Europa im Fokus bei den 20. Kommunalen Sommergesprächen in Bad Aussee
Europa müsse erwachsen werden, eine eigenständige Position zwischen den globalen Machtblöcken einnehmen und Verantwortung übernehmen. Das war ein Anspruch der Teilnehmenden bei den 20. Kommunalen Sommergesprächen Ende August in Bad Aussee. Die Voraussetzungen dafür sind vorhanden: mit einer halben Milliarde Menschen, hohem Wohlstandsniveau und sozialem Frieden. Aber Basis dieses Wohlstands ist auch eine funktionierende Infrastruktur.
Zuletzt aktualisiert am: 22. September 2025

Während der zweitägigen Zusammenkunft in der österreichischen Idylle diskutierten Entscheidungsträgerinnen und Experten unterschiedlichster kommunaler Bereiche miteinander über die gegenwärtigen kommunalen Herausforderungen wie Zölle, Rezession und geopolitische Spannungen. Unter den Referierenden fanden sich auch ehemalige Bundespolitiker wie Christian Lindner und Karl-Theodor zu Guttenberg. Im Zentrum standen dabei die dauerhaften Veränderungen durch die vier großen Ds – Demografie, Dezentralisierung, Digitalisierung und Dekarbonisierung. Sie treiben die Veränderung unaufhaltsam voran und bestimmen die Zukunft unserer Gesellschaft.
Auch Vertreter des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB) waren in Bad Aussee, so DStGB-Präsident Ralph Spiegler. Er diskutierte über die Frage „Wie können wir Europas Infrastruktur neu denken und widerstandsfähiger machen?“ mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Kommunen über Wettbewerbsfähigkeit, regionale Wertschöpfung und dezentrale Energieversorgung – und plädierte für eine dauerhaft gelebte Beteiligungskultur in den Gemeinden.
Zudem ging es bei den Kommunalen Sommergesprächen um das Thema „Infrastruktur neu denken. Wie wir Europa wieder resilient machen.“ Die Runde bildeten Thomas Wilfing, Head of Credit Risk Management Kommunalkredit, Marcel Haraszti, CEO der REWE Group, Bürgermeister Ralph Spiegler und Thomas Hofer, Politikanalyst. Die Moderation übernahm Harald Schumacher, Redakteur Wirtschaftswoche Deutschland. Sie erörterten Fragen der Wettbewerbsfähigkeit, der regionalen Wertschöpfung und der dezentralen Energieversorgung. Die Tagung machte deutlich, dass ein politischer und fachlicher Grundkonsens in Kommunen wichtig ist und Entwicklungskonzepte, die langfristige Ziele und Strategien definieren, zudem notwendig sind. Auch müsse die Bevölkerung dauerhaft eingebunden werden, damit Veränderungen nachhaltig gelängen. Eine kontinuierlich gelebte Beteiligungskultur stärke Identifikation, Kreativität und ermögliche gemeinsames Handeln.