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Deutsch-ukrainische Kommunale Partnerschaft weiter im Ausbau

Rund 700 kommunale Vertreterinnen und Vertreter aus Deutschland, der Ukraine und weiteren europäischen Ländern trafen sich vom 16. bis 18. Juni 2025 in Münster zur siebten deutsch-ukrainischen Kommunalen Partnerschaftskonferenz, die unter dem Motto „Von Solidarität zu Transformation: Für die Ukraine. Für Europa.“ veranstaltet wurde.

Hände halten sich und versprechen so Solidarität

Kooperationspartner war der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) gemeinsam mit den deutschen und ukrainischen kommunalen Spitzenverbänden der Veranstalter. Die kommunalen Spitzenverbände beider Länder setzen sich in einer gemeinsamen Erklärung für einen nachhaltigen Wiederaufbau ein und unterstützen dafür die EU-Integration der Ukraine. Die Konferenz bot hierfür ein vielfältiges Programm mit Fachforen, Paneldiskussionen und einem „Markt der Möglichkeiten“, auf dem Kommunen und Initiativen ihre Projekte und Partnerschaftsaktivitäten präsentierten.

Die Rolle der Kommunen als Motoren der europäischen Integration war ein zentrales Thema des Treffens. Die Ukraine strebt einen EU-Beitritt an, und kommunale Partnerschaften leisten dabei einen entscheidenden Beitrag: Sie fördern den Austausch von Know-how, unterstützen den Wiederaufbau und stärken demokratische Strukturen auf lokaler Ebene. Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan betonte dazu in ihrer Rede, wenn das Alltagsleben funktioniere, stärke das die ukrainische Gesellschaft. Kommunale Partnerschaften wirkten direkt und konkret. Besonders kleinere Kommunen zeigten hier, wie sie mit begrenzten Ressourcen dennoch wirksame Hilfe leisten – etwa durch Unterstützung mit medizinischen Geräten, technischer Ausrüstung oder Bildungsarbeit.

Die Konferenz verdeutlichte zudem, wie tragfähig kommunale Zusammenarbeit ist – gerade in Zeiten globaler Krisen. Während große außenpolitische Prozesse oft Zeit benötigen, handeln Kommunen pragmatisch und entschlossen. Thomas Schmidt, Bürgermeister der Stadt Teltow und Vorsitzender im Europaausschuss des DStGB, betonte in einer Podiumsdiskussion mit den deutschen und ukrainischen kommunalen Spitzenverbänden, inwiefern die Zusammenarbeit zwischen europäischen Kommunen eine aktive Form der Friedensarbeit sei. Sie stärkten damit nicht nur Strukturen und demokratisches Bewusstsein in der Partnerkommune, sondern auch vor Ort in Deutschland.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Jahr 2022 ist das deutsch-ukrainische Partnerschaftsnetzwerk auf mittlerweile über 250 Partnerschaften angewachsen. Diese beeindruckende Entwicklung zeigt die große Solidarität und das Engagement deutscher Städte, Gemeinden und Landkreise. Auch zehn regionale Partnerschaften zwischen ukrainischen Oblasten und deutschen Bundesländern wurden inzwischen etabliert. Besonderer Ausdruck dieser Dynamik war in Münster die Unterzeichnung einer neuen Partnerschaft zwischen Murowane und der hessischen Gemeinde Helsa sowie die feierliche Begrüßung der 250. kommunalen Partnerschaft im Netzwerk zwischen Itschnja und Grevensmühlen.

Im Hinblick auf die Zukunft wurde deutlich, dass das Netzwerk weiter wächst, wobei insbesondere kleinere Kommunen eine immer größere Rolle spielen. Ihre Flexibilität, Nähe zu den Menschen und Innovationskraft machen sie zu unverzichtbaren Akteuren in der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit und der europäischen Integration. Dazu veröffentlichten die ukrainischen und deutschen kommunalen Spitzenverbände auf der Konferenz eine gemeinsame Erklärung, in der sie die Mehrwerte kommunaler Partnerschaften betonen, sich für einen nachhaltigen Wiederaufbau der lokalen Infra- und Verwaltungsstruktur in der Ukraine einsetzen und die EU-Integration der Ukraine unterstützen.

Autor*in: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)