12.04.2018

3 Jahre Übergangsfrist für ISO 45001:2018

Im März 2018 hat die International Organization for Standardization (ISO) den neuen Standard ISO 45001:2018 als  internationale Zertifizierungsnorm mit weltweit gültigen Anforderungen an ein Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS) veröffentlicht. 3 Jahre haben Unternehmen, die nach OHSAS zertifiziert sind, jetzt Zeit, umzustellen.

iso-45001

Im März 2018 hat die International Organization for Standardization (ISO) den neuen Standard ISO 45001:2018 als internationale Zertifizierungsnorm mit weltweit gültigen Anforderungen an ein Arbeitsschutzmanagementsystem AMS) veröffentlicht. Für Unternehmen, die nach BS OHSAS 18001:2007 zertifiziert sind, hat das International Accreditation Forum (IAF) eine dreijährige Übergangsphase bis März 2021 festgelegt.

Der neue ISO-Standard 45001:2018 bringt neben der „High Level Structure“ einige inhaltliche Änderungen und hat unmittelbare Auswirkungen auf das jeweils bestehende AMS, indem zum ersten Mal der traditionelle Arbeitsschutz und das betriebliche Gesundheitsmanagement zusammengeführt werden.

Inhalte der ISO 45001

Die neue Norm wird wie das Regelwerk BS OHSAS 18001:2007 auf dem Prinzip „Plan – Do – Check – Act“ basieren und sich an der High Level Structure orientieren. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass eine einheitliche Struktur, einheitliche Definitionen und Textbausteine verwendet werden. Damit werden die Integration unterschiedlicher Normensysteme
wie der ISO 9001 für Qualität und der ISO 14001 für Umwelt sowie die Einbeziehung des Unternehmenskontextes
erleichtert. Im Zentrum der ISO 45001 steht neben dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess das Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement.

Hervorgehoben ist der Blick „über den Tellerrand“: Die Arbeitsbedingungen
bei Lieferanten und Dienstleistern sind mitzuberücksichtigen.

Änderungen gegenüber OHSAS 18001

Gegenüber OHSAS 18001 sind bei der neuen ISO 45001:2018 folgende Änderungen zu beachten:

  • Im Anwendungsbereich ist die Risikominimierung um das Ergreifen von Chancen, um den Organisationskontext und die Erwartungen von Arbeitnehmern und anderen Parteien sowie um die Einbeziehung von Programmen zum Wohlbefinden der Arbeitnehmer ergänzt.
  • Im Bereich Kontext ist vor allem der erweiterte Fokus auf die Mitarbeiter und andere Parteien zu beachten.
  • Der Bereich Führung legt einen stärkeren Schwerpunkt auf die Geschäftsprozesse und die Arbeitnehmerbeteiligung.
  • Bei der Planung ist in Zukunft verstärkt auf die Gefährdungserkennung zu achten.
  • Im Bereich Unterstützung geht es darum, wie ein Bewusstsein für den Arbeitsschutz und die Erhaltung der Gesundheit geschaffen werden kann. Ebenso gibt es zusätzliche Hinweise zur externen Kommunikation sowie zur Änderung der dokumentierten Information.
  • Im Bereich Betrieb wird der Fokus auf ausgelagerte Prozesse erweitert.
  • Bei den Leistungsbewertungen gibt es neue Anforderungen zu Risiken und Leistungsindikatoren.
  • Im Bereich Verbesserung geht es um erweiterte Prozessbeschreibungen zur Steuerung von Ereignissen, um die explizite Beschreibung von Vorbeugemaßnahmen und die Erweiterung der Prozesse zur fortlaufenden Verbesserung.

Dreijährige Übergangsfrist

Die neue Norm wird den bisherigen Standard BS OHSAS 18001:2007 ersatzlos ablösen. Hierzu wurde vom IAF eine dreijährige Übergangsphase ab Veröffentlichung der ISO 45001:2018 festgelegt.

Die Umstellung („Migration“) der Akkreditierungen von BS OHSAS 18001:2007 auf ISO 45001:2018 erfolgt anhand einer umfassenden Dokumentenprüfung.

Ein erfolgreich absolviertes Witnessaudit ISO 45001 muss innerhalb von maximal sechs Monaten nach der Mitteilung der Umstellung erfolgen.

Die Ziele von ISO 45001:2018

  • Bereitstellung und Verbesserung eines sicheren und gesunden Arbeitsplatzes
  • Reduzierung von arbeitsbedingten Verletzungen und Risiken
  • Leistungsfähiger und wirksamer Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Verbesserter Schutz auch für Dienstleister, Lieferanten und weitere externe Mitarbeiter
  • Rechtssicherheit durch Erfüllung von Gesetzen im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Autor: Markus Horn