Fachbeitrag | Information 28.09.2015

Von der Online-PR zu Online-Relations

Als Bürgermeister Ihrer Kommune sind Sie regelmäßig mit Presseanfragen konfrontiert. Was früher noch einfach war, kann sich derweil folgendermaßen darstellen: Anstatt auf Informationen im Sinne von Pressemitteilungen zu warten, erhalten die Journalisten nun Hunderte von Pressemitteilungen, meist aus PR-Agenturen, die einen Kunden vertreten. Schätzungsweise sind 95 Prozent aller Mitteilungen überflüssig. Journalisten müssen daher selbst auf Suche gehen. Vorzugsweise im Internet. Wie Sie dort die klassische PR durch Online-Relations ersetzen, erfahren Sie hier.

Hand auf Tastatur

Online-Relations

Das Internet ist ein kompliziertes Feld. Fast täglich ändern sich Formate, Inhalte und Konzepte. Die Entwicklung ist rasant und kaum noch zu überblicken. Gerade als Person des öffentlichen Lebens müssen Sie aber Schritt halten, wenn Sie unterbinden wollen, dass Informationen ohne Koordination versendet werden. Informationen müssen gezielt gebündelt und online zur Verfügung gestellt werden. Um diese Bündelung von kommunikativen Maßnahmen treffend zu umschreiben, wurde der Begriff Online-Relations eingeführt. Online-Relations sind, im Gegensatz zur reinen Online-Pressearbeit Maßnahmen, die es Journalisten ermöglichen, auf einer Plattform gezielt alle Online-Aktivitäten zu betrachten.

Online-Infopool

Etablieren Sie daher, mit wenig Aufwand, einen Informationspool, den Journalisten barrierefrei (ohne Anmeldung, ohne Daten hinterlegen zu müssen) nutzen können. Stellen Sie daher auf einer Seite alle Online-Aktivität ein und pflegen Sie sie regelmäßig. Journalisten können dann selbstständig entscheiden, was sie nutzen und was nicht. Das hat gleich zwei Vorteile: Erstens können Sie mithilfe einfacher Analysetools die Zugriffszahlen ermitteln und wissen dann, welche Inhalte besonders beliebt sind. Zweitens haben Journalisten die Möglichkeit, aus ihrem Metier heraus die entsprechende Vorlage für sich zu nutzen: Immerhin gibt es auch reine Online-Journalisten. Für sie sind Social-Media-Inhalte interessanter als die üblichen Pressemeldungen.

Beziehungsarbeit leisten!

Online eingestellte (gebündelte) Informationen sind darauf angewiesen, dass sie konsequent überprüft werden im Hinblick auf Aktualität, Attraktivität und Mehrwert. Es nutzt wenig, wenn Sie einen Twitter-Account in Ihre Seite einbinden, dann aber nur einen Tweet absetzen und danach wieder in die Offline-Kommunikation abtauchen. Online-Relations sind eben, wie der Name schon sagt, Beziehungen, und Beziehungen erfordern Arbeit – Beziehungsarbeit. Sie müssen im besten Fall mehrmals täglich überprüfen, welche Aktivitäten online gerade ablaufen, und auch darauf reagieren. Bedenken Sie immer: Was einmal online ist, lässt sich kaum mehr löschen – auch Kritik an Ihnen.

Autor: Benjamin Heimerl (Benjamin Heimerl ist Wahlkampfberater und Autor von „Praktische Redenbausteine für Bürgermeister“.)