Dauer des Funktionserhalts sind in den Leitungsanlagenrichtlinien der Bundesländer spezifiziert. Die Dauer des Funktionserhalts ist je nach Sicherheitseinrichtung unterschiedlich. Diese kann zwischen 30 und 90 Minuten liegen. Wird Funktionserhalt gefordert, so handelt es sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um Verbraucher, die von wesentlicher Bedeutung sind (sogenannte Sicherheitsstromverbraucher).

Autor: Dipl.-Ing. B.A. Christoph Schneppe (FH)