12.04.2021

Der PDCA-Zyklus im Energiemanagementsystem: In vier Phasen zum Erfolg

zabcde PDCA: Der Begriff fällt immer dann, wenn von Qualitätssicherung die Rede ist, und steht als Abkürzung für „Plan – Do – Check – Act“. Dahinter steckt die kontinuierliche Verbesserung von Arbeitsprozessen und Produkten. Auch im Energiemanagementsystem (EnMS) spielt PDCA eine entscheidende Rolle.

Der PDCA-Zyklus im Energiemanagement steht für Plan - Do - Check - Act.

Plan, Do, Check, Act: Jedes dieser vier Wörter bezeichnet einen Arbeitsschritt im Rahmen des Energiemanagement-Prozesses. Der Ablauf der Schritte ist eine Art Kreisbewegung. Es handelt sich dabei jedoch nicht um einen Kreislauf des ewig Gleichen: Idealerweise wird in jeder neuen Runde wieder etwas optimiert. Der Vergleich mit einer Spirale, die sich kontinuierlich nach oben entwickelt, passt daher besser. Dies bezeichnet man als den PDCA-Zyklus im Energiemanagement:

Jahreszyklus

Oft wird für den Durchlauf eines kompletten PDCA-Zyklus ein Jahr festgelegt. Aber: Der Jahreszyklus wird meist nur durch jährlich umgesetzte Prozesse bestimmt. Andere Prozesse laufen kontinuierlich ab.

Die Prozesse der Planung und Teilbereiche der Überprüfung sowie das Management Review sind jährlich durchzuführen. Prozesse aus dem Bereich der Umsetzung finden meist kontinuierlich statt. Zu den Bereichen der Anpassung gehören vor allem die Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen sowie die Ergebnisse des Management Reviews.

Plan – Do – Check – Act im EnMS

Die einzelnen Schritte des PDCA-Zyklus im Energiemanagementsystem lassen sich wie folgt definieren:

Plan

Die übergeordneten Normkapitel “Kontext der Organisation”, “Führung” sowie “Planung” decken den Bereich “Planen” des PDCA-Zyklus ab. Ziel dieser Prozesse ist es, die mögliche Entwicklung des Energieverbrauchs und die dafür notwendigen Maßnahmen zu planen. Aufbauend auf dieser Planung werden die Einführung und die spätere Umsetzung des EnMS durchgeführt. Zudem dient die geplante Entwicklung für die spätere Überprüfung.

Do

Aufbauend auf der Planung werden die einzelnen für den Energieverbrauch wichtigen Prozesse innerhalb des Unternehmens umgesetzt. Zu diesen anzupassenden und durchzuführenden Prozessen gehören u.a. die Prozesse Schulung, Instandhaltung, Anlagenplanung und Einkauf. Diese Prozesse sollten so gestaltet sein, dass die gesetzten Ziele bezüglich der energetischen Leistung erreicht werden können.

Check

Bei der Kontrolle findet eine Überprüfung des EnMS statt. Mindestanforderungen stellt hierbei die Norm. Zudem wird die tatsächliche Umsetzung gegenüber der geplanten bzw. vorgegebenen Umsetzung kontrolliert. Zu den Prozessen der Überprüfung gehören die Normprozesse Überwachung, Messung und Analyse, Bewertung der Einhaltung rechtlicher Vorschriften und anderer Anforderungen und interne Auditierung des Energiemanagementsystems. Zudem können die übergeordneten Überprüfungen des Topmanagements innerhalb des Management Reviews dazugezählt werden. Aufbauend auf Feststellungen dieser Überprüfungen werden Verbesserungen erarbeitet und umgesetzt.

Act

Zu dem Bereich “Handeln” können das Normkapitel Nichtkonformität, Korrekturen, Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen und die Ergebnisse des Management Reviews gezählt werden.

Innerhalb des kontinuierlich ablaufenden Prozesses Nichtkonformität und Korrekturmaßnahmen sowie “Fortlaufende Verbesserung” gezählt werden. Zunächst werden potenziell erkannte Fehler innerhalb des EnMS analysiert und angemessen korrigiert. Diese potenziellen Fehler können sowohl innerhalb der geplanten Überprüfungen als auch von jeder anderen Quelle festgestellt werden.

Innerhalb des Management Reviews bewertet das Topmanagement das System und gibt vor, wie das System oder Bestandteile dessen angepasst werden sollen. Diese Anpassungen sollten zur kontinuierlichen Verbesserung führen.

Der PDCA-Zyklus in Einzelprozessen

Der PDCA-Zyklus ist nicht nur als übergeordnetes Instrument beim Energiemanagement von Bedeutung. Er kann auch in vielen Teilbereichen eingesetzt werden und Einzelschritte unterstützen, z.B. bei der Energiedatenerfassung.

In diesem Beispiel würde PDCA bedeuten, dass auf die Planung der Energiedatenerfassung (P = Plan) der Einbau der Messgeräte und das Erfassen der Daten (D = Do) folgen würde. Check (C) wäre dann der dritte Schritt, bei dem die Messtechnik überprüft wird, die Geräte gewartet und kalibriert werden. Mit Act (A) würde die Energiedatenerfassung anhand eines Vergleichs von Zielen und Ergebnissen erweitert und optimiert werden.

Mit dem PDCA-Zyklus sicher die Ziele im Energiemanagement erreichen

Der PDCA-Zyklus dient also dazu, bestimmte Prozesse und Verfahren kontinuierlich zu wiederholen, dabei aber auch regelmäßig zu überprüfen und ggf. weiter zu verbessern. Ein solcher Zyklus bietet Sicherheit und das befriedigende Gefühl, die selbstgesteckten Ziele hinsichtlich Energieeinsatz, Energieverbrauch und Energieeffizienz tatsächlich zu erreichen.

Unsere Empfehlung

Energiemanagement in der betrieblichen Praxis

Mehr über die Phasen im Energiemanagementsystem sowie wertvolle Arbeitshilfen und Tipps zu jeder einzelnen davon finden Sie in der WEKA-Praxishilfe „Energiemanagement“. Damit wird das Einführen und Verbessern des Energiemanagementsystems erheblich einfacher.

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann