23.06.2016

Reduzieren Sie die Explosionsgefahr

Sicherheitsingenieur

Explosionsgefahr besteht rein theoretisch in allen Industriebereichen. Eine Explosion im Sinne der TRBS 2152/TRGS 720 ist eine plötzliche Oxidationsreaktion mit Anstieg der Temperatur, des Drucks oder beidem gleichzeitig. Deflagration ist eine Explosion, die sich mit Unterschallgeschwindigkeit fortpflanzt. Eine Explosion setzt voraus, dass ein explosionsfähiges Gemisch bzw. eine explosionsfähige Atmosphäre vorliegt.

Ein explosionsfähiges Gemisch ist ein Gemisch aus brennbaren Gasen, Dämpfen, Nebeln oder Stäuben, in dem sich ein Verbrennungsvorgang nach erfolgter Zündung auf das gesamte unverbrannte Gemisch überträgt.

Explosionsfähige Atmosphäre ist ein Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen, Nebeln oder Stäuben unter atmosphärischen Bedingungen, in dem sich ein Verbrennungsvorgang nach erfolgter Entzündung auf das gesamte unverbrannte Gemisch überträgt. Als atmosphärische Bedingungen im Sinne dieser technischen Regel gelten Gesamtdrücke von 0,8 bis 1,1 bar und Gemischtemperaturen von –20 bis +60 °C.

Voraussetzung für eine Explosion

Voraussetzung für eine Explosion ist das Vorliegen eines Gemischs aus Brennstoff und Luft innerhalb des Explosionsbereichs, d.h. innerhalb des Bereichs der Konzentration (Stoffmengenanteil) eines brennbaren Stoffs in Luft, in dem eine Explosion auftreten kann.

Eine Explosion ist ein sehr schnell ablaufender Verbrennungsvorgang. Wenn die Auswirkungen nicht sehr stark ausgeprägt sind, wird oft von einer „Verpuffung” gesprochen. Wegen des hohen Ausmaßes an zu erwartenden Schäden müssen stets entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden.

Schutzmaßnahmen

Welche Explosionsschutzmaßnahmen unter atmosphärischen Bedingungen getroffen werden müssen, hat der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung der Gefahrstoffverordnung und der Betriebssicherheitsverordnung zu ermitteln und festzulegen. Dabei soll er die entsprechenden TRGS 720 ff. und TRBS 2152 ff. entsprechend berücksichtigen.

Die erforderlichen Explosionsschutzmaßnahmen müssen im Rahmen eines in sich widerspruchsfreien Explosionsschutzkonzepts ausgewählt und bewertet werden. Die getroffenen Maßnahmen müssen im Explosionsschutzdokument festgehalten werden.

Explosionsgefährdete Bereiche

Explosionsgefährdete Bereiche werden nach Häufigkeit und Dauer des Auftretens von gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre in Zonen unterteilt.

Gasexplosionen können sich z.B. ereignen:

  • in der Umgebung von Entnahmestellen aus Druckgasbehältern
  • im Innern von Apparaturen, Behältern und Rohrleitungen
  • beim Abfüllen von brennbaren Flüssigkeiten
  • in und um Messeinrichtungen
  • in Lägern
  • beim Betreiben von Technikumsanlagen

Staubexplosionen können sich z.B. ereignen beim:

  • Absaugen und Fördern von Staub in Filteranlagen
  • Lagern von Staub in Siloanlagen
  • Mahlen, Trocknen, Mischen und Fördern von Staub
  • Sprühtrocknen von organischen Produkten
  • Trocknen und Granulieren in Wirbelschichtapparaturen
  • Schleifen von Metallen

Explosionsfähige Atmosphäre ist praktisch in allen Industriebereichen vorhanden. Aufgrund der Reichhaltigkeit können hier nur einige Beispiele aufgeführt werden:

  • Nahrungsmittelindustrie (in Form von Mischpulver, Mehl oder Zucker)
  • Futtermittelindustrie (in Form von Getreide oder Mais)
  • Chemie (bei der Herstellung von Kunststoffen oder Waschmitteln)
  • Pharmazie (bei der Herstellung von Medikamenten)
  • Automobilindustrie (beim Schleifen von Aluminium)
  • Holzindustrie (beim Herstellen von Spanplatten)
  • Herstellung oder Verfeuerung von Kohlestaub
Autor: WEKA Redaktion

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