25.11.2020

Marktstammdatenregister: Übergangsfrist für Bestandsanlagen läuft bald aus

Das Marktstammdatenregister, ein energiewirtschaftliches Anlagenkataster, steht seit Ende Januar 2019 bereit. Alle bisherigen Melde- und Erfassungspflichten für Energieerzeugungs- und -Verbrauchsanlagen fallen damit weg. Betreiber von Bestandsanlagen sollten sich jetzt eine wichtige Frist für die Registrierung ihrer Anlagen rot im Kalender markieren: den 31. Januar 2021.

Marktstammdatenregister

Erinnerung: Frist für die Registrierung von Bestandsanlagen läuft im Januar 2021 aus

Am 31. Januar 2019 ging das Marktstammdatenregister in Betrieb. Seitdem müssen sich Akteure der Energiewirtschaft hier registrieren – vom großen Netzbetreiber bis hin zum Betreiber einer kleinen EEG-Anlage (zum Marktstammdatenregister unter www.marktstammdatenregister.de).

  • Neuanlagen müssen innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister registriert werden.
  • Bestandsanlagen, also Anlagen, die vor dem Start des Marktstammdatenregisters in Betrieb gegangen sind, müssen bis zum 31. Januar 2021 registriert werden. Dann endet nämlich die zweijährige Übergangsfrist ab Start des Webportals.

Anlagenbetreibern, die bis Ende Januar 2021 nicht registriert sind, droht ein vorläufiger Auszahlungs-Stopp ihrer Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) sowie eine endgültige Förderreduzierung.

Marktstammdatenregister (MaStR) – was ist das?

Das Marktstammdatenregister bezeichnet die Bundesnetzagentur als „das zentrale maßgebliche Register der Energiewirtschaft“: eine einzige Online-Datenbank, die Marktakteure sämtlicher Anlagen der leitungsgebundenen Energieversorgung im Strom- und Gasmarkt enthält. Allein diese und die Behörden haben Zugriff auf diese Daten.

„Das Marktstammdatenregister dient der Verbesserung der Datenlage und der Transparenz in der Energiewirtschaft. Dies kommt auch dem Monitoring zugute“, erklärte Rainer Baake, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.

Eine entsprechende Verordnung hat das Bundesministerium für Wirtschaft bereits im März 2017 unterschrieben. Ab dem Zeitpunkt, wo das Marktstammdatenregister freigeschaltet wird, sind dann die bisherigen Register, wie z.B. das PV-Meldeportal oder das Anlagenregister, deaktiviert.

Wen das neue Markstammdatenregister betrifft

Sich im Marktstammdatenregister registrieren müssen alle Netzbetreiber ( auch Betreiber geschlossener Verteilernetze), Messstellenbetreiber, Lieferanten und Bilanzkreisverantwortliche im Strom- und Gasbereich.

Auch nahezu alle Betreiber von Speichern und Erzeugungsanlagen müssen ihre Daten über das Internet in die Online-Datenbank eingeben und pflegen – egal ob diese Anlagen erst neu errichtet wurden oder schon lange Energie liefern, egal ob sie Strom oder Gas erzeugen, egal ob auf erneuerbarem oder konventionellem Weg.

Wenn sich etwas bei der Anlage verändert – und sei es auch nur der Besitzer – haben Anlagenbetreiber grundsätzlich einen Monat Zeit, um diese Änderung einzupflegen.

Zu den Daten, die das Marktstammdatenregister von den Anlagenbetreibern fordert, zählen z.B.:

  • Standorte,
  • Kontaktinformationen,
  • technische Anlagendaten und Zuordnungen,
  • Energiemengen,
  • Speicherfüllstände

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Mit dem Marktstammdatenregister kamen erhebliche Anforderungen auf Netz- und Anlagenbetreiber zu. Die Anlagenbetreiber sind verantwortlich für die Daten ihrer Erzeugungs- und Verbrauchseinheiten, Speicher, z.B. ihre EEG- und KWK-Anlagen. Netzbetreiber betreuen und überprüfen die Daten von Netze und Standorten.

Sanktionen

Die mühevolle Tipperei auf unbestimmte Zeit aufzuschieben sollten Unternehmen nicht: Fast alle Verstöße gegen die Meldepflichten sind als Ordnungswidrigkeiten eingestuft. Das bedeutet: Es winkt nach § 95 Abs. 1 Nummer 5 d, Abs. 2 EnWG eine Geldbuße bis zu 50.000 €.

Auch die Förderungen nach dem EEG und nach dem KWK-G sind davon abhängig, dass sich Anlagenbetreiber im MaStR registriert haben.

Tipp

Die Webseite der Bundesnetzagentur gibt unter „häufig gestellte Fragen“ detaillierte Antworten auf so wichtige Fragen wie: Wer ist meldepflichtig? Müssen Sie auch geplante Anlagen anmelden? Müssen Sie auch Notstromaggregate angmelden?

Autor: Elisabeth Rowley