Shop Kontakt

Künstliche Intelligenz in der Arbeitsmedizin

Die rasante Entwicklung und zunehmende Verbreitung von künstlicher Intelligenz (KI) hat immense Auswirkungen auf zahlreiche Lebens- und vor allem Arbeitsbereiche. Betroffen davon ist auch die Arbeitsmedizin. Das war der Anlass und gleichzeitiges Thema der Herbstveranstaltung des Ausschusses für Arbeitsmedizin (AfAMed) mit dem Thema „Künstliche Intelligenz (KI) in der Arbeitsmedizin – wo stehen wir heute als Betriebsärzte und was können wir von anderen lernen?“.

Arzt mit Laptop arbeitet mit Hilfe von KI

Zu der hybriden Veranstaltung, die zum Ende der aktuellen Berufungsperiode des AfAMed am 13.11.2025 stattfand, nahmen 80 Präsenzgäste im Konferenzzentrum Berlin und über 300 Personen online teil. Die Referentinnen und Referenten präsentierten aktuelle Entwicklungen, Anwendungsbeispiele und Forschungsergebnisse zur Nutzung von KI in der Medizin. Die Veranstaltung startete mit einem Grußwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Katja Mast.

Das Potenzial künstlicher Intelligenz für die Arbeitsmedizin

Die Vorträge und Präsentationen veranschaulichten das Potenzial künstlicher Intelligenz für die Arbeitsmedizin. Im ersten Teil der Veranstaltung ging es bei den Vorträgen um Forschung zu und Anwendungsszenarien für KI aus anderen Fachbereichen der Medizin, die für die Arbeitsmedizin nutzbar gemacht werden können. Im zweiten Teil standen Vorträge im Fokus, die sich speziell mit dem Einsatz von KI in der betriebsärztlichen Praxis beschäftigten. Die Teilnehmenden hörten breitgefächerte Vorträge u.a. zu Themen wie „Update KI aus ärztlich-standesrechtlicher Sicht“, „Echtzeit-KI-Agenten als Assistenten in Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit“, „KI in der Rehabilitation – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“. Die Vorträge verbanden Forschung mit praxisnahen Anwendungsszenarien im Bereich des medizinischen Arbeitsschutzes – ein klarer Hinweis darauf, dass KI bereits heute in der Arbeitsmedizin angekommen ist.

Praxisnahe und kontroverse Diskussionsrunde

Den Abschluss bildete eine Diskussionsrunde zwischen der Präsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte Susanne Liebe, Prof. Dr. Susanne Völter-Mahlknecht von der Universität Göttingen und Referatsleiterin Susanne Baltes aus dem BMAS. Sie sprachen über Chancen, Risiken und konkrete Handlungsempfehlungen für den Einsatz von KI in der Arbeitsmedizin. Konsens bestand darüber, dass KI für Betriebsärztinnen und Betriebsärzte, Unternehmen und Beschäftigte zahlreiche Chancen biete, beispielweise im Hinblick auf eine frühzeitige Gefahrenerkennung, eine datenbasierte Überprüfung der Arbeitsschutzmaßnahmen oder die effizientere Gestaltung der arbeitsmedizinischen Praxis im Betrieb. Gleichzeitig dürfe das Ergebnis der KI nicht ungeprüft übernommen werden, insbesondere bei sensiblen Themen wie etwa psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. Insgesamt zeigte die Veranstaltung, dass KI auch für Betriebsärztinnen und Betriebsärzte unverzichtbar sein wird.

Autor*in: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)