25.01.2019

Jetzt aber wirklich: Das Marktstammdatenregister ist da

Nach fast eineinhalb Jahren Verzögerung: Das Marktstammdatenregister, ein energiewirtschaftliches Anlagenkataster, steht seit Ende Januar 2019 bereit. Alle bisherigen Melde- und Erfassungspflichten für Energieerzeugungs- und -Verbrauchsanlagen fallen damit weg. Was kommt damit auf Anlagenbetreiber zu? Welche neuen Pflichten bringt das Marktstammdatenregister mit sich?

Marktstammdatenregister

Update: Marktstammdatenregister läuft nun seit 31. Januar 2019

Ganz so schlimm wie beim Berliner Flughafen wurde es am Ende doch nicht. Überrascht es Sie, dass das Marktstammdatenregister nun tatsächlich noch angelaufen ist? Seit dem 31.01.2019 können und müssen sich Akteure der Energiewirtschaft hier registrieren – vom großen Netzbetreiber bis hin zum Betreiber einer kleinen EEG-Anlage (zum Marktstammdatenregister unter www.marktstammdatenregister.de).

Nicht jeder Stromlieferant muss sich im Marktstammdatenregister registrieren

Auch bei der Frage, wer sich nun mit dem Onlineportal auseinandersetzen muss, gibt es Neuigkeiten: Denn die Bundesnetzagentur hat die Meldepflicht für Stromlieferanten innerhalb ihrer FAQ neu definiert. Wer lediglich als reiner Weiterverteiler Strom in derselben Kundenanlage weitergibt, kommt um die Registrierungspflicht herum.

Marktstammdatenregister (MaStR) – was ist das?

Das Marktstammdatenregister bezeichnet die Bundesnetzagentur als „das zentrale maßgebliche Register der Energiewirtschaft“: eine einzige Online-Datenbank, die Marktakteure sämtlicher Anlagen der leitungsgebundenen Energieversorgung im Strom- und Gasmarkt enthält. Allein diese und die Behörden haben Zugriff auf diese Daten.

„Das Marktstammdatenregister dient der Verbesserung der Datenlage und der Transparenz in der Energiewirtschaft. Dies kommt auch dem Monitoring zugute“, erklärte Rainer Baake, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.

Eine entsprechende Verordnung hat das Bundesministerium für Wirtschaft bereits im März 2017 unterschrieben. Ab dem Zeitpunkt, wo das Marktstammdatenregister freigeschaltet wird, sind dann die bisherigen Register, wie z.B. das PV-Meldeportal oder das Anlagenregister, deaktiviert.

Wen das neue Markstammdatenregister betrifft

Sich im Marktstammdatenregister registrieren müssen alle Netzbetreiber ( auch Betreiber geschlossener Verteilernetze), Messstellenbetreiber, Lieferanten und Bilanzkreisverantwortliche im Strom- und Gasbereich.

Auch nahezu alle Betreiber von Speichern und Erzeugungsanlagen müssen ihre Daten über das Internet in die Online-Datenbank eingeben und pflegen – egal ob diese Anlagen erst neu errichtet wurden oder schon lange Energie liefern, egal ob sie Strom oder Gas erzeugen, egal ob auf erneuerbarem oder konventionellem Weg.

Wenn sich etwas bei der Anlage verändert – und sei es auch nur der Besitzer – haben Anlagenbetreiber grundsätzlich einen Monat Zeit, um diese Änderung einzupflegen.

Zu den Daten, die das Marktstammdatenregister von den Anlagenbetreibern fordert, zählen z.B.:

  • Standorte,
  • Kontaktinformationen,
  • technische Anlagendaten und Zuordnungen,
  • Energiemengen,
  • Speicherfüllstände

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Mit dem Marktstammdatenregister kommen erhebliche Anforderungen auf Netz- und Anlagenbetreiber zu. Die Anlagenbetreiber sind verantwortlich für die Daten ihrer Erzeugungs- und Verbrauchseinheiten, Speicher, z.B. ihre EEG- und KWK-Anlagen. Netzbetreiber betreuen und überprüfen die Daten von Netze und Standorten.

Sanktionen

Die mühevolle Tipperei auf unbestimmte Zeit aufzuschieben sollten Unternehmen nicht: Fast alle Verstöße gegen die Meldepflichten sind als Ordnungswidrigkeiten eingestuft. Das bedeutet: Es winkt nach § 95 Abs. 1 Nummer 5 d, Abs. 2 EnWG eine Geldbuße bis zu 50.000 €.

Auch die Förderungen nach dem EEG und nach dem KWK-G sind davon abhängig, dass sich Anlagenbetreiber im MaStR registriert haben.

Tipp

Die Webseite der Bundesnetzagentur gibt unter „häufig gestellte Fragen“ detaillierte Antworten auf so wichtige Fragen wie: Wer ist meldepflichtig? Müssen auch geplante Anlagen angemeldet werden? Müssen auch Notstromaggregate angemeldet werden?

Autor: Elisabeth Rowley